Motorola Edge 70 im Test: Eines der schönsten und schlanksten Handys des Jahres

Das Motorola Edge 70 begeistert im Test mit einem ultradünnem und richtig schicken Design. Wer es so schlank will, muss jedoch mit Kompromissen leben.

Das Motorola Edge 70 macht im Test vieles richtig, kommt aber aufgrund seiner dünnen Bauweise mit typischen Kompromissen. (Bildquelle: GameStar Tech) Das Motorola Edge 70 macht im Test vieles richtig, kommt aber aufgrund seiner dünnen Bauweise mit typischen Kompromissen. (Bildquelle: GameStar Tech)

Ultradünne Smartphones sorgten in diesem Jahr für reichlich Gesprächsstoff. Nachdem Samsung mit dem Galaxy S25 Edge und Apple mit dem iPhone Air allerdings keinen nennenswerten Erfolg verbuchen konnten, versucht es Motorola nun mit seinem Edge 70.

Der Hersteller hat dabei ein kleines Ass im Ärmel: Während die Konkurrenz zum Marktstart über 1.000 Euro für ihre schlanken Handys aufrief, schafft es das Edge 70 für deutlich günstigere 800 Euro ins Händlerregal.

Ist das Edge 70 damit seinen Konkurrenten überlegen? Nun ja, auch hier müsst ihr aufgrund der Bauweise Abstriche in Kauf nehmen. Ich zeige euch, für wen sich das ultradünne Smartphone lohnt – und wer besser zu Alternativen greifen sollte.

Transparenzhinweis: Motorola hat mir das Edge 70 für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor dem Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

Design-Tipp
Motorola Edge 70
Motorola Edge 70
Das Motorola Edge 70 punktet mit seinem dünnen, leichten Design. Optisch ist es ein Hingucker und die strukturierte Rückseite bietet eine schöne Haptik. Das Handy bietet ein helles, scharfes OLED-Display und ein gutes Kamerasystem, allerdings ohne Telezoom. Leistung und Akkulaufzeit sind nur mittelmäßig, dafür liegt die UVP aber deutlich unter der Konkurrenz von Samsung und Apple.
  • Sehr dünn und leicht
  • Schickes Design mit toller Haptik
  • Schönes und helles OLED-Display
  • IP68/IP69-Zertifizierung
  • Gutes Kamerasystem
  • Viele KI-Funktionen
  • Recht kurze Akkulaufzeit
  • Mittelmäßige Leistung
  • Kein Telezoom
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Inhaltsverzeichnis
So habe ich getestet

Ich habe das Motorola Edge 70 über einen Zeitraum von einer Woche so vielseitig wie möglich im Alltag verwendet. Ganz ersetzen konnte ich mein Hauptgerät (iPhone) nicht, da meine Kommunikation größtenteils über iMessage läuft und ich zudem verschiedene Geräte über Apple HomeKit steuere.

Spezifikationen
Motorola Edge 70
Display6,7 Zoll P-OLED, 1.220 x 2.712 Pixel (446 ppi), 120 Hz, 4.500 Nits Peak
Abmessungen159,9 x 74 x 5,99 mm
Gewicht159 g
ProzessorQualcomm Snapdragon 7 Gen 4
RAM12 GB LPDDR5X
Speicher512 GB (nicht erweiterbar)
Hauptkamera50 MP (f/1.8, OIS)
Ultraweitwinkel50 MP (f/2.0, 120°, PDAF)
Frontkamera50 MP (f/2.0)
Akku4.800 mAh
Laden68 W kabelgebunden, 15 W kabellos
BetriebssystemAndroid 16
Updates4 Jahre Android, 6 Jahre Sicherheitspatches
WasserschutzIP68/IP69
Preis799 Euro (UVP)

Preis und Verfügbarkeit

Das Motorola Edge 70 kostet 799 Euro (UVP) und ist ausschließlich mit 512 GByte Speicher erhältlich. Zur Auswahl stehen die Pantone-Farben Bronze Green, Gadget Grey und Lily Pad.


