Nach 8 Jahren mit der Nintendo Switch habe ich endlich die perfekten Joy-Cons gefunden

Knapp vor der Switch 2 liefern mir die Nyxi Hyperion 2 genau das, was ich bei den Joy-Cons der Konsole vermisse.

Ohne bunte Joy-Cons könnte man die Nintendo Switch auch für einen PC-Handheld halten. Ohne bunte Joy-Cons könnte man die Nintendo Switch auch für einen PC-Handheld halten.

Ich bin ein Freund von Nintendos Joy-Cons. Sie sind schlicht, geradlinig und unterschiedlich einsetzbar. Es gibt aber viele unter euch, die genervt von den Drückern sind. Einige Gründe sind:

  • Stick-Drift
  • Schwammige Sticks
  • Mangelnde Ergonomie

Tatsächlich greife ich bei Konsolen so gut wie immer zum Controller des Herstellers. Ich verstehe die Punkte daher komplett, auch wenn ich mich an ihnen nicht gestört habe – bis ich die Version des Peripherie-Herstellers Nyxi in Händen hielt.

Die Hyperion 2 lassen die Joy-Cons Staub schlucken und das, obwohl ihnen sogar einige (zugegeben: recht wenig genutzte) Funktionen fehlen. Sie machen allerdings schlichtweg einiges besser als die Originale – und kosten dabei nur rund 7 Euro mehr, nämlich 77 Euro.

Wenn ihr nach einer guten Alternative zu Nintendos Standard-Joy-Cons sucht, seid ihr hier genau richtig.

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Schreiben war schon immer Teil seines Berufslebens: Angefangen mit Reiseausschreibungen in seiner Ausbildung als Reiseverkehrkaufmann über TV-Listings als Programm-Redakteur (ihr wisst schon, diese öden Spalten in den Tages- und Wochenzeitungen) bis zum Technischen Redakteur in einer IT-Firma hat er nahezu alles in Worte gebannt. Die Tech-Affinität kam erst mit dem Redakteursposten bei einem mittlerweile eingestellten Technikmagazin dazu, obwohl ihm das Konsolenzocken bereits in die Wiege gelegt wurde. Seine Eltern hüpften schon früh mit Ex-Klempnern auf Schildkröten. In seiner Freizeit geht Maxe vor allem seinem Hobby, dem Schreiben, nach. Als Milian Ventus veröffentlicht er Bücher, die man in jedem Buchhandel kaufen kann. Außerdem hat er eine Weiterbildung zum Lektor gemacht. Wenn er die Tastatur nicht unter den Fingern hat, dann Animes, Mangas und Bücher vor den Augen, die er gerne in seinem Podcast 'Lesen und Lesen Lassen' bespricht.

Der dickste Pluspunkt: die Ergonomie

In Sachen Ergonomie sind die Joy-Cons der Switch für mich grundsolide. Sie halten sich nicht schlecht, machen aber auch nichts besonders. Hier stecken die Hyperion 2 den guten Standard allerdings sowas von in die Tasche.

Die Hyperion 2 sind rund ein Viertel breiter als die Originale von Nintendo. Die Hyperion 2 sind rund ein Viertel breiter als die Originale von Nintendo.

Allein durch die Tatsache, dass die Dritthersteller-Joy-Cons überhaupt eine ergonomische Form haben, erhebt sie schon über die Originale, die keine besitzen. Durch die Wölbung liegen die beiden Joy-Con-Teile sehr viel besser in meiner Hand. Dass sie ein Stückchen breiter sind, hilft dabei.

Lasst mich euch etwas zeigen:

Der untere Teil der Rückseite ist rau. Durch die Perforierung habe ich einen deutlich stabileren Griff – und den brauche ich. Ich gehöre zu den Spielern, die schnell feuchte Hände bekommen.

Diese beiden Faktoren im Zusammenspiel haben bei mir direkt für ein Aha-Erlebnis gesorgt. Die vergangenen Tage habe ich den Controller einfach gerne in die Hand genommen; er fühlt sich gut an.

