Nvidia Geforce RTX 2080 Ti - Austausch defekter Founders Editions, GPUs knapp

Nvidia hat bestätigt, dass die Founders Edition der Geforce RTX 2080 Ti teilweise mit fehlerhaften Platinen ausgeliefert wurde.

von Georg Wieselsberger,
16.11.2018 06:45 Uhr

Nvidias Geforce RTX 2080 Ti Founders Edition scheint teilweise von einem Produktionsfehler betroffen zu sein. und fällt laut einigen Nutzerberichten nach ungewöhnlich kurzer Betriebszeit aus. Nvidias Geforce RTX 2080 Ti Founders Edition scheint teilweise von einem Produktionsfehler betroffen zu sein. und fällt laut einigen Nutzerberichten nach ungewöhnlich kurzer Betriebszeit aus.

Update: Es gibt weitere Details zum Austausch der Founders Edition der Geforce RTX 2080 Ti. HardOCP hat erfahren, dass mehrere Grafikkarten-Hersteller kaum noch GPUs für dieses Modell erhalten. Das deutet darauf hin, dass Nvidia die meisten vorhandenen GPUs aktuell selbst benötigt, um Founders Editions für den Austausch von defekten Exemplaren zu produzieren. Je nachdem, wie viele Grafikkarten tatsächlich betroffen sind, könnte sich das auf den Markt und Preis der Custom-Modelle mehr oder weniger stark auswirken.

Auch zum Ablauf eines Austauschs hat HardOCP eine eigene und sehr positive Erfahrung zu berichten. HardOCP hatte Nvidia in den letzten Monaten mehrfach durch sehr kritische Berichterstattung und der Offenlegung des umstrittenen Geforce Partner Programs verärgert. Trotzdem war der Kontakt für den Austausch einer Founders Edition vollkommen problemlos.

In weniger als 24 Stunden hat Nvidia bereits eine Ersatzkarte per Kurier verschickt. Die defekte Karte soll mit einem von Nvidia bezahlten Label innerhalb von 15 Tagen zurückgeschickt werden. HardOCP lobt daher ausdrücklich, dass man sich genau so den Support für eine derart teure Grafikkarte vorstellt. Ob diese Erfahrung auch für andere Nutzer und außerhalb der USA gilt, ist noch nicht klar.

Update 15.11.2018: Nvidia hat im Geforce-Forum eine sehr kurze Stellungnahme zu den Ausfällen der Geforce RTX 2080 Ti Founders Edition veröffentlicht. Demnach handelt es sich bei den betroffenen Exemplaren um solche mit frühen Versionen der Platine, die Fehler enthielten, die bei der Qualitätskontrolle zunächst nicht aufgefallen waren. Betroffene Kunden sollen den Nvidia-Support kontaktieren. Man werde jedem Kunden helfen, so die Stellungnahme.

Auch bei HardOCP ist eine Founders Edition der Geforce RTX 2080 Ti während eines Benchmarks anscheinend überhitzt und weist anschließend auch bei normalen Temperaturen Artefakte bei der Darstellung auf. In diesem Fall wurde die Grafikkarte aber nicht einmal in einem geschlossenen Gehäuse betrieben, sondern in einem offenen Aufbau. Damit war die Umgebungstemperatur der Grafikkarte beim Ausfall vermutlich noch einige Grad niedriger als in den PC-Gehäusen der meisten Nutzer.

Im Forum von HardOCP gibt es zudem noch einen Fall (samt Fotos), bei dem eine Geforce RTX 2080 Ti von EVGA während des Websurfens und damit ohne Last dazu führte, dass sich der PC ausschaltete. Die Grafikkarte brach in diesem Fall sogar an einer Stelle in Flammen aus.

Auch wenn es nach wie vor schwer ist, die tatsächliche Ausfallrate zu beurteilen, so gab es in den letzten Jahren keine derartige Anzahl von Berichten über brandneue und teilweise spektakulär ausgefallene Grafikkarten. Das dürfte am Image der RTX-Serie von Nvidia kratzen, wenn das Problem nicht bald behoben wird. Zudem dürfte die Geforce RTX 2080 Ti wegen des hohen Preises keine extrem hohen Verkaufszahlen aufweisen. Die Anzahl der Berichte ist daher schon bemerkenswert.

