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No Man’s Sky: Warum jetzt ein idealer Zeitpunkt ist, ihm eine Chance zu geben

Die faszinierende Weltraum-Sandbox ist aktuell auf Steam und GOG reduziert, kann plötzlich Aufbauspiel … und eigentlich auch alles andere, was ihr euch von einer Open World wünscht.

von Heiko Klinge,
11.09.2021 07:23 Uhr

Ich kann mit Sandbox-Spielen eigentlich nichts anfangen und von Survival-Elementen halte ich genau eines: Abstand. Und trotzdem verliere ich mich seit Monaten jede Woche aufs Neue in den unendlichen Weiten von No Man's Sky. Wie passt das zusammen?

Jetzt ist eine Spitzengelegenheit, euch das mal zu erklären. Denn zum einen gibt's No Man's Sky gerade um 50 Prozent reduziert bei GOG.com und Steam, zum anderen ist am 1. September 2021 mit Frontiers ein umfangreiches Update erschienen. Ein letzter Dominostein, der die Steam-Reviews nach einem völlig verkorksten Release und fünf Jahren beispielloser Produktpflege erstmals ins Positive kippen ließ.

Und ein guter Grund, diesem in vielerlei Hinsicht erstaunlichen Spiel eine Chance zu geben. Für Game-Pass-Abonnenten übrigens ohne Zusatzkosten, denn dort gehört das Spiel seit Juni 2020 zum Line-up.

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Was No Man's Sky schon immer war

Eine Entdeckungsreise: Im Kern spielt sich No Man's Sky relativ simpel. In einem schier endlosen, prozedural generierten Universum fliege ich von Planet zu Planet und baue Rohstoffe ab, mit denen ich tonnenweise Zeug crafte, das wiederum cooleres Zeug ermöglicht.

Was sich allerdings zum Release schon nach wenigen Stunden als öde Beschäftigungstherapie entpuppte, wurde über die Jahre zu einer faszinierenden Entdeckungsreise, bei der ich selbst nach Hunderten Spielstunden noch Neues entdecke.

No Man's Sky Prisms-Update - Screenshots ansehen

Ein motivierendes, aber repetitives Survival-Spiel: Die Menge an Content kann indes nicht darüber hinweg täuschen, dass ich viele Arbeitsschritte tausendfach wiederhole. Weil ich Sauerstoff für meinen Raumanzug benötige, Baumaterial für meine Basis, Treibstoff für mein Raumschiff, Geld für neue Technologien. Aber weil stets eine frische Weltraumkarotte vor meiner Nase baumelt, nervt mich das weitaus weniger als in anderen Survival-Spielen. Und danke unseres Guides komme ich noch den entscheidenden Tick besser voran:

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Was No Man's Sky inzwischen ist

Ein Grafik-Highlight: Dass No Man's Sky sein gesamtes Universum als gigantische Open World inszeniert, fand ich schon zum Release äußerst beeindruckend. Bis heute kann nicht genug davon bekommen, ohne Ladepause vom Weltall in die Atmosphäre eines unerforschten Planeten einzutauchen.

Spätestens seit dem Prisms-Update vom Juni 2021 sieht aber auch alles andere von No Man's Sky zum Anbeißen aus, denn das unterzog das Weltraumspiel einer optischen Generalüberholung. In unterirdischen Höhlen zaubern fluoreszierende Pilze schicke Lichteffekte, Raumschiff- und Stationsoberflächen glänzen herrlich metallisch, Wald- und Wiesen-Planeten laden mit dichtem Grasbewuchs zum Picknick ein, und dank neuer Felleffekte gibt's die prozedural generierte Tierwelt jetzt auch in extraflauschig.

No Man's Sky - Trailer zum Prisms-Update zeigt die grafischen Verbesserungen 1:44 No Man's Sky - Trailer zum Prisms-Update zeigt die grafischen Verbesserungen

Ein Weltraum-Pokémon: Apropos Tierwelt! Seit dem Companions-Update darf ich jedes friedliche Lebewesen des Universums zähmen, füttern, aufziehen, bespielen, Schätze suchen lassen oder auch mit Minenlasern ausstatten. Und ja, wenn mein Vieh groß genug ist, kann ich sogar auf ihm reiten, beziehungsweise fliegen. Falls ich auf den Planeten keinen passenden Gefährten finde, frankensteiner ich mir aus Eiern und Genmaterial einfach meine eigene Kreation.