Lieferumfang

Der Lieferumfang des Motorola Edge 70 ist überschaubar, fällt aber zumindest umfangreicher aus als beispielsweise bei Sony – hier gibt es ja nicht einmal mehr ein Ladekabel.

Im Paket befinden sich:

  • Motorola Edge 70
  • USB-C-auf-USB-C-Kabel (1 Meter)
  • Transparente Schutzhülle aus hartem Kunststoff mit Magnetring
  • SIM-Eject-Tool
  • Kurzanleitung

Ein Netzteil legt Motorola nicht bei. Da das Smartphone das Schnellladen mit bis zu 68 Watt unterstützt, solltet ihr euch ein entsprechend starkes Ladegerät zulegen, sofern ihr keines besitzt.

Die mitgelieferte Schutzhülle besitzt einen integrierten Magnetring auf der Rückseite. Dieser ist kompatibel mit MagSafe-Zubehör wie PopSockets oder magnetischen Ladegeräten. Das ist ein praktisches Detail, das nicht selbstverständlich ist.

Eine Displayschutzfolie ist ab Werk nicht aufgebracht, sodass ihr selbst für entsprechenden Schutz sorgen solltet, um den Bildschirm vor Kratzern zu schützen.


Video starten 9:24 Motorola Edge 70: Die günstige Alternative zu iPhone Air und Samsung Galaxy S25 Edge?


Design und Verarbeitung

Optisch setzt Motorola beim Edge 70 auf ein Design mit Farben aus dem bekannten Pantone-Farbreferenzsystem sowie einer stoffartigen Textur auf der Rückseite. Das unterscheidet das Gerät von vielen Konkurrenten und verleiht ihm einen modernen Look.

Mein Testmuster in »Bronze Green« sieht richtig schick aus und fühlt sich gut an. Die strukturierte Rückseite besteht aus einem nyloninspirierten Silikonfinish und bietet eine schöne Haptik. Es ist weicher und wärmer als Glas, nimmt dem Gerät aber auch ein Stück weit die Wertigkeit von Glas.

Marinus Martin
Marinus Martin

Marinus ist langjähriger iPhone-Nutzer und testet seit 2024 auch diverse Android-Smartphones für GameStar Tech. Den neuen Trend der ultradünnen Handys verfolgte er mit kritischen Augen – einige Kompromisse, wenig Mehrwert. Daher war Marinus besonders gespannt, ob Motorola beim Edge 70 einen anderen Weg einschlagen wird.

Der Rahmen besteht aus Aluminium und ist hochwertig verarbeitet. Ich finde keine unsauberen Übergänge oder scharfe Kanten. Die Verarbeitung ist insgesamt makellos.

Mit 159 Gramm fühlt sich das Edge 70 in der Hand sehr leicht an. Mit 5,99 Millimetern an der dünnsten Stelle ist es wirklich schlank, auch wenn Galaxy S25 Edge (5,84 Millimeter) und iPhone Air (ca. 5,64 Millimeter) das unterbieten.

Das Motorola Edge im Vergleich zum Poco F8 Pro (8 Millimeter) – ein gutes Stück schlanker. (Bildquelle: GameStar Tech) Das Motorola Edge im Vergleich zum Poco F8 Pro (8 Millimeter) – ein gutes Stück schlanker. (Bildquelle: GameStar Tech)

Aber wie bei allen ultradünnen Smartphones, wird bei der Angabe der Dicke die Kamerainsel außen vor gelassen. Sie steht auch beim Edge 70 deutlich aus dem Gehäuse heraus.

Trotz der geringen Dicke liegt das Edge 70 gut in der Hand. Die Breite von 74 Millimetern macht das Gerät noch halbwegs einhändig bedienbar, auch wenn ihr für die oberen Ecken das Handy etwas in der Hand wandern lassen müsst.

Die physischen Tasten und Anschlüsse:

  • Links sitzt eine dedizierte KI-Taste für den schnellen Zugriff auf Moto AI.
  • Rechts befinden sich Ein-/Ausschalter und Lautstärkewippe. Die Tasten haben einen guten Druckpunkt und sitzen stramm im Gehäuse.
  • An der Unterseite finden USB-C-Buchse, SIM-Kartenschacht, Lautsprecher und das Hauptmikrofon ihren Platz.
  • Der zweite Lautsprecher sitzt oberhalb des Displays zwischen Bildschirm und Rahmen.

