Nvidia konkretisiert seine Roadmap für PC-Plattformen auf ARM-Basis. Mit den Plattformen N1 und N1X bereitet das Unternehmen den Frontalangriff auf Intel und AMD vor. Neue Leaks aus der Lieferkette zeigen nun den Zeitplan für die kommenden Notebook-Generationen bis 2027.
Da stelle ich mir die Frage: Was bedeutet das für Laptops.
Von der GPU zum SoC
Lange Zeit war Nvidia im PC-Bereich nur
der Lieferant für dedizierte Grafikkarten. Doch im KI-Zeitalter verschieben sich die Prioritäten. Mit der N1-Plattform plant Nvidia nicht weniger als den Angriff auf das Herz des Laptops: den Prozessor.
Die Plattformen basieren auf der Windows on ARM-Architektur und zielen darauf ab, die Effizienz von ARM-Designs mit der massiven KI-Rechenleistung von Nvidia zu verknüpfen. Während der ultrakompakte Desktop-KI-Rechner DGX Spark bereits im Oktober 2025 ausgeliefert wurde, verzögerte sich der Start entsprechender Notebooks.
Roadmap-Leak: Wann kommen die Geräte?
Ursprünglich bereits für Mitte 2025 geplant, mussten Hardware-Enthusiasten auf der CES 2026 vergeblich auf Ankündigungen warten. Insidern zufolge haben Verschiebungen bei Microsofts Betriebssystem-Zeitplänen sowie Design-Anpassungen seitens Nvidia zu Verzögerungen geführt.
Wie die Digitimes berichtet, soll die neue Roadmap nun wie folgt aussehen:
- Q1 2026: Marktstart der ersten Notebook-Modelle mit der N1X-Plattform. Diese richtet sich primär an das High-End-Segment und den Consumer-Markt.
- Q2 2026: Erweiterung des Portfolios durch drei weitere Modellvarianten.
- Q3 2027: Launch der zweiten Generation (N2-Serie).
- Q4 2027: Erwartete Aktualisierung des Desktop-Systems DGX Spark auf die N2X-Plattform.
N1 vs. N1X: Leistung für die lokale KI
Nvidia will beide Plattformen klar im Premium-Segment postionieren. Der wesentliche Unterschied der beiden Modelle liegt in der Skalierung:
- N1X: Das Flaggschiff mit einer höheren Anzahl an CPU-Kernen, mehr GPU-Recheneinheiten und einer massiveren Speicherkonfiguration. Es ist für professionelle Anwender gedacht, die komplexe KI-Modelle lokal ausführen wollen.
- N1: Eine hocheffiziente Oberklasse-Variante, die dennoch weit über herkömmlichen Office-Laptops rangiert.
Technische Daten
Die Specs von Nvidias N1X geistern schon seit 2025 durch das Netz. Auch wenn das Unternehmen vor der Veröffentlichung noch an einigen Stellschrauben dreht, dürfte sich am grundsätzlichen Aufbau nichts geändert haben.
Laut Geekbench ist mit insgesamt 20 ARMv8 Kernen zu rechnen, die in zwei Cluster aufgeteilt werden. Die Taktfrequenz soll bei 4,00 GHz liegen. Bei der integrierten Grafik werden wohl 48 Compute Units verbaut, was tatsächlich einer RTX 5070 Desktop-Grafikkarte entsprechen würde.
In der Geekbench Datenbank lässt sich auch ein OpenCL-Benchmark finden. Danach ist die iGPU des N1X zwar deutlich schneller als eine Radeon 890M (iGPU), die Radeon 8060S (iGPU) bliebe in diesem Benchmark allerdings mehr als doppelt so schnell.
Geekbench OpenCL-Benchmark
Nvidia N1X
- Geekbench Punkte
- 0
- 26000
- 52000
- 78000
- 104000
- 130000
Bei diesem Wert ist allerdings Vorsicht geboten: Die Ergebnisse sind noch von 2025, in der Zwischenzeit dürfte sich hier einiges getan haben. Nvidia wird die Veröffentlichung nicht ohne Grund verschoben haben.
Geekbench CPU-Benchmark
Nvidia N1X
- Geekbench Punkte
- 0
- 3800
- 7600
- 11400
- 15200
- 19000
Die CPU scheint dagegen sehr gut mit aktuellen Intel und AMD-Prozessoren mithalten zu können. Intel 285HX mit 24 Kernen ist im Multi-Core nur einen Hauch schneller, während der neue Panther Lake 388H um 4 Prozent geschlagen wird, zumindest in diesem einen Benchmark.
Steht die x86-Architektur jetzt vor dem Aus?
Ich persönlich bin fest davon überzeugt, dass ARM die Zukunft gehört. Dass allerdings ausgerechnet Nvidias N1X der Sargnagel wird, kann ich mir aber nicht vorstellen. Die CPU-Leistung ist beeindruckend, der Chip kann mühelos mit dem besten mithalten, was Intel aktuell im mobilen Bereich zu bieten hat.
Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass wir bisher nur einen einzigen synthetischen Benchmark zur Einschätzung der Leistung vorliegen haben. Ich gehe davon aus, dass Nvidia hier noch ein wenig schraubt und die Ergebnisse am Ende vielleicht sogar noch etwas besser ausfallen werden.
Von der integrierten GPU würde ich mir allerdings mehr als nur ein wenig mehr Leistung
wünschen. Das Niveau von AMDs Radeon 8060S wäre da schon ganz nett. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Ziel mit der finalen N1X-Version auch erreicht wird
Die Ablösung der x86-Architektur rückt mit dem N1X ein Stückchen näher, aber vollzogen wird sie noch nicht. Damit das passiert, muss als erst einmal ein solides ARM optimiertes Betriebssystem vorhanden sein, Microsoft arbeitet daran, aber so wirklich rund ist es für meinen Geschmack immer noch nicht.
Für eine komplette Ablösung der x86-Generation müsste es zudem auch ein gutes Angebot für (anspruchsvolle) Spieler geben, das der N1X vermutlich in dieser Form nicht werden wird. Überhaupt ist die Frage, ob sich Enthusiasten auf ein solches integriertes System einlassen möchten.
Die Zeiten, in denen man schnell mal die Grafikkarte oder den RAM aufrüstet, wären dann vorbei. Solange bis ein modulares ARM-System auf dem Markt kommt, bei dem ein Rechner aus einzelnen Komponenten zusammengestellt wird, dürfte uns die gute alte x86-Architektur daher noch begleiten.
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