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Ninja Turtles: Splintered Fate - Das Koop-Abenteuer hat mir gleich zwei langersehnte Träume erfüllt

Das Koop-Roguelite TNMT: Splintered Fate begeistert mich zwar sehr, doch gleichzeitig erinnert es mich an eine bittere Wahrheit.

In Splintered Fate trefft ihr diverse Male auf das mutierte Krokodil Leatherface. In Splintered Fate trefft ihr diverse Male auf das mutierte Krokodil Leatherface.

Teenage Mutant Ninja Turtles: Splintered Fate hat mir gleich zwei langgehegte Träume erfüllt. Nicht nur gibt es endlich ein gutes Turtles-Spiel abseits des Beat'em-Up-Genres, auch kann ich endlich Hades im Koop spielen. Also natürlich nicht wirklich Hades, aber zumindest etwas Vergleichbares.

Zwar ist das Roguelite nicht perfekt, doch ohne Zweifel ein solides Actionspiel mit hohem Wiederspielwert und einer herausragend umgesetzten Turtles-Lizenz. Leider erinnert mich das auch daran, was mir als Fan seit Jahrzehnten entgangen ist. Zu viele Publisher scheuen sich einfach, für die Turtles echte Mühe aufzubringen.

Tristan Gudenrath
Tristan Gudenrath

Als Kind spielte Tristan stundenlang TMNT 2: Back From the Sewers auf dem Gameboy seiner Tante. Es sollte aber fast 20 Jahre dauern, bis er das erste Mal die Credits zu sehen bekam. Das nächste Spiel konnte also kommen! Doch, oh weh! Es gibt fast 30 Turtles-Titel, aber vielleicht fünf davon sind überhaupt einen Versuch wert.

Darum geht's: Euer Adoptiv-Vater Meister Splinter wird auf mysteriöse Art und Weise entführt. Also schlüpft ihr in die Rolle der Turtles und versucht ihn wieder nach Hause zu bringen. Hauptverdächtiger ist euer Erzrivale Shredder, doch schnell stellt sich heraus, dass mehr hinter der Entführung steckt.

Hades mit einem coolen Twist: Im Kern erinnert Splintered Fate stark an das Roguelite Hades. Ihr wählt eure Waffe beziehungsweise euren Charakter aus, kämpft euch von Raum zu Raum und erhaltet als Belohnung eine Auswahl unterschiedlicher Fähigkeiten. Am Ende jeder Ebene gibt es einen herausfordernden Bossgegner, der in verschiedenen Varianten auftreten kann.

Außerdem sammelt ihr verschiedene Währungen, mit denen ihr temporäre und permanente Verbesserungen kaufen könnt und so langfristig immer stärker werdet. Das Highlight dürfte aber der optionale Koop-Modus sein, mit dem ihr euch lokal oder online mit bis zu drei Freunden ins Abenteuer stürzen könnt. Das funktioniert tadellos, auch wenn bei einer höheren Spielerzahl gerne mal Chaos ausbricht.

Das Spielprinzip ist bewährt und macht weiterhin großen Spaß. Auch, weil Splintered Fate zu jeder Zeit einen wertigen Eindruck macht und weiß, was es will.

Abzüge in der B-Note: Zwar spielen sich die jeweiligen Turtles sehr unterschiedlich, jedoch wirken sich die eingesammelten Fähigkeiten nur bedingt auf den grundlegenden Spielstil aus, wodurch sich die einzelnen Runden schnell etwas repetitiv anfühlen. Auch die Gegner könnten etwas abwechslungsreicher sein, insbesondere optisch.

Die Kämpfe fühlen sich schön wuchtig an. Umso ärgerlicher, dass gerade das Ausweichen im Vergleich zu Hades manchmal etwas grob wirkt. Außerdem könnte die Auflösung der Grafik besser sein, auch wenn der Look insgesamt stimmig ist. Hier fällt auf, dass der Titel interessanterweise ursprünglich fürs Smartphone entwickelt wurde. Durch die Cartoon-Grafik stört mich das persönlich aber kaum.

Für wen ist das Spiel? Ich empfehle das Spiel allen Turtles-Fans, die Lust auf eine nette Herausforderung haben. Auch Fans von Hades rate ich, zumindest mal reinzuschauen. Zwar reicht es nicht ganz an die Qualität des geistigen Vaters heran, dennoch solltet ihr Spaß daran haben – auch aufgrund des optionalen Koop-Modus.

Video starten 0:45 The Last Ronin angekündigt: So düster wurde es um die Ninja Turtles noch nie zuvor!

Indie-Studios holen die Fans aus der Krise

Es gibt zwar beinahe 30 unterschiedliche Turtles Spiele, doch mit wenigen Ausnahmen fühlen sie sich eher nach einer endlos wirkenden Anreihung seelenloser Lizenzgurken an, die aus den beiden immer gleichen Genres Action-Plattformer und Beat'em-Up besteht.

Seit 2023 sind fünf Turtles-Spiele veröffentlicht worden, darunter die ersten drei Indie-Titel: das Kampfspiel Shredder's Revenge, der Taktik-Titel Tactical Takedown und das Roguelite Splintered Fate. Interessanterweise sind es laut Metacritic, Steam und meinen Erfahrungswerten die ersten wirklich guten Titel seit fast drei Jahrzehnte! Wie ist das möglich, wenn doch regelmäßig bekannte Publisher am Werk sind?

Das Interesse scheint groß genug zu sein, um fast jedes Jahr(!) ein neues Turtles-Spiel zu veröffentlichen und regelmäßig als Cameo in Titeln wie CoD, Street Fighter und Tony Hawk's Pro Skater aufzutauchen. Aber um mal Geld und vor allem Zeit in die Hand zu nehmen, reicht das Vertrauen in die Marke offenbar nicht. Vielleicht wird die Lizenz auch einfach vergeben, ohne irgendwelche qualitativen Forderungen zu stellen.

Und das macht mich traurig. Wenn drei Indie-Studios so coole Titel auf die Beine stellen können, was wäre dann erst mit tatkräftiger und finanzieller Unterstützung möglich? Die sollte eigentlich etwa das 2023 angekündigte Action-Rollenspiel TMNT: The Last Ronin erhalten. Aber dann kam die Embracer Group um die Ecke und hat 2024 die Hälfte der Belegschaft entlassen. Meine Erwartungen sind daher jetzt ziemlich gedämpft – überraschen lasse ich mich aber gerne.

Auch bei Marken wie The Walking Dead, King Kong oder Adventure Time frage ich mich, warum es immer wieder neue Spiele gibt, aber fast alle davon irgendwo unterhalb der Mittelmäßigkeit enden. Aber das Fass mache ich jetzt lieber nicht noch auf. Freuen wir uns lieber, dass es noch viele andere tolle Spiele auf dem Markt gibt. Etwa Wuchang: Fallen Feathers. Unseren ausführlichen Test dazu findet ihr in der Box oben.

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