Die IP68/IP69-Zertifizierung macht das Edge 70 widerstandsfähig gegen Wasser und Staub und schützt sogar vor Hochdruckwasser.

Der Fingerabdrucksensor sitzt unter dem Display und arbeitet mit optischer Technologie. Er funktioniert zuverlässig und entsperrt das Gerät sehr schnell, auch bei leicht feuchten Fingern.


Display

Das 6,7 Zoll große OLED-Display arbeitet mit einer variablen Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz, die Auflösung liegt bei Full-HD+ (1.220 x 2.712 Pixel).

Die Bildqualität ist hervorragend: Mit einer Pixeldichte von 446 ppi ist das Display schön scharf, die Farben sind kräftig, die Kontraste exzellent. Die 120-Hertz-Bildwiederholrate sorgt für eine flüssige Darstellung. Ob beim Scrollen durch Menüs oder beim Gaming – alles läuft geschmeidig.

Motorola gibt die Spitzenhelligkeit mit 4.500 Nits an. Das dürfte sich allerdings auf die HDR-Spitzenhelligkeit bei kleinen Flächen beziehen, nicht auf die vollflächige Helligkeit, die etwa bei Sonnenschein ausgegeben wird.

In der Praxis ist das Display allerdings hell genug, um Inhalte bei Sonnenschein ablesen zu können; subjektiv aber nicht so hell wie viele Konkurrenten, beispielsweise das Poco F8 Pro mit 2.000 Nits.


Prozessor und Speicher

Das Motorola Edge 70 setzt auf den Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4 – Qualcomms aktuellen Mittelklasse-Chip. Der Prozessor verspricht gegenüber der Vorgängergeneration mehr CPU-Leistung und 30 Prozent mehr GPU-Performance.

Im Geekbench-Benchmark erreichte das Handy 1.351 Punkte im Single-Core und 4.158 Punkte im Multi-Core-Test. Lässt man mal das ganze Design außen vor, ist das für ein 800-Euro-Handy recht wenig und liegt nur in etwa auf dem Niveau eines Samsung Galaxy A56 (UVP: 479 Euro)

Bei der Gesamtleistung im AnTuTu-Benchmark erzielt das Edge 70 1.421.254 Punkte. Damit nähert es sich leistungsseitig immerhin dem Google Pixel 10 Pro XL an, bleibt aber deutlich hinter vielen Konkurrenten zurück.

Geekbench CPU Single Core

  • Bewertung
Redmagic 11 Pro
3704
Samsung Galaxy S25
3248
Samsung Galaxy S25 Ultra
3201
Honor Magic7 Pro
3186
Redmagic 10S Pro
3154
Samsung Galaxy Z Fold 7
3136
Nubia Z70 Ultra
3135
Sony Xperia 1 VII
3007
Poco F8 Pro
2931
Xiaomi 15T Pro
2537
Samsung Galaxy Z Flip 7
2457
Google Pixel Pro XL
2341
Poco F7 Pro
2216
Nothing Phone (3)
2201
Poco F7
2078
Samsung Galaxy A56
1359
Motorola Edge 70
1351
Nothing Phone (3a) Pro
1167
Samsung Galaxy A36
1080
Sony Xperia 10 VII
1029
Samsung Galaxy A26
1012
CMF Phone 2 Pro
1003
Poco M7 Pro
945
HMD Fusion
922
  • 0
  • 760
  • 1520
  • 2280
  • 3040
  • 3800