Es sei noch erwähnt: Ich habe relativ große Hände. Meine Frau hatte allerdings auch keine Probleme, die Switch im Handheldmodus stabil zu halten.

Ein Wort zur Verarbeitungsqualität: optimal. Hier steht keine Kante über, keine Knöpfe sind wackelig.  

Technisch überlegen

Abgesehen von den Joysticks mit wenig Grip (wofür ich mir Gummikappen gekauft habe) bin ich mit Verarbeitung und Technik der Joy-Cons stets zufrieden gewesen. Von Stick-Drift bin ich jedoch auch verschont geblieben und habe leicht reden.

Was die Sticks angeht, stellen die Hyperion 2 die Joy-Cons in den Schatten – Hall-Effekt sei Dank. Dabei wird die Position der Sticks mittels Magneten bestimmt, was den mechanischen Verschleiß auf ein Minimum reduziert.

Kurz und gut: Stick-Drift gibt’s nicht.

Der Rand der Sticks ist dick und gemasert. Das sorgt für noch besseren Grip. Der Rand der Sticks ist dick und gemasert. Das sorgt für noch besseren Grip.

Generell wirken die Joysticks wesentlich weniger schwammig. Im direkten Vergleich muss ich ein wenig mehr Kraft aufwenden, den Joystick zu bedienen. Das fühlt sich wertig an und präzisiert die Eingaben. Mir ist dabei aufgefallen, dass die Sticks der Originale tatsächlich sehr viel schwammiger sind.

Sämtliche Knöpfe sind clicky; das liegt an den optischen Microswitches. Die Buttons geben sowohl optisch als auch haptisch ein angenehmes Feedback. Ich mag das, kann mir aber auch vorstellen, dass das Klicken dem einen oder anderen auf den Zeiger gehen könnte.

  • Auf der Rückseite befindet sich auf jedem Joy-Con eine programmierbare Taste
  • Die Turbo-Tasten sind nett, aber nicht mehr als eine Spielerei für mich.
  • Ich persönlich hätte mir auf dem linken Drücker ein Steuerkreuz gewünscht.

Ergonomisch und technisch sind die Hyperion 2 für mich eine Bank, aber es ist nicht alles perfekt.

RGB-Beleuchtung darf natürlich nicht fehlen. RGB-Beleuchtung darf natürlich nicht fehlen.

Das sind die Defizite

Nicht überall macht der Controller eine gute Figur, wobei die Nachteile bei euch nicht so sehr ins Gewicht fallen müssen, wie bei mir (oder umgedreht).

Im Querformat fast nicht benutzbar

So gut die Hyperion 2 im Handheldmodus funktionieren, im Querformat sind sie für mich fast unbrauchbar. Mal eben schnell einen Joy-Con rübergeben, damit man mit Freunden Mario Kart daddeln kann, geht zwar, aber da schlägt die ergonomische Form zurück: Es ist verdammt unbequem.

Die Schienen der originalen Joy-Cons lassen sich zwar aufziehen, aber im Querformat mit den Hyperion 2 zu spielen gleicht einer Strafe. Die Schienen der originalen Joy-Cons lassen sich zwar aufziehen, aber im Querformat mit den Hyperion 2 zu spielen gleicht einer Strafe.

Keine Mittelbrücke

Einer der coolsten Features der Joy-Cons ist meiner Meinung nach ihre Flexibilität. Ich kann:

  • Im Handheldmodus spielen.
  • Sie einfach abnehmen und irgendwie halten.
  • Sie in eine Halterung stecken für besseren Grip.

Und genau das geht mit den Hyperion 2 nicht. Sie passen nicht in der Halterung der Nintendo-Joy-Cons und es gibt auch keinen Ersatz. Das finde ich sehr schade, denn ich glaube, dass der Controller sehr gut als eine Art Pro-Controller-Ersatz hätte herhalten können. Es bleibt also nur der Handheldmodus oder die beiden Teile separat voneinander zu halten.

