Mehr Bass, mehr Farbe, mehr Ausdauer - Nothings neuer Budget-Kopfhörer hat mich richtig begeistert

Mit dem Headphone (a) stellt Nothing seinem Headphone (1) einen preiswerteren Ableger zur Seite. Abstriche gibt es, in einem Punkt übertrifft das günstige Modell aber sogar das teure.

Nothings neuer Bluetooth-Kopfhörer ist günstiger, mitunter aber sogar besser als das teurere Modell des Herstellers. (Bildquelle: GameStar Tech) Nothings neuer Bluetooth-Kopfhörer ist günstiger, mitunter aber sogar besser als das teurere Modell des Herstellers. (Bildquelle: GameStar Tech)

Im letzten Jahr hat Nothing mit dem Headphone (1) seinen ersten Bluetooth-Over-Ear-Kopfhörer in den Handel gebracht und mich damit ziemlich beeindruckt. Mit dem Headphone (a) kommt nun ein Budget-Ableger für knapp 160 Euro.

Damit ist der Headphone (a) also nur knapp halb so teuer wie das Vorjahresmodell. Ist er deshalb auch nur halb so gut? Ganz und gar nicht! Ich habe den neuen ANC-Kopfhörer bereits ein paar Tage ausprobiert und bin durchaus angetan.

Technische Spezifikationen
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Nothing Headphone (a)Details
Treiber40 mm, Titan-beschichtet, 20 Hz–40 kHz​
AkkulaufzeitBis 135 Std. ohne ANC (AAC), 75 Std. mit ANC; 90 Std. LDAC ohne ANC
Schnellladen5 Min. für 5–8 Std. Wiedergabe
ANCAdaptiv, 3 Stufen (niedrig/mittel/hoch), Transparenz-Modus
Bluetooth5.4, LDAC/AAC/SBC
Mikrofone4
Gewicht310 g, IP52 (Staub/Wasser)
AnschlüsseUSB-C (Laden/Audio), 3,5 mm Kabel​
Preis159 Euro


Design und Tragekomfort

Der Headphone (a) ist in vier unterschiedlichen Farben erhältlich. (Bildquelle: Nothing) Der Headphone (a) ist in vier unterschiedlichen Farben erhältlich. (Bildquelle: Nothing)

Beim Design bleibt Nothing seiner Linie treu. Der Headphone (a) sieht dem Headphone (1) sehr ähnlich, allerdings gibt es doch ein paar Unterschiede: Die Ohrmuscheln bestehen beim preiswerten Modell nicht aus Aluminium, sondern transparentem Kunststoff.

Die äußere Schale hingegen ist nicht transparent, sondern setzt auf Farbe: je nach Modell weiß, schwarz, pink oder gelb. Mir gefällt das neue Design, vor allem die knalligeren Varianten finde ich schick. Allerdings wirken die Headphone (1) durch ihre Aluminiumschalen minimal wertiger.

Beim Tragen passen sich die Memory-Schaum-Polster in den Ohrmuscheln gut an, auch als Brillenträger spüre ich keinen unschönen Druck. Die Polsterung am Kopfband sorgt für Komfort, selbst bei längeren Audioeinsätzen.


Video starten 11:30 Nothing Phone 4a im Video: So schlägt sich die neue Handy-Mittelklasse im Alltag


Eine kleine Kritik habe ich aber auch bei diesem Modell: Das Material der Ohrpolster, also das Kunstleder, ist sehr anfällig für Hautöle, die sofort glänzende Rückstände hinterlassen und weniger schön aussehen.

Mit 310 g Gewicht und IP52-Schutz gegen Staub, Schmutz und Spritzwasser hält der Kopfhörer auch Schweiß oder Regen aus. Für den Sport würde ich ihn jedoch weniger empfehlen, zumindest wenn ihr euch dabei heftiger bewegt – denn so stramm sitzt der Over-Ear nicht auf dem Kopf.

Unterschiede zum Headphone (1)

Gegenüber dem teureren Modell verzichtet Nothing beim Headphone (1) auf Aluminium. (Bildquelle: GameStar Tech) Gegenüber dem teureren Modell verzichtet Nothing beim Headphone (1) auf Aluminium. (Bildquelle: GameStar Tech)

Aufgrund des niedrigeren Verkaufspreises gibt es zwischen Headphone (a) und Headphone (1) natürlich Unterschiede. Die wichtigsten findet ihr der folgenden Tabelle.

Kopfhörer im Vergleich
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Headphone (1)Headphone (a)
Preis299 Euro UVP, Straßenpreis: ab 230 Euro159 Euro UVP
Farben, MaterialWeiß und Schwarz, Ohrmuscheln aus Aluminium und KunststoffPink, Gelb, Weiß, Schwarz. Ohrmuscheln aus Kunststoff
Treiber40 mm, PU-Membran40 mm, Titanbeschichtung
KlangAusgewogener (KEF-Tuning)Stärkere Betonung des Bassbereichs
AkkulaufzeitBis 80 Std. ohne ANC, 35 Std. mitBis 135 Std. ohne ANC, 75 Std. mit
ANCAdaptive Geräuschunterdrückung in Echtzeit (42 dB)Adaptive Geräuschunterdrückung (40 dB)
TrageerkennungJaNein
Spatial AudioEchtzeit Spatial Audio mit Head-TrackingStatisches Spatial Audio ohne Head-Tracking
Wasser- und StaubschutzIPX2IP52
Mikrofone64

Wie ihr sehen könnt, betreffen die größten Differenzen vor allem das adaptive ANC, also die eigenständige Anpassung der Geräuschunterdrückung an die Umgebung, die Trageerkennung sowie Spatial Audio und die Anzahl der Mikrofone.

In einem Punkt schlägt das günstige Modell sogar das teure: Die Akkulaufzeit fällt deutlich länger aus.

Klang und ANC

Der Klang der Headphone (a) wirkt ausgewogen, aber mit einem etwas stärkeren Bassanteil als beim Headphone (1), bei dem der Sound vom Audiohersteller KEF abgestimmt worden ist. Der 40-Millimeter-Treiber mit Titan-Beschichtung kann aber nicht nur Bass, er liefert auch klare Höhen und Mitten. Extrem detailliert ist der Klang nicht, aber er macht definitiv Spaß.

Das KI-gesteuerte »Dynamic Bass Enhancement« boostet Tieftöne in Echtzeit. Über die App lässt sich der Klang umfassend anpassen. Auf Wunsch könnt ihr den Bass zusätzlich verstärken – ihr könnt ihn aber genauso abmildern, wenn er euch zu stark ist.​

Als Bluetooth-Codec hat Nothing LDAC im Gepäck. Koppelt ihr den Kopfhörer mit einem kompatiblen Gerät, dann erhaltet ihr eine gute Audioqualität bis 24-Bit und 96 kHz.

Die App hält viele Anpassungsoptionen bereit. (Bildquelle: GameStar Tech) Die App hält viele Anpassungsoptionen bereit. (Bildquelle: GameStar Tech)

Spatial Audio nutze ich im Alltag eigentlich nie. Ich finde das Head-Tracking bei Filmen oder Serien ganz nett, da es das Gefühl vermittelt, man würde gar keine Kopfhörer tragen. Bei Musik verwende ich das räumliche Audio allerdings extrem selten.

Der Headphone (a) bietet wie das teurere Modell räumlichen Klang, verzichtet aber auf das Head-Tracking. Wenn euch das wichtig sein sollte, müsst ihr das beachten.

Beim ANC muss ich gestehen, dass ich keinen wirklichen Unterschied zwischen dem Headphone (1) und Headphone (a) feststelle. Das adaptive ANC leistet einen guten Dienst und passt sich ordentlich an wechselnde Umgebungen an.