Geekbench CPU Multi Core
Motorola Edge 70

  • Bewertung
Redmagic 11 Pro
11770
Samsung Galaxy S25
10188
Samsung Galaxy S25 Ultra
10137
Redmagic 10S Pro
9912
Honor Magic7 Pro
9863
Samsung Galaxy Z Fold 7
9759
Nubia Z70 Ultra
9602
Poco F8 Pro
9085
Sony Xperia 1 VII
8912
Samsung Galaxy Z Flip 7
8056
Xiaomi 15T Pro
7728
Nothing Phone (3)
7020
Poco F7 Pro
6700
Google Pixel 10 Pro XL
6441
Poco F7
6434
Motorola Edge 70
4158
Samsung Galaxy A56
3884
Nothing Phone (3a) Pro
3273
Sony Xperia 10 VII
2945
Samsung Galaxy A36
2945
Samsung Galaxy A26
2858
CMF Phone 2 Pro
2783
Poco M7 Pro
2315
HMD Fusion
2226
  • 0
  • 2400
  • 4800
  • 7200
  • 9600
  • 12000

AnTuTu Benchmark
Motorola Edge 70

  • Bewertung
Redmagic 11 Pro
3987368
Poco F8 Pro
3119124
Redmagic 10S Pro
2859587
Honor Magic7 Pro
2765339
Samsung Galaxy S25 Ultra
2721019
Xiaomi 15T Pro
2677645
Samsung Galaxy S25
2676028
Nubia Z70 Ultra
2461787
Samsung Galaxy Z Fold 7
2292255
Sony Xperia 1 VII
2192908
Nothing Phone (3)
2012758
Poco F7 Pro
2007206
Poco F7
1943634
Samsung Galaxy Z Flip 7
1780698
Google Pixel 10 Pro XL
1522927
Motorola Edge 70
1421254
Samsung Galaxy A56
906542
Sony Xperia 10 VII
867875
Nothing Phone (3a) Pro
820500
CMF Phone 2 Pro
688504
Samsung Galaxy A36
614277
Samsung Galaxy A26
583689
Poco M7 Pro
463683
HMD Fusion
444558
  • 0
  • 800000
  • 1600000
  • 2400000
  • 3200000
  • 4000000

In der Praxis ist die Leistung für die meisten Aufgaben ausreichend: Apps öffnen sich schnell, Multitasking mit mehreren geöffneten Apps funktioniert dank 12 GByte Arbeitsspeicher problemlos. Bei Social Media, Surfen, Streaming oder kleinen Spielen fällt der Leistungsunterschied zur Oberklasse nicht auf.

So teste ich die Performance
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Ich teste die Leistungsfähigkeit von Smartphones einerseits mit Apps und Spielen im Alltag. Gleichzeitig messe ich die CPU- sowie Gesamtperformance mit den Benchmark-Apps »Geekbench 6« sowie »AnTuTu Benchmark«, um eine objektive Vergleichbarkeit zwischen Smartphones herzustellen. Geekbench prüft die Single- und Multi-Core-Performance des Gerätes, AnTuTu die Gesamtleistung. Beide Programme geben am Ende eine Punktzahl aus und bieten auf ihrer Webseite zudem ein Ranking mit vielen anderen Geräten an.

Bei anspruchsvolleren Spielen zeigt sich allerdings die Grenze: »Genshin Impact« wird grafisch mit den Werkseinstellungen sehr heruntergeregelt. Das zeigt sich unter anderem am Schatten der Spielfigur, der nur ein diffuser Fleck ist und keine Details aufweist. Flüssig läuft das Spiel aber trotzdem.

Die schwache Leistung sieht beim Edge etwa bei Genshin Impact. Hier gibt es beim Schatten der Spielfigur keinerlei Details. (Bildquelle: GameStar Tech) Die schwache Leistung sieht beim Edge etwa bei Genshin Impact. Hier gibt es beim Schatten der Spielfigur keinerlei Details. (Bildquelle: GameStar Tech)

Aktiviert man den Leistungsmodus auf dem Handy, wird die Grafik des Spiels besser – das geht dann allerdings zulasten der Akkulaufzeit.

Das Edge 70 ist hierzulande ausschließlich mit 12 GByte LPDDR5X-Arbeitsspeicher und 512 GByte Gerätespeicher erhältlich. Der Speicher lässt sich nicht erweitern.


Akkulaufzeit

Der 4.800-mAh-Akku ist für so ein ultradünnes Smartphone recht groß. Das iPhone Air kommt auf nur 3.149, das Galaxy S25 Edge auf 3.900 mAh.

