Weidmannsheil!
Nachdem Actioneinlage mit den Sandwürmern legt sich meine Jägerin erstmals richtig mit einem ausgewachsenen Monster an. Wer die Serie kennt, wird sich nicht wundern, dass dieser Kampf mir fast fünfzehn Minuten an Spielzeit abverlangt. Meine erste Beute ist ein neues Monster namens Chatacabra, das mich an eine Mischung aus Gorilla und Kröte erinnert.
Wenn es an die Kämpfe geht, werden sich Fans der Reihe sicherlich schnell zurechtfinden. Ich hingegen fühlte mich wie ein Wollknäuel zwischen den Tatzen eines schlecht gelaunten Katers. Der Chatacabra begann mich regelrecht durch die Gegend zu rollen, obwohl mein Palico sein Bestes gab, das Monster von mir abzulenken und mir im Notfall einen Heilungsboost zu verpassen.
Nach und nach gewöhnte ich mich an die Steuerung, lernte die Besonderheiten meiner Waffe kennen und verstand, was die etwas überladen wirkenden Menüs überhaupt von mir wollen.
Komplett neu in Monster Hunter Wilds ist der Fokusmodus. Traditionell werden eure Kontrahenten nicht dauerhaft anvisiert, doch wem Präzision etwas bedeutet, bekommt damit zumindest eine kleine Hilfestellung. Der Fokusmodus aktiviert mit jeder Waffe eine Fadenkreuz, das eure Hiebe deutlich präziser ins Ziel führt.
Das lohnt sich besonders dann, wenn dem Monster eine Wunde an einem Bein oder Arm zugeführt wurde, und ihr für massig Extraschaden diese temporäre Schwachstelle ins Visier nehmen wollt.
Wie offen ist die Welt wirklich?
Trotz meines eher dilettantischen Auftritts konnte ich den Chatacabra bezwingen und wurde von den Entwicklern danach in einen anderen Spielabschnitt gebracht, der mich endlich in die offene Spielwelt entließ.
Wobei selbst jetzt weiterhin nicht so ganz gesichert werden konnte, ob es sich um eine vollständig nahtlose offene Welt handelt oder Ladezeiten zwischen den einzelnen Gebieten vorkommen. Ich rechne aktuell eher mit letzterem.
Für Monster Hunter ist eine Reihe an gänzlich offenen Regionen trotzdem durchaus ein großer Schritt. Immerhin gibt es erstmals keine strickte Trennung mehr zwischen Hauptlager und Jagdgebiet. Ich kann im Zelt meine Waffen wählen, mir ein Steak reinpfeifen, mich dann auf den Rücken meines Seikret schwingen und ohne Quest die Umgebung nach lohnender Beute absuchen.
Die Map der Umgebung scheint immer alle interessanten Orte und Objekte direkt mit Symbolen hervorzuheben. Ihr bekommt also selbst individuelle Crafting-Materialien angezeigt. Wundert euch also nicht, wenn die Minimap zu einem bunten Icon-Teppich verkommt.
Viel Zeit hatte ich in der offenen Welt nicht. Meine Hauptaufgabe bestand darin, Jagd auf einen Doshaguma zu machen - einen hünenhaften Bären mit Löwenmähne. Monster in der offenen Welt sind in Wilds oft in Rudeln unterwegs. Da ein Kampf gegen gleich vier dieser Bestien aber ziemlich aussichtslos erscheint, kann ich den Doshaguma mithilfe eines Dungpots von seiner Gruppe isolieren.
Jeder gegen jeden
Habe ich das flauschige Biest mit einem dieser Töpfe beworfen, rennt es aufgeschreckt davon und macht sich damit »verwundbar«. Natürlich ist auch ein einzelne Doshaguma noch immer kräftig genug, um meine Jägerin widerstandslos durch die Gegend zu schubsen. Zumal ich als unerfahrener Narr im Lager zur Energieklinge greife und nicht ahne, dass diese Waffe zu den wohl komplexesten im ganzen Spiel zählt.
Dass ich den Doshaguma trotzdem nach einer langen Jagd in die Knie zwinge, verdanke ich zwei Dingen:
- Erstens rufe ich mithilfe eines Leuchtfeuers nach Verstärkung. Normalerweise kommen so einige echte Spieler mit ihren Jägern zu Hilfe, ist aber niemand gerade verfügbar, rücken stattdessen ein paar computergesteuerte Streiter an.
- Zweitens zieht in Verlauf des Gefechts ein beeindruckendes Gewitter auf, dessen Blitz hier und dort gar im Boden einschlagen und dem Kampf damit eine ungeahnte dramatische Atomsphäre verleihen. Vor allem lockt der Sturm aber einen Rey Dau an. Einen Blitzdrachen, das mächtigste Raubtier dieser Region.
Die NPC-Jäger rücken meiner Beute bereits ganz schön zu Leibe, doch auch der Rey Dau schlägt sich überraschend auf meine Seite. Es entbrennt ein Kampf zwischen den Monstern, auf den Godzilla und Mothra stolz wären. Dem Blitzatem des Drachen kann der Doshaguma aber kaum was entgegensetzen.
Verletzt und humpelnd zieht er sich in eine Sackgasse zurück, wo ich dem angeschlagenen Tier schließlich den Rest gebe. Ich fühle mich ein wenig wie der mieseste Killstealer der Geschichte, aber das war ja auch erst mein zweites Monster überhaupt!
Ob noch viele mehr folgen werden? Das muss sich zeigen. Spaß hatte ich in der kurzen Zeit mit Monster Hunter Wilds, aber gerade die Technik zeigt, dass es noch lange nicht fertig ist. Bei der Pressedemo waren eine schwankende Framezahl, flackernde Ränder und nervige Pop-Ups durchweg bemerkbar.
Aber wir sind auch noch über ein halbes Jahr von einem Release entfernt. Wahrscheinlich sogar länger. Irgendwann 2025 soll das Action-Rollenspiel erst erscheinen. Ob es dann die Erwartungen erfüllt und die Open World das bewährte Spielkonzept noch weiter verfeinert, überlasse ich dann den wahren Monster-Hunter-Experten.
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