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Update, 8. November 2018: Gamers Nexus hat inzwischen einige der erhaltenen, defekten Geforce RTX 2080 Ti getestet und war in der Lage, drei verschiedene Arten von Problemen zu reproduzieren.

Ein weit verbreiteter Fehler sorgt für einen Absturz des Rechners mit einem Blue Screen of Death (BSOD), liegt aber wohl nicht an einer wirklich defekten Grafikkarte. Dieses Problem wird von bestimmten Displays verursacht und soll laut einer Mitteilung bei Twitter noch heute oder am Freitag seitens Nvidia mit einem Treiber-Update behoben werden können.

Bei den anderen Fehlern handelt es sich um einen Absturz der Grafikkarte mit Rucklern bei 1.350 MHz und damit um einen echten Hardware-Fehler oder um Artefakte, die auf defekten Videospeicher hindeuten. Letzteres ist ebenfalls ein oft genanntes Problem.

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Update, 6. November 2018: Laut aktuellen Untersuchungen von Hardwareluxx deutet sich eine Ursache für die Meldungen zu defekten Geforce RTX 2080 Ti an. Wie bereits bekannt, stammen die meisten Meldungen zu Problemen von Besitzern einer Founders Edition, die von Nvidia direkt verkauft wird.

Bei diesen Modellen wurden nun mit Wärmebildkameras Infrarot-Aufnahmen und dann seitens Hardwareluxx auch Sensor-Messungen durchgeführt, laut denen der verbaute GDDR6-Speicher auf den Referenz-Grafikkarten in manchen Bereichen bei einer Übertaktung der Grafikkarte 92 Grad erreichen kann. Die maximale Temperatur der Speicherchips liegt laut Hersteller Micron bei 95 Grad. Viel Spielraum ist hier also nicht mehr.

Sofern es bei den Messungen noch einige Schwankungen gibt und vielleicht der eine oder andere Rechner in wärmeren Umgebungen steht, könnte die Temperatur des VRAMs also ein Grund für die Ausfälle der Grafikkarte sein.

Originalmeldung: In der letzten Woche gab es einige Meldungen von Besitzern von neuen Turing-Grafikkarten, bei denen vor allem die Nvidia Geforce RTX 2080 Ti im Fokus stand. Laut den Berichten gibt es mit diesem Modell, das bisher vor allem als Founders Edition von Nvidia direkt im Umlauf ist, Probleme, die von Abstürzen mit Blue Screens bis hin zu Bildfehlern oder kompletten Ausfällen reichen.

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Wir hatten auch darüber berichtet und darauf hingewiesen, dass es so viele Meldungen im Nvidia-Forum oder bei Reddit gibt, dass es sich nicht mehr um die zu erwartenden Einzelfälle zu handeln scheint. Sogar Austauschmodelle sollen teilweise die gleichen Fehler aufweisen.

Aber ohne die Anzahl der tatsächlich verkauften Exemplare lässt sich das natürlich schwer einschätzen und die Nutzer ohne Probleme melden sich in der Regel eher selten zu Wort. Dafür dürften im Gegenzug die Käufer einer derart teuren Grafikkarte bei einem Defekt noch wesentlich empfindlicher reagieren als sonst.

Bei Gamers Nexus will man einige der toten Geforce RTX 2080 Ti untersuchen, sofern deren Leser bereit sind, sie einzuschicken. In der Zwischenzeit hat die Webseite außerdem Kontakt zu Quellen bei den Grafikkarten-Herstellern aufgenommen und mit fast jedem Nvidia-Partner inoffiziell gesprochen. Kein einziger hat laut der Meldung über eine ungewöhnlich hohe Zahl defekter Karten und entsprechender Rücksendungen berichtet.

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Die von den Kunden genannten RMA-Gründe hätten sich nicht geändert und tatsächlich sei die RMA-Rate aktuell sogar außergewöhnlich niedrig. Bei einigen Herstellern liege sie bei unter 0,01 Prozent. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass es noch so wenige Exemplare gibt, dass einfach noch kaum Fehler auftreten konnten. Gamers Nexus will das Problem aber trotzdem noch genauer untersuchen.

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