Motorola setzt hier auf die neue Silizium-Kohlenstoff-Anoden-Technologie, die bei gleicher Größe eine höhere Kapazität ermöglicht.

PCMark Akku-Benchmark

  • Bewertung
Sony Xperia 1 VII
26,18
HMD Fusion
26,15
Sony Xperia 10 VII
21,05
Poco F8 Pro
20,10
Xiaomi 15T Pro
20,08
Nothing Phone (3a) Pro
18,55
CMF Phone 2 Pro
18,40
Google Pixel 10 Pro XL
18,34
Poco F7 Pro
18,09
Poco F7
18,09
Samsung Galaxy S25 Ultra
18,02
Poco M7 Pro
17,57
Samsung Galaxy S25
17,37
Nothing Phone (3)
17,18
Samsung Galaxy A36
16,16
Samsung Galaxy A56
15,49
Honor Magic7 Pro
14,38
Motorola Edge 70
13,49
Redmagic 11 Pro
12,57
Redmagic 10S Pro
12,57
Nubia Z70 Ultra
9,47
  • 0,00
  • 6,00
  • 12,00
  • 18,00
  • 24,00
  • 30,00

Im PCMark-Benchmark erreichte das Gerät 13:49 Stunden. Damit liegt es vor dem Edge 25 (11:30 Stunden), aber deutlich hinter »normalgroßen« Smartphones, die mittlerweile häufig 18 Stunden und mehr im Benchmark erzielen.

In der Praxis bedeutet das: Bei normaler Nutzung solltet ihr problemlos durch den Tag kommen. Anderthalb Tage sind möglich, wenn ihr sparsamer mit dem Gerät umgeht.

So teste ich die Akkulaufzeit
Zum Ausklappen tippen / klicken

Ich verwende die Android-Software »PCMark«, um einen Akkubenchmark durchzuführen und eine Vergleichbarkeit mit anderen Smartphones zu schaffen. Die App erledigt dabei Alltagsaufgaben wie Web-Browsing, Video-Wiedergabe, Textverarbeitung und Bildbearbeitung, bis der vollständig aufgeladene Akku unter 20 Prozent fällt. Am Ende gibt das Programm eine Zeitdauer als Gesamtergebnis aus.

Das Schnellladen funktioniert mit bis zu 68 Watt per Kabel. Das ist nicht rekordverdächtig – Hersteller wie Poco oder Honor bieten inzwischen 90 bis 100 Watt – aber dennoch ordentlich. Ein leerer Akku ist in etwa 50 Minuten wieder voll.

Darüber hinaus unterstützt das Edge 70 kabelloses Laden mit bis zu 15 Watt. Der Magnetring in der mitgelieferten Hülle macht das kabellose Laden mit MagSafe-kompatiblen Ladepads komfortabel, da nichts verrutscht.


Kamera

Das Kamera-System des Motorola Edge 70 ist richtig gut, auch wenn ihm durch den fehlenden Telezoom etwas Flexibilität fehlt.

Das Kamera-Setup umfasst:

  • Hauptkamera: 50 Megapixel, f/1.8, OIS (optische Bildstabilisierung)
  • Ultraweitwinkel: 50 Megapixel, f/2.0
  • Frontkamera: 50 Megapixel, f/2.0

Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera sehr gute Ergebnisse: Die Aufnahmen sind detailreich, besitzen eine gute Schärfe und natürliche Farben. Die optische Bildstabilisierung sorgt für scharfe Bilder ohne Verwacklungen.

Der digitale Zoom der Hauptkamera bietet bei zweifacher Vergrößerung ebenfalls noch eine gute Qualität.

Die Aufnahmen der Ultraweitwinkelkamera sehen bei Tageslicht richtig gut aus. Die Auflösung ist hoch, Details bleiben erhalten und Verzerrungen hält Motorola gut in Grenzen.

Beispielaufnahmen:

Bei wenig Licht schwächelt das Kamerasystem etwas: Die Hauptkamera macht noch gute Aufnahmen mit ausreichend Details, allerdings versagt der Ultraweitwinkel. Die Aufnahmen sind sehr weichgezeichnet und detailarm.

