Die Geschichte wiederholt sich: Auch die neuesten Grafikkarten haben im schlimmsten Fall ein großes Problem

Wer gehofft hat, dass das Thema der geschmolzenen Stromanschlüsse mit der RTX-5000-Generation erledigt ist, der wird anscheinend enttäuscht.

Bei der RTX 5090 kann es wohl gravierende Probleme mit dem Stromanschluss geben, so wie damals schon bei der RTX 4090 (Bildquelle: rechtes Bildelement stock.adobe.com – hazem) Bei der RTX 5090 kann es wohl gravierende Probleme mit dem Stromanschluss geben, so wie damals schon bei der RTX 4090 (Bildquelle: rechtes Bildelement stock.adobe.com – hazem)

Kurz nach Release der Geforce RTX 4090 von Nvidia im Jahr 2022 kam es zu alarmierenden Berichten über geschmolzene Stromkabel (wir berichteten). Die Geschichte wiederholt sich nun im Falle der RTX 5090.

Im schlimmsten Fall kann das zu einem Defekt der Grafikkarte führen.

Auch wenn es sich bislang um seltene Einzelfälle handelt, erinnert es daran, dass man mit dem Stromanschluss neuer Grafikkarten vorsichtig sein sollte, insbesondere im Falle der Top-Modelle mit dem größten Energiebedarf.

Die wichtigsten Tipps, um so etwas zu verhindern

  • Nutzt bei der Hardware mitgelieferte Kabel zu der Stromversorgung eurer Grafikkarte. Entscheidend ist im Falle von RTX 5000, dass das Kabel den Standard 12V-2x6 unterstützt und die entsprechend nötige elektrische Leistung bietet (bei der RTX 5090 sind es 600 Watt).
  • Stellt sicher, dass das Stromkabel sowohl am Netzteil als auch an der Grafikkarte komplett eingerastet ist und sicher sitzt.
  • Verhindert unnötige Biegungen des Kabels, insbesondere an den beiden Enden.
  • Überprüft in gewissen Abständen, ob das Kabel am Netzteil und der GPU noch ordentlich sitzt, aber ohne es unnötig an- und abzuschließen.

Das ist passiert

  • Im Subreddit zu Nvidia hat ein Nutzer Fotos und genauere Informationen zu einem entsprechenden Vorfall mit seiner Geforce RTX 5090 Founders Edition geteilt.
  • Statt des mitgelieferten Stromkabels hat er ein Modell von Moddiy verwendet. Es hat zuvor zwei Jahre lang problemlos bei seiner Geforce RTX 4090 funktioniert und bietet laut Beschreibung sowohl die nötigen 600 Watt als auch die Unterstützung des Standards 12v-2x6.
  • Besonders bemerkenswert: Auch am Netzteil ist der Stromanschluss angeschmolzen. Es handelt sich um ein Asus Loki SFX-L mit 1.000 Watt. Im Falle der RTX 4090 war dagegen meist nur der Anschluss an der Grafikkarte selbst betroffen.

Update, 13. Februar: Moddiy hat den Beschreibungstext des betroffenen Kabels inzwischen angepasst und weist darauf hin, für den Betrieb mit einer RTX-5000-Grafikkarte zu einem der aktuellsten Kabel für den 12V-2X6-Standard zu greifen. Details dazu werden in einem separaten Artikel des Herstellers erläutert, in dem es heißt, die Industrie ist zum 12V-2x6-Standard gewechselt, als Ersatz für den bisherigen 12VHPWR-Standard.

Wie verwirrend es dabei für Endkunden werden kann, zeigt aber allein die Produktseite des betroffenen Kabels in ihrer aktuellen Fassung. So heißt es in einem weiteren Info-Kasten direkt unter dem oben genannten Hinweis, dass es sich bei gelisteten Kabel um ein 12v-2x6 Kabel handelt. Die genaue Beschreibung lautet 12VHPWR (12V-2x6) to 12VHPWR (12V-2x6):

Auch im Abschnitt Cable Type ist wie oben zu sehen weiterhin zu lesen, dass das Kabel den neuen Standard unterstützt. Genauer gesagt lautet der Text hier Universal 12v-2x6 Power Cable.

Wie Videocardz berichtet, gibt es mindestens einen weiteren bekannten User-Bericht dieser Art, genauer gesagt von der Webseite El Chapuas Informatico.

In diesem Fall wurde sogar ausschließlich der Anschluss am Netzteil beschädigt, die Grafikkarte selbst blieb also intakt. Hier kam aber ebenfalls nicht das von Nvidia mitgelieferte Kabel zum Einsatz, das ihr auch in unserem Unboxing der GPU seht:

Video starten 4:52 RTX 5090 Unboxing - Erster Eindruck von Nvidias neuer Flaggschiffgrafikkarte

Wie viele Sorgen müssen sich RTX-5000-Besitzer machen?

Auch wenn die RTX-5000-Generation zum Release schlecht verfügbar ist, fällt die Zahl an Berichten über Probleme mit geschmolzenen Stromanschlüssen noch sehr gering aus.

Außerdem können hier Anwenderfehler wie nicht korrekt eingerastete oder (zu) stark gebogene Kabel zu Problemen führen, die sich grundsätzlich vermeiden lassen.

Es ist unserer Einschätzung nach eher unwahrscheinlich, dieses Problem selbst zu bekommen.

Allerdings gibt der Spieler im Nvidia-Forum glaubhaft an, dass er auf die entscheidenden Aspekte beim Anschluss geachtet hat und er sich generell gut mit der Materie auskennt. Viel Raum für flexiblen Umgang mit Kabeln hat er in seinem sehr kompakten Gehäuse A4-H20 von Lian-Li indes nicht.

Interessant ist in dem Zusammenhang auch sein Hinweis, dass die Pins für den Stromanschluss an seinem Netzteil VIEL dünner seien als die an der RTX 5090. Ob das zu seinem Problem beigetragen hat, ist aktuell aber unklar.

Eine unübersichtliche Situation

Der Stromanschluss moderner Grafikkarten wurde bereits mehrfach überarbeitet, um solche Schwierigkeiten zu verhindern.

Welche Kabel gefahrlos verwendet werden können und welche nicht, ist für Nutzer aber schwer ersichtlich und klare Warnungen seitens der Hersteller, die man beispielsweise direkt beim Auspacken der GPU sehen würde, gibt es unseres Wissens nach nicht.

Der sehr hohe Stromverbrauch der RTX 5090 könnte die Anfälligkeit für solche Probleme erhöhen. Mehr zu der Leistungsaufnahme der GPU erfahrt ihr in unserem großen Test:

Wir behalten die Situation weiter im Auge und kontaktieren auch Nvidia und Asus diesbezüglich.

Sollten weitere Fälle auftreten oder wir klare Aussagen seitens der Hersteller zu dem Problem bekommen, erfahrt ihr es auf GameStar Tech.

Kennt ihr jemanden, der mit schmelzenden Stromanschlüssen an seiner Grafikkarte zu kämpfen hatte oder wart ihr sogar selbst schon betroffen? Und wie geht ihr vor, um so etwas zu verhindern? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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