Ein paar (wenige genutzte) Features fehlen

An diesem Punkt gehen die Meinungen sicher auseinander. Bei Nyxi hat man nämlich auf drei Funktionen verzichtet, die bei den standardmäßigen Joy-Cons verbaut sind.

  • HD Rumble
  • Infrarot-Sensor
  • NFC-Reader

HD Rumble dürfte für die meisten verschmerzbar sein; für mich auch. Der Infrarot-Sensor (das ist der schwarze Balken am unteren Rand des rechten Joy-Cons) ist auch nicht mit an Bord. Der wird allerdings nur von einer Handvoll Spielen genutzt, wie beispielsweise Ring Fit Adventure.

Der NFC-Reader dürfte der größte Verlust sein. Dieser kommt dann zum Einsatz, wenn man Nintendos Amiibo-Figuren scannen möchte. Je nachdem, wie exzessiv ihr die Funktion nutzt, müsstet ihr jedes Mal auf die Joy-Cons wechseln, wenn ihr Daten einlesen wollt. Da ich das Feature nicht nutze, habe ich hier auch nur mit den Schultern gezuckt.

RGB-Beleuchtung saugt schneller Akku

An RGB-Beleuchtung scheiden sich die Geister. Mir persönlich ist sie meistens egal, ich muss aber zugeben, dass sie bei den Hyperion 2 ganz nett anzusehen ist. Ihr könnt über einen rückwärtigen Knopf zwischen zehn Einstellungen wechseln.

Der Nachteil daran: Die Beleuchtung belastet die Batterie der Controller zusätzlich. Weil ich am liebsten die meiste Wegstrecke aus meinem Drücker herausholen möchte, bleibt bei mir die Beleuchtung aus.

Abschließend würde ich gerne noch ein paar Takte zum Design sagen. Die originalen Joy-Cons sind farbenfroher. Meine Controller im lila-gelben Wario-Design (was bitte auch sonst?) sprechen mich eher an, als die grau-schwarze Optik der Hyperion 2. Sieht halt aus, wie die meisten Drücker aussehen. Immerhin: Die Platten lassen sich dank Magneten abnehmen, wenn man das möchte (macht den Drücker aber auch nicht bunter).

Preis, Verfügbarkeit und Alternativen

Zu haben sind die Nyxi Hyperion 2 über den hauseigenen Shop. Mit knapp 77 Euro schlagen sie auch nur 7 Euro mehr zu Buche als das Original von Nintendo.

Die Nachteile sind für mich persönlich vernachlässigbar. Wenn euch Nintendos Joy-Cons nerven und die Hyperion 2 von Nyxi für euch jedoch nicht Frage kommen, gibt’s Alternativen:

  • Hori Split Pad Pro: Das Modell des Hardware-Herstellers Hori galt in der Community bisher als das Nonplusultra der Dritthersteller. Der Controller wirkt noch mehr wie ein »echter« Drücker und bietet sogar ein D-Pad. Mit 50 Euro auf Amazon ist es eine Ecke günstiger, bietet dafür aber keine Hall-Effekt-Sticks.
  • Nyxi Warrior: Der Controller ist zwar kein Joy-Con-Ersatz, funktioniert mit der Switch (und dem PC) aber tadellos – und bietet das Tastenlayout des Game-Cube-Drückers. Er bietet fast alle Vorteil des Hyperion 2, eignet sich aber am ehesten für diejenigen, die einen richtigen Controller suchen. Für 66 Euro ist der Warrior im Nyxi-Shop zu haben.

Bitte sagt es nicht Nintendo, aber wenn ich die Switch im Handheldmodus nutze, bleiben die Joy-Cons in der Schublade. Der Ergonomie-Vorteil allein ist einfach zu groß, als dass ich auf ihn verzichten möchte.

Im Zuge dessen bleibe ich aber gespannt, was sich die Japaner für die Switch 2 ausdenken werden. Die gemunkelte Maus-Option der neuen Joy-Cons ist ja wirklich ganz nett, aber die wichtigste Frage für mich ist: Wird’s die auch im Wario-Design geben?

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