Mini-PC vs. Desktop-PC: Fast 20-mal kleiner und doch merke ich im Alltag keinen Unterschied – mit drei großen Ausnahmen

Seit zwei Wochen ersetzt ein äußerst kompakter Mini-PC meinen geliebten Mini-ITX-Rechner. Das klappt sehr gut, doch nicht ganz ohne Kompromisse.

Ich habe meinen Mini-ITX-PC zwei Wochen lang durch einen besonders kompakten Rechner von Geekom ersetzt und ziehe ein Fazit. Ich habe meinen Mini-ITX-PC zwei Wochen lang durch einen besonders kompakten Rechner von Geekom ersetzt und ziehe ein Fazit.

Sorry an alle, die das längst wissen: Ich liebe meinen Selbstbau-PC im kompakten Mini-ITX-Format.

Doch kompakt ist er längst nicht mehr, wenn ich ihn meinem jüngsten Ersatz gegenüberstelle, genauer gesagt dem Geekom IT15. Zum Vergleich: Das Gehäuse des Mini-PCs von Geekom ist etwa 19-mal kleiner als mein Fractal Node 202 (0,6 Liter vs. 11 Liter).

Die große Frage lautete nun für mich: Kann der Mini-PC meinen Hauptrechner problemlos ersetzen?

Um das herauszufinden, habe ich ihn zwei Wochen für all das verwendet, was ich sonst mit meinem Rechner mache, also primär arbeiten und ab und an etwas spielen.

Video starten 0:57 Trailer zum sehr ähnlichen Mini-PC Geekom IT13

Geekom IT15 gegen meinen PC: Das steckt drin

Beginnen wir mit einem Vergleich der für die Leistung entscheidenden Komponenten in Form der CPU, GPU und des Arbeitsspeichers:

Wie die folgende Tabelle zeigt, ist bei der CPU der Mini-PC klar im Vorteil, bei der GPU mein Rechner und beim RAM läuft es weitgehend auf ein Unentschieden hinaus.

Der Speicherplatz des IT15 beträgt in meiner Konfiguration zu einem Preis von 1.099 Euro indes 2,0 TByte. Mein Hauptrechner kommt insgesamt auf 1,5 TByte.

Mein Mini-ITX-PCDer Geekom IT15
ProzessorCore i5 8400 (6C/6T, bis zu 4,0 GHz)Core Ultra 9 285H (24C/24T, bis zu 5,6 GHz)
GrafikkarteGeforce RTX 3080 10 GB (29,8 TFLOPS)Intel Arc 140T (4,8 TFLOPS)
Arbeitsspeicher16,0 GByte DDR432,0 GByte DDR5 (16 GB für die GPU reserviert)

Wie schlägt sich der Mini-PC im Alltag?

Sehr gut!

Egal, was ich auch mit dem PC mache, ich spüre mit Blick auf die Leistung keinen Unterschied.

Von besonders genügsamen Aufgaben wie der Online-Recherche über das Bearbeiten von Bildern mit Photoshop Elements bis hin zum Spielen meiner aktuellen Lieblingstitel League of Legends und The Last Spell läuft alles genauso wie gewohnt.

Ich muss nicht länger als vorher darauf warten, dass Windows bootet, dass sich Programme oder Dateien öffnen, kann all meine Peripherie problemlos anschließen und ich merke auch sonst keinen Unterschied. Doch im Detail gibt es drei wichtige Ausnahmen.

Wo der Mini-PC klar schlechter abschneidet

  • bei der Lautstärke
  • bei der Performance in anspruchsvollen Spielen

Die Lautstärke: Während ich meinen Mini-ITX-PC beim Arbeiten nicht wahrnehme (dank Lüftern, die sich nur mit etwa 500 RPM drehen), macht sich der IT15 akustisch immer wieder klar bemerkbar.

Aus 15 Zentimetern Abstand messe ich unter Spielelast etwa 44 bis 45 dB(A) und auch beim Arbeiten drehen die Lüfter immer wieder auf.

Das Lüftergeräusch hat zwar eine gute Charakteristik. Es ist also nicht sehr hochfrequent und wechselt nicht ständig nervig den Pegel (auch wenn die Lüfterdrehzahl grundsätzlich immer wieder je nach Tätigkeit am PC variiert).

Die völlige Stille, die ich meist gewohnt bin (das Messgerät schlägt bei meinem Mini-ITX-PC nicht über dem Grundpegel aus), wird in meinem Büro aber seit zwei Wochen ständig durchbrochen.

Die Performance: League of Legends und The Last Spell laufen zwar problemlos flüssig mit dem Mini-PC. Ein anspruchsvoller Titel wie Cyberpunk 2077 sorgt aber selbst in Full HD bei mittleren Details und mit Upscaling (FSR 3.0 Qualität) nur noch für knapp 35 bis 45 FPS.

Mein Mini-ITX-PC schafft in dieser Auflösung dagegen mit deutlich höheren Details auf der Stufe Raytracing Niedrig klar mehr Bilder pro Sekunde beziehungsweise etwa 50 bis 60 FPS (DLSS Qualität).

In begrenztem Rahmen bietet der PC leicht die Möglichkeit, ihn aufzurüsten, etwa mit mehr Speicherplatz oder RAM. In begrenztem Rahmen bietet der PC leicht die Möglichkeit, ihn aufzurüsten, etwa mit mehr Speicherplatz oder RAM.

Was der Mini-PC deutlich besser macht

Einen großen Vorteil hat der Geekom IT15 zum Abschluss noch zu bieten: den Stromverbrauch.

  • Bei Alltagsaufgaben verbraucht mein Min-ITX-PC etwa doppelt so viel (60 bis 90 Watt statt 30 bis 50 Watt)
  • Das Laden von Programmen schlägt mit etwas mehr als dem doppelten Stromverbrauch zu Buche (110 bis 160 Watt statt 40 bis 70 Watt).
  • In Spielen kann es sogar fast das Vierfache sein (ca. 310 Watt statt 60 Watt im oben angesprochenen Vergleich mit unterschiedlichen Detailstufen in Cyberpunk 2077).

Mit Blick auf die Stromkosten bedeutet das bei meinem Nutzungsverhalten immerhin ein Sparpotenzial im Bereich von etwa 100 Euro pro Jahr. Außerdem fühlt es sich besser an, möglichst wenig Strom zu verbrauchen, wenn ich meist keine großen Nachteile dadurch habe.

Am Ende ist es mir aber sehr wichtig, in völliger Ruhe arbeiten zu können. Wenn ich also keinen geeigneten Platz finde, an dem der Mini-PC weiter weg von mir und etwas abgeschottet seinen Dienst verrichtet, ohne zu heiß zu werden, bleibe ich wohl bei meinem Mini-ITX-PC.

Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, ob ihr euch vorstellen könnt, so einen PC im Alltag zu verwenden oder es vielleicht sogar schon tut!

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