Ein vollwertiges MMO: Zum Release war ich noch völlig allein im All, inzwischen liefert No Man's Sky unzählige Wege, wie ich mit anderen Astronauten interagieren kann. Egal ob in Koop-Herausforderungen mit bis zu 32 Mitstreitern oder auch nur beim Besuch in selbstgebauten Planetenbehausungen. Am spannendsten finde ich aber die im März 2021 eingeführten Expeditionen. Bei diesen zeitlich limitierten Events starten Tausende am gleichen Punkt des Weltalls und müssen gemeinsam bestimmte Ziele erreichen, was nicht nur durch die besonderen Belohnungen motiviert, sondern auch durchs Neu- oder Wiederentdecken der unzähligen Facetten von No Man's Sky.

Ein Aufbauspiel: Das letzte Update Frontiers erweiterte No Man's Sky Anfang September 2021 um planetare Siedlungen. Die machen die Planeten nicht nur … nunja … belebter, sondern erweitern meine Odyssee sogar um Aufbauspiel-Elemente. Wenn ich mir den Respekt der Siedlungsbewohner verdiene, kann ich nämlich zum Bürgermeister werden und fortan entscheiden, was als nächstes errichtet wird.

No Man's Sky - Trailer zur Frontiers-Erweiterung zeigt Siedlungsbau und neue Monster 1:54 No Man's Sky - Trailer zur Frontiers-Erweiterung zeigt Siedlungsbau und neue Monster

Oder ich fokussiere mich auf die Errichtung meiner eigenen Basis, die mit Hunderten Bauteilen meiner Kreativität wirklich keine Grenzen mehr setzt - vom zwar überarbeiteten aber nach wie vor fummeligen Baumenü einmal abgesehen.

Was No Man's Sky nach wie vor nicht ist

Ein gutes Actionspiel: Ich liebe packende Weltraumschlachten, und in der Theorie bringt No Man's Sky mit zig aufrüstbaren Schiffen, Frachtern, Kreuzern und Waffensystemen eigentlich alles mit. In der Praxis fühlt sich das allerdings nach wie vor nie wirklich dynamisch an, weshalb ich dann doch lieber ein Everspace oder Rebel Galaxy hervorkrame, wenn es im Weltall angemessen knallen soll.

Auch die Shooter-Gefechte am Boden gegen die mysteriösen mechanoiden Sentinels nerven mehr, als dass sie den Puls in die Höhe treiben. Wer packende Space Action sucht, wird mit No Man's Sky wahrscheinlich nie wirklich glücklich werden.

Die Raumschiffkämpfe von No Man's Sky fühlen sich nach wie vor nie wirklich dynamisch an. Die Raumschiffkämpfe von No Man's Sky fühlen sich nach wie vor nie wirklich dynamisch an.

Ein guter Erzähler: Ja, es gibt mittlerweile eine richtige Story-Kampagne in No Man's Sky, die euch sukzessive die wichtigsten Spielelemente beibringt. Dazu unzählige Logs, Missionsbeschreibungen, Dialoge, wasweißich. Aber wenn ihr mich fragt, worum es in No Man's Sky eigentlich geht, zucke ich nur mit den Schultern. Das Ganze wird dermaßen textlastig, lieblos und verschwurbelt präsentiert, dass ich nur Sekunden nach dem Wegklicken eines Dialogs bereits vergessen habe, was da gerade erzählt wurde.

Was mich an No Man's Sky so fasziniert

Der Witz ist: Trotz seiner Schwurbelstory hat mir No Man's Sky einige der schönsten Geschichten meines gesamten Spielerlebens beschert. Aber es sind eben Geschichten, die ich selbst geschrieben habe.

Wie das eine Mal, als ich eigentlich nur ein bisschen Erz abbauen wollte und dabei einen Fluss entdeckt habe, den ich einfach durchschwimmen musste, bis er plötzlich in einem gigantischen unterirdischen See mündete, voller bizarrer Wasserkreaturen. Oder als ich nach einer Quest völlig überraschend meine eigene Raumflotte bekam. Oder dieser eine Planet, wo ich beim Eintritt in die Atmosphäre direkt auf einen ausbrechenden Vulkan zugeflogen bin. Oder als einer der Riesenwürmer nur wenige Meter von meiner Basis entfernt durch den Boden brach. Oder oder oder.

Im Trailer zum Companions-Update seht ihr einen der Sandwürmer in Aktion. 1:37 Im Trailer zum Companions-Update seht ihr einen der Sandwürmer in Aktion.

No Man's Sky hat sich im Laufe der Jahre zu einem gigantischen Abenteuerspielplatz entwickelt, bei dem es so viel zu entdecken und ausprobieren gibt, dass es einfach nie langweilig wird - auch oder gerade weil ihr dabei spielerisch nur selten wirklich gefordert werdet. Es macht die kindliche Neugierde auf faszinierende Weise zum Spielprinzip. Je mehr ihr euch davon bewahren konntet und je größer eure Lust am Entdecken ist, desto mehr Freude werdet ihr an No Man's Sky haben.

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