Das unterscheidet das Edge 70 von teureren Kamera-Handys wie dem Google Pixel 10 Pro XL, bei dem auch die Nebenlinsen bei wenig Licht noch gute Ergebnisse liefern.

Beispielaufnahmen:

Die Frontkamera mit 50 Megapixeln macht bei Tageslicht sehr gute Selfies mit natürlichen Hauttönen. Bei weniger Licht sind die Aufnahmen allerdings weichgezeichnet und detailarm. Bei Videochats oder Selfies in Innenräumen solltet ihr also für ausreichend Licht sorgen.

Bei direktem Tageslicht Bei weniger Licht im Innenraum Bei direktem Tageslicht Bei weniger Licht im Innenraum

Bei gutem Licht entstehen schöne Aufnahmen – bei weniger Licht schwächelt die Frontkamera aber sichtbar. (Bildquelle: GameStar Tech)

Kurzfazit zur Kamera: Das Kamerasystem liegt aus meiner Sicht auf einem hohen Niveau und liefert richtig gute Aufnahmen, wenn das Licht stimmt. Es bietet durch den fehlenden Telezoom allerdings weniger Flexibilität. Wer ohnehin meist im Weitwinkel fotografiert und selten weit entfernte Motive heranholen will, wird den fehlenden optischen Zoom verschmerzen können.


Lautsprecher

Das Stereo-Lautsprechersystem des Motorola Edge 70 klingt recht dünn – die Lautstärke ist hoch, ohne zu übersteuern, aber der Klang ist sehr mitten- und höhenbetont.

Das ist bei einem so dünnen Gehäuse auch nicht überraschend – für ausgewogenen Klang braucht es Volumen, das hier einfach nicht vorhanden ist.

Für TikTok, Instagram oder YouTube-Videos reicht die Qualität aus. Für längeres Musik- oder Podcast-hören würde ich aber zu Bluetooth-Lautsprechern oder Kopfhörern greifen.


Konnektivität

Motorola bietet beim Edge 70 eine umfangreiche Konnektivität an.

Die Ausstattung umfasst:

  • 5G
  • WiFi 6E
  • Bluetooth 5.4
  • NFC
  • GPS, GLONASS, Galileo, BDS, QZSS
  • USB-C 2.0
  • Dual-SIM (Nano-SIM + eSIM)

Ein möglicher Nachteil: Die USB-C-Schnittstelle entspricht nur dem 2.0-Standard. Das bedeutet deutlich langsamere Datenübertragung als bei USB 3.2. Wenn ihr regelmäßig Daten auf oder von einem PC übertragt, kann das nerven. In dieser Preisklasse wäre USB 3.2 wünschenswert gewesen.


Betriebssystem und Updates

Das Motorola Edge 70 läuft mit Android 16 und Motorolas eigener Benutzeroberfläche, die nah am Stock-Android gehalten ist. Das ist die von Google bereitgestellte, unveränderte Android-Oberfläche. Das System ist aufgeräumt und übersichtlich.

Bloatware gibt es kaum: Nur wenige Drittanbieter-Apps sind vorinstalliert, die sich aber schnell deinstallieren lassen.

Update-Garantie: Motorola verspricht vier Jahre Android-Updates und sechs Jahre Sicherheitspatches. Das ist gerade im Hinblick auf die großen OS-Updates doch recht wenig, denn andere Hersteller wie Samsung mittlerweile sieben Android-Updates liefern. Immerhin wird das Edge 70 relativ lange mit Sicherheits-Updates versorgt.

