Outriders: Der Offline-Modus fehlt und das ist eine Schweinerei

Der Loot-Shooter war zum Release für viele Menschen nicht spielbar. Always online? Wie unnötig! Denn die Lösung der Login-Probleme wäre denkbar einfach.

von Peter Bathge,
06.04.2021 17:30 Uhr

Outriders hat keinen Offline-Modus, sollte aber einen haben. Denn nichts ist frustierender, als durch den Online-Zwang am Spielen der Singleplayer-Kampagne gehindert zu werden. Outriders hat keinen Offline-Modus, sollte aber einen haben. Denn nichts ist frustierender, als durch den Online-Zwang am Spielen der Singleplayer-Kampagne gehindert zu werden.

Ich erinnere mich noch wie heute an den Mai 2012: Mit zwei anderen Redakteuren der PC Games saß ich in einem Glaskasten/Meetingraum unseres Büros und spielte eine Woche lang nichts anderes als Diablo 3, damit wir rechtzeitig zur Heftabgabe kurz nach Release den Test fertig hatten.

Dazu jeden Tag Video- und Artikel-Updates auf der Webseite, Kollegen, die mit einem »Na, wie isses?« auf den Lippen ins Test-Kabuff reinspitzen - und viel Leerlauf. Denn Diablo 3 lief anfangs nicht, die überlasteten Server verweigerten die Zusammenarbeit. Error 37, bitte gedulden Sie sich!

Dass Outriders jetzt neun Jahre später in eine ähnliche Falle tappt , macht mich wütend.

Der Autor
Plus-Redakteur Peter Bathge spielt am liebsten alleine, musste sich in der Vergangenheit durch seine Beruf als Spieletester aber immer wieder mit Always-online-Spielen herumägern. Er hat damals den Launch von SimCity 2013 hautnah miterlebt - und auch das Zurückrudern von Maxis und EA, die irgendwann kleinlaut beigaben und den von Fans ersonnenen Offline-Modus nachträglich einbauten, obwohl das ja angeblich überhaupt nicht ging, weil das Spiel die Power der Cloud braucht, blablabla.

Outriders ohne Offline-Modus: ein alter Fehler

Outriders zu testen, war in etwa so angenehm wie ein Besuch beim Zahnarzt. Nicht weil das Spiel grundsätzlich schlecht wäre, im Gegenteil: Ich selbