Seit Jahren nutze ich eine App für 20 Euro und heute habe ich gelernt, dass mein iPhone die Funktion nativ kann

Hat meine Scanner-App jetzt ausgedient?

Scanner- oder Notizen-App? Was ist eigentlich besser? Scanner- oder Notizen-App? Was ist eigentlich besser?

Mein Drucker, mit dem ich mir spinnefeind bin, ist eigentlich eine Drucker-Scanner-Kombi. Fragt mich mal, wann ich das letzte Mal etwas eingescannt habe.

Die Antwort: Keine Ahnung. Mache ich doch mit dem iPhone. Und zwar mit Prizmo. Schon seit sieben Jahren.

Und dann lernte ich das Unvorstellbare.

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe ist Tech-Redakteur und nutzt sein Handy trotzdem nur oberflächlich: Surfen, Ideen für Bücher festhalten, Social Media, auf Discord austauschen, Fotos machen und ab und an zocken – das war’s. Dass in dem Taschenrechner aber noch viel mehr steckt, entgeht ihm manchmal, so auch die native Scan-Funktion von iPhones.

Ach ja, zum Telefonieren nutzt Maxe sein Mobilteil selten. Pffft, wer telefoniert schon mit seinem Handy? 

iPhone 15
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Erhältlich in fünf Farben und mit 128, 256 oder 512 GB Speicher
iPhone 15 Plus
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Erhältlich in fünf Farben und mit 128, 256 oder 512 GB Speicher
iPhone 15 Pro
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Schwankende Verfügbarkeit
iPhone 15 Pro Max
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Wie, mein iPhone kann auch scannen?

»Aber damals konnte es das noch nicht!« Das ist meine Ausrede dafür, dass ich mir einst für 20 Euro eine Scanner-App gegönnt habe.

Butter bei die Fische: Ich habe es schlicht und ergreifend nicht gewusst, da ich die Funktion selbst nie gebraucht habe. Dabei ist das Scannen von Dokumenten mit dem iPhone spielend einfach.

  1. Öffnet die »Notizen«-App und legt eine neue Notiz an.
  2. Wählt das Kamera-Symbol an und tippt dann auf »Dokument scannen«.
  3. Haltet das Dokument, das ihr scannen wollt, vor die Linse. Die erkennt es dann automatisch.
  4. Drückt auf den Auslöser (entweder der Kamera-Knopf oder eine der Lautstärketasten), wenn nicht der automatische Auslöser aktiviert ist. Anschließend könnt ihr den Beschnitt anpassen.
  5. Speichert das Dokument über »Sichern«, um es in Dateien aufzunehmen.

Ziemlich einfach, oder? Mit Android-Smartphones und Google Drive geht das übrigens auch. Es braucht nur ein paar mehr Schritte.

Welche neun Funktionen sich in eurem Android-Phone verbergen, verrät euch Patrick:

Prizmo vs. iPhone-Scanner: Sind die 20 Euro es wert?

Von einem persönlichen Standpunkt aus: Ja, sie war das Geld wert. Im Verlauf der letzten Jahre habe ich viele wichtige Dokumente gescannt und mit der App angepasst. Den Nutzwert hab ich längst wieder drin.

Von einer technischen Warte aus betrachtet, ist die Antwort nicht so eindeutig.

Prizmo vs. iPhone-Scanner: Scannen

Worin unterscheiden sich die beiden Apps, wenn’s rein ums Scannen geht? Die Antwort: Es gibt kaum einen Unterschied.

Egal ob null Euro und nativ aufm Handy oder 20 Euro und per dedizierter App: Die Ergebnisse sind nahezu identisch.

Links das mit der Prizmo-App gescannte Dokument. Rechts das mit der Notizen-App gescannte Dokument. Links das mit der Prizmo-App gescannte Dokument. Rechts das mit der Notizen-App gescannte Dokument.

Falls überhaupt, hat die Notizen-App die Nase ein Stückchen weiter vorne, weil sie automatisch nachbelichtet hat. Das sieht im Vergleich seltsam aus, erhöht aber die Lesbarkeit.

Wie schlagen sich die Apps auf unterschiedlichen Untergründen? Auch hier ein Patt. Auf gemusterten Unterlagen, wie meiner One Piece-Schreibtischmatte, kommt die Notizen-App durcheinander, Prizmo nicht. Dafür erkennt Letztere ein weißes Blatt Papier auf weißem Untergrund schwerer.

Auf dem linken Screenshot kommt die Notizen-Apps aufs Chaos auf der Schreibtischauflage nicht klar. Zu erkennen ist das am gelben Rahmen, der eigentlich nur über dem Blatt Papier liegen sollte. Auf dem linken Screenshot kommt die Notizen-Apps aufs Chaos auf der Schreibtischauflage nicht klar. Zu erkennen ist das am gelben Rahmen, der eigentlich nur über dem Blatt Papier liegen sollte.