Moto AI Features

Eines der größer beworbenen Features des Edge 70 ist die neue Moto AI. Über die dedizierte KI-Taste auf der linken Seite habt ihr schnellen Zugriff auf verschiedene KI-Funktionen:

Creativity Tools:

  • Image Studio: Generiert Bilder aus Skizzen, erstellt Avatare und Sticker
  • Playlist Studio: Erstellt kuratierte Musik-Playlists basierend auf euren Wünschen

Productivity Tools:

  • Achtgeben: Zeichnet Audio auf, transkribiert und fasst zusammen
  • Merken: Speichert Texte und Bilder als Erinnerungen
  • Fragen/suchen: Beantwortet Fragen per Text, Sprache oder Bilderkennung
  • Was gibt es Neues?: Fasst Benachrichtigungen zusammen

Motorola integriert viele KI-Funktionen. (Bildquelle: GameStar Tech) Motorola integriert viele KI-Funktionen. (Bildquelle: GameStar Tech)

Darüber hinaus könnt ihr zwischen verschiedenen KI-Modellen wählen: Neben Googles Gemini bietet Motorola auch Zugriff auf Copilot Vision und Perplexity für kontextbasierte Suchen.

Allerdings benötigt ihr für die Nutzung ein Motorola-Konto und eine Internetverbindung. Nicht alle Features funktionieren offline.

Insgesamt hat Motorola die KI-Funktionen gut ins System integriert. Die Vielfalt an Funktionen ist groß und sie dürften dem einen oder anderen Nutzer einen echten Mehrwert bieten.


Für wen lohnt sich der Kauf des Moto Edge 70?

Das Motorola Edge 70 lohnt sich für euch, wenn...

  • ihr ein sehr dünnes und leichtes Smartphone sucht.
  • euch das Design mit Pantone-Farben und Stofftextur gefällt.
  • euch eine gute Haupt- und Ultraweitwinkelkamera reicht.
  • euch der IP68/IP69-Schutz wichtig ist.

Weniger geeignet ist das Gerät, wenn...

  • ihr eine flexible Kamera mit Telezoom braucht.
  • ihr leistungshungrige Mobile Games spielt.
  • ihr eine lange Akkulaufzeit wollt.

Mögliche Alternativen zum Motorola Edge 70

Samsung Galaxy S25 Edge: Noch dünner mit 5,8 Millimetern, mit 200-Megapixel-Hauptkamera und längerem Update-Support (7 Jahre). In unserem Benchmark etwas kürzere Akkulaufzeit, aber dafür inzwischen extrem im Preisgefallen: Ab 599 Euro statt ehemals 1.199 Euro.

Xiaomi 15T Pro: Bietet deutlich mehr Leistung, eine bessere Kamera mit Leica-Optimierung und 90-Watt-Schnellladen. Allerdings deutlich dicker und schwerer. Preislich liegt es ab etwa 600 Euro – eine echte Alternative für alle, denen Leistung und Kamera wichtiger sind als Dünnheit.

Samsung Galaxy S25: Das normale S25 bietet mehr Performance dank Snapdragon 8 Elite, eine bessere Kamera und sieben Jahre Updates. Es ist mit etwa 8,2 Millimetern zwar dicker, aber immer noch schlank. Der Preis liegt bei etwa 600 Euro aufwärts.


Fazit

Beim Motorola Edge 70 bin ich hin- und hergerissen. Ich finde das Design klasse – das Handy ist mit seinen Pantone-Farben und der strukturierten Rückseite richtig schick und sehr leicht. Gleichzeitig ist es robust, hat ein schönes OLED-Display und eine gute Kamera.

Allerdings kommt es wie seine Konkurrenten von Apple und Samsung mit Kompromissen: Die Akkulaufzeit ist mittelmäßig und das Handy bietet im Gegensatz zu beiden Konkurrenten relativ wenig Leistung, zumindest für anspruchsvollere Aufgaben. Das mag dem günstigeren Preis geschuldet sein.

Daher dürfte das Edge 70 vor dem gleichen Problem stehen: Warum sollte ich es kaufen, wenn ich für den Preis besser ausgestattete Smartphones bekomme, die nur etwas dicker und schwerer sind?

Für wen lohnt sich das Edge 70 also? Für alle, die bewusst ein ultradünnes Smartphone suchen und dafür vor allem Kompromisse bei Akkulaufzeit und Leistung eingehen möchten. Wer das Design liebt und nicht der Vielzocker oder ambitionierte Hobbyfotograf ist, bekommt ein gutes Mittelklasse-Smartphone mit Charakter.

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