Insgesamt arbeitet die Geräuschreduzierung stark, auch wenn sie nicht ganz auf dem Top-Niveau von teureren Konkurrenten wie dem Sony WH-1000XM6 liegt.

Bedienung und App

Die Bedienung über Roller und Paddle funktioniert bestens. (Bildquelle: GameStar Tech) Die Bedienung über Roller und Paddle funktioniert bestens. (Bildquelle: GameStar Tech)

Die Bedienung bleibt beim Headphone (a) gleich, was ich sehr schätze. Ich finde nämlich, dass Nothing die Steuerung mit seinen physischen Schaltern ideal gelöst hat:

  • Roller – ein größerer Knopf, der sich drehen lässt, um die Lautstärke zu ändern. Zusätzlich kann er gedrückt werden, um zwischen ANC-Modi zu wechseln oder die Wiedergabe zu stoppen beziehungsweise fortzusetzen.
  • Paddle – ein Wippschalter zum Skippen von Songs sowie zum Vor- und Zurückspulen.

Ich bin kein Fan von Touch-Steuerung und finde die Bedienung über die physischen Tasten richtig gut. Neben dem Roller und dem Paddel gibt es außerdem einen Knopf, der mit unterschiedlichen Funktionen bestückt werden kann (Kameraauslöser, Sprachassistent etc.), einen Pairing-Knopf sowie natürlich den Ein- und Ausschalter.

Ein Feature vermisse ich aber beim günstigeren Modell: Die Trageerkennung, bei der Musik automatisch stoppt oder wiedergegeben wird, wenn man den Kopfhörer auf- oder absetzt. Schade.

Die Nothing X App bietet viele Einstellmöglichkeiten, darunter:

  • Wechsel zwischen ANC ein / aus und Transparenzmodus
  • Bass Enhance-Modus für einen stärker betonten Tieftonbereich
  • Anpassen der physischen Bedienelemente
  • Equalizer (einfach und erweiterter 8-Band-Equalizer)
  • Modus mit niedriger Latenz – etwa für Gaming
  • Wechsel zwischen LDAC und Standard-Codec
  • Räumliches Audio

Akkulaufzeit und Zubehör

Die Laufzeit ist das Highlight des Headphone (a): bis 135 Stunden ohne ANC sind drin und bis zu 75 Stunden mit. Das ist wirklich klasse. Bei meinen privaten Bowers & Wilkins PX8 sind »nur« bis zu 30 Stunden mit ANC drin.

Fünf Minuten Schnellladen bringen bis 8 Stunden Wiedergabe, ein leerer Akku ist in etwa zwei Stunden aufgeladen.

Nothing legt auch dem Headphone (a) neben dem Ladekabel auch ein Kopfhörerkabel mit 3,5 Millimetern bei. So könnt ihr den Kopfhörer an älteren Geräten oder beispielsweise im Flugzeug verwenden.

Was allerdings auch diesem Modell fehlt, ist die Möglichkeit, den Kopfhörer passiv zu betreiben. Auch die Kabelverbindung funktioniert nur, wenn der Headphone (a) eingeschaltet ist.

Gespart hat der Hersteller auch beim Case – statt Hardcase wie beim HeadPhone (1) gibt es lediglich einen Beutel.


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Fazit: Tolles Paket mit wenigen Abstrichen

Stünde ich aktuell vor der Wahl zwischen Headphone (a) und Headphone (1), würde ich wohl zum preiswerteren Kopfhörer greifen. Das ANC ist gut, der Sound macht Spaß und die Akkulaufzeit ist richtig lang. Zudem gefallen mir die neuen, knalligeren Farben.

Aber natürlich muss man Kompromisse in Kauf nehmen: Die fehlende Trageerkennung ist für mich ein klarer Nachteil. Wer gerne Spatial Audio mit Head-Tracking nutzt oder einen ausgewogeneren Klang bevorzugt, muss ebenfalls zum teureren Modell greifen. Für eine UVP von knapp 160 Euro ist das Gesamtpaket allerdings trotzdem sehr stimmig.

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