Die hohen Preise für Grafikkarten liegen nicht nur an der hohen Nachfrage durch Krypto-Miner, sondern auch an teuren Preisen für den Videospeicher. Doch der Boom bei den Krypto-Währungen ist der wichtigste Faktor für die aktuelle Preislage, die viele PC-Spieler verärgert. Eigentlich sollten sich auf der anderen Seite die Partner von AMD und Nvidia, die die Grafikkarten herstellen, über die vielen Verkäufe freuen. Doch wie ein Bericht von Gamersnexus zeigt, ist die Situation doch etwas komplexer.
Den Herstellern sind Gamer als Kunden lieber
Die von der Webseite angesprochenen Hersteller wissen auch, dass Krypto-Miner keine langfristigen Kunden sind, die sich an eine Marke binden. Außerdem fehlen bei Minern als Kunden auch alle weiteren Umsätze für PC-Peripherie, beispielsweise Gaming-Monitore, Mäuse und Tastaturen oder High-End-Mainboards, die viele Grafikkarten-Hersteller ebenfalls anbieten.
Wenn Gamer also wegen der hohen Preise vielleicht keine Grafikkarte kaufen, entgehen dem jeweiligen Hersteller eventuell in anderen Bereichen Umsätze, die außerdem noch wesentlich höhere Gewinnmargen bieten als Grafikkarten. Laut Gamersnexus verlieren die Hersteller hier zum Teil mehr potenziellen Gewinn als sie beim Verkauf der Grafikkarten verdienen.
Wer sich fragt, was eine Kryptowährung überhaupt ist, dem empfehlen wir unseren Übersichtsartikel: Krypto-Mining - Was ist das und wie funktioniert es?
Höhere Produktion ist zu riskant
Auch einer steigenden Produktion von Grafikkarten stehen die Hersteller kritisch gegenüber, da der Krypto-Markt recht instabil ist und die Planungen für die Herstellung mehrere Monate im Voraus erledigt werden müssen. Bis die neuen Grafikkarten dann erhältlich sind, könnte der Preis für Krypto-Währungen auch wieder stark gefallen sein und das Interesse an Grafikkarten wäre dann entsprechend gering – verschärft noch durch das dann eventuelle Überangebot.
Ohne mehr Bestellungen durch Grafikkarten-Hersteller produzieren aber auch AMD und Nvidia nicht mehr GPUs. Außerdem machen sich die Hersteller Sorgen, dass bei sinkenden Preisen für Krypto-Währungen viele gebrauchte Grafikkarten den Markt überfluten und ihr Geschäft gefährden könnten. Deutlich mehr Grafikkarten dürften also trotz der hohen Nachfrage nicht hergestellt werden und das dürfte auch die Preise hoch halten, solange mit Mining noch viel Geld verdient werden kann.

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