Unterm Strich also ein klares Unentschieden, da beide Apps marginale Vor- und Nachteile haben.

Prizmo vs. iPhone-Scanner: Funktionen

Scan ist nicht gleich Scan, auch wenn beide Apps das Dokument zuverlässig erkennen (ein einfarbiger Untergrund am besten vorausgesetzt). In der Nachbearbeitung aber fällt der Groschen.

Hier geben sich die beiden Programme zunächst nicht viel. In Sachen Bereinigung und Kontraste liegen sie fast gleichauf (bei Prizmo kann man den Kontrast lediglich feiner abstimmen); auch bei Optionen wie dem Zuschneiden des Papiers liegen die beiden Apps gleichauf.

Die Optionen bei der Nachbearbeitung sind mehr oder minder dieselben. Die Optionen bei der Nachbearbeitung sind mehr oder minder dieselben.

Wo bei der Notizen-App der Spaß dann schon aufhört, bietet Prizmo allerhand Einstellungsmöglichkeiten. Wahlweise kann man das Dokument nicht nur als PDF ausgeben, sondern als Text- oder Word-Datei. Es gibt sogar normierte Formatvorlagen.

Ihr wollt das Dokument on the fly vergrößern oder verkleinern? Kein Problem für die Scanner-App! Ihr wollt das Dokument on the fly vergrößern oder verkleinern? Kein Problem für die Scanner-App!

Ein großes Plus für Sicherheit: Über die App selbst kann ich das PDF mit einem Kennwort versehen, um es vor neugierigen Blicken zu schützen.

Besonders nice: Habt ihr beispielsweise einen mehrseitigen Vertrag eingelesen, könnt ihr die erste Seite gewünscht anpassen und es dann gesammelt auf alle anderen Seiten des Dokuments übertragen. Gerade für Dokumente, die nicht nur für die eigenen Augen gedacht sind, ein dicker Pluspunkt.

Es lässt sich sogar granular einstellen, was genau auf weitere Seiten adaptiert werden soll. Es lässt sich sogar granular einstellen, was genau auf weitere Seiten adaptiert werden soll.

Und eine integrierte Text- und Spracherkennung gibt es auch. Mein Vater sieht zum Beispiel nicht mehr viel. Der kann ein Dokument abscannen und es sich vorlesen lassen.

Zugegeben, die Funktion werden die Wenigsten brauchen und sich Text vorlesen zu lassen, geht auch auf anderen Wegen. Aber die Tatsache, dass ein solches Feature direkt in die App eingebunden ist, empfinde ich als so praktisch wie inklusiv.

Text-zu-Sprache-Umwandlung ist in der Scanner-App direkt enthalten. Text-zu-Sprache-Umwandlung ist in der Scanner-App direkt enthalten.

Fazit

Dass ich bis heute nichts von der hauseigenen Scann-Funktion meines iPhones wusste, liegt daran, dass ich die Premium-Variante Prizmo benutze, für die ich damals 20 Euro hingelatzt habe. Es gibt auch andere und günstigere Varianten, klar.

Aber ist sie das Geld auch wert?

Für mich ja. Doch wenn es um das simple Scannen von Dokumenten geht, dann reicht die kostenlose Notizen-App allemal. Beide Programme geben sich da – vom richtigen Untergrund abgesehen – keine Blöße.

Erst in der Nachbearbeitung glänzt Prizmo. Unterschiedliche Dateiformate, die Möglichkeit zum Verschlüsseln von PDFs, die granularen Nachbearbeitungsmöglichkeiten und der Batch-Editor sind für mich ihr Geld wert.

Wollt ihr nicht mehr als Dokumente für den privaten Gebrauch scannen, spart euch das Geld. Für den professionellen Look, wenn ihr zum Beispiel Arbeitszeugnisse scannen wollt oder Verträge digitalisieren, würde ich persönlich zu einer Scanner-App greifen und dafür bezahlen. Das rechnet sich im Laufe der Zeit, will ich meinen.

Unter Windows gibt übrigens es ein praktisches Tool, das mir immer wieder den Tag rettet.

Handys werden immer mächtiger. Dokumente scannen, kontaktlos bezahlen, Bankdaten checken, Aktien verfolgen, ganze Wallpaper im Katzenbilder-Look hochziehen: Die Einsatzmöglichkeiten sind schier endlos. Kennt ihr weitere, versteckte Funktionen in Handys? Welche Apps könnt ihr empfehlen und welche haben sich für euch über die Jahre gerechnet? Schreibt es gerne in die Kommentare.

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