Dauert es in Spielen zu lange, bis unsere per Maus, Tastatur oder Gamepad eingegebenen Befehle umgesetzt werden, sorgt das für Frust. FPS sind also nicht alles, auch die Eingabeverzögerung kann eine große Rolle spielen. Genau hier setzt Nvidias Reflex-Technologie an.
Wir haben nachgemessen, wie viel die Technik bringt und verraten euch alles zu den Systemvoraussetzungen, den unterstützen Spielen und zu der Frage, ob ihr Nvidia Reflex wirklich braucht.
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Was ist Nvidia Reflex?
Im Kern geht es bei Reflex darum, dass wir auf dem Monitor immer die aktuellsten Bilder sehen. Ohne die passenden Optimierungen bei der Kommunikation zwischen der Grafikkarte und dem restlichen System (beziehungsweise insbesondere der CPU), ist das dagegen nicht immer der Fall.
Für die Höhe der Eingabeverzögerung beziehungsweise der Latenz spielen aber auch andere Faktoren wie die generelle Schnelligkeit eures PCs und Eigenschaften eures Monitors wie die maximale Bildwiederholrate eine wichtige Rolle. Nvidia Reflex kann also nur in begrenztem Maß Abhilfe schaffen.
Monitore und Mäuse für Reflex: Neben der Software-Seite gehört zu Nvidia Reflex auch bestimmte Hardware. Reflex-Monitore wie der unten zu sehende Asus PG259QNR können in Kombination mit einer passenden Reflex-Maus die Latenz direkt auf dem Bildschirm anzeigen. Wir haben Nvidia um eine aktuelle Liste entsprechender Hardware gebeten und aktualisieren diesen Artikel, sobald sie uns vorliegt.
Was brauche ich für Nvidia Reflex?
Um Reflex in Spielen nutzen zu können, braucht ihr keinen besonderen Monitor und auch keine spezielle Maus. Stattdessen sind nur die folgenden beiden Dinge nötig:
- eine Nvidia-Grafikkarte ab der Maxwell-Generation (GTX 900)
- ein Spiel, das das Reflex-SDK (»Software Development Kit«) unterstützt
Außerdem muss der Grafikkartentreiber ausreichend aktuell sein, sonst kann es sein, dass die passende Reflex-Option in den unterstützen Spielen nicht auftaucht oder nicht aktiviert werden kann.
Welche Spiele unterstützt Nvidia Reflex?
- Apex Legends
- Call of Duty Black Ops: Cold War
- Call of Duty: Modern Warfare
- Call of Duty: Warzone
- CRSED: F.O.A.D
- Destiny 2
- Enlisted
- Fortnite
- Kovaak 2.0
- Mordhau
- Overwatch
- Rainbow Six: Siege
- Rust
- Valorant
- Warface
Wie viel bringt Nvidia Reflex?
Rainbow Six Siege - 4K
Ultra Details, Core i9 10900K, 32,0 GByte DDR4-3600, LG 2767MU-B (60 Hertz)
- 3840x2160
- 0,0
- 10,0
- 20,0
- 30,0
- 40,0
- 50,0
Für unsere Messungen kam Nvidias LDAT (LDAT = Latency Display Analysis Tool) zum Einsatz. Damit kann über einen Helligkeitssensor bestimmt werden, wie lange es nach dem Betätigen eines Mausklicks dauert, bis der entsprechende Befehl im Spiel (beziehungsweise auf dem Bildschirm) ausgelöst wird.
Wie die Werte aus Rainbow Six: Siege und Valorant zeigen, kann Nvidia Reflex die Latenz tatsächlich klar senken. Wie stark das der Fall ist, hängt insbesondere von der Schnelligkeit der Grafikkarte und der Höhe der Auflösung ab. Je stärker die GPU limitiert, desto höher sind die Vorteile mit Reflex.
So messen wir mit der GTX 1660 Super in 4K Vorteile im Bereich von 22 bis 30 Prozent. Die deutlich schnellere RTX 3080 profitiert dagegen maximal um bis zu neun Prozent.
Die durchschnittlichen FPS können zwar leicht sinken, wenn wir Reflex aktivieren. Unserer Erfahrung nach ist das aber in keinem relevanten oder spürbaren Ausmaß der Fall.
Valorant - 4K
Maximale Details, Core i9 10900K, 32,0 GByte DDR4-3600, LG 2767MU-B (60 Hertz)
- 3840x2160
- 0,0
- 6,0
- 12,0
- 18,0
- 24,0
- 30,0
Brauchen Spieler Nvidia Reflex?
Dass Nvidia Reflex die Latenz positiv beeinflusst, ist unbestritten. Im Kern gilt deshalb die Aussage: Wenn euer PC und das Spiel eurer Wahl Nvidia Reflex unterstützt, dann schaltet es ein.
Ebenso klar ist aber, dass man auch ohne Reflex oder ähnliche Ansätze wie AMDs Radeon Anti-Lag in Spielen sehr erfolgreich sein kann. Ein absolute Must-Have ist Nvidia Reflex also nicht. Letztlich ist es außerdem generell eine subjektive Frage, ob man von der geringeren Latenz mit Nvidia Reflex profitiert.
In unserem Fall konnten wir die niedrigeren Latenzen mit Nvidia Reflex zwar klar messen, aber selbst in den deutlichsten Fällen wie Rainbow Six Siege in 4K mit der GTX 1660 Super (31,2 Millisekunden mit Reflex, 44,8 Millisekunden ohne Reflex) haben wir die Änderung nicht wirklich gespürt.
Das muss aber einerseits nicht bedeuten, dass wir insgesamt nicht besser beziehungsweise erfolgreicher mit Reflex sind. Andererseits muss es nicht jedem Spieler genau so gehen.
Habt ihr schon selbst Erfahrungen mit Nvidia Reflex oder vergleichbaren Technologien sammeln können? Und falls ja, konntet ihr dadurch spürbare Unterschiede feststellen oder sogar erfolgreicher in Spielen abschneiden? Schreibt es gerne in die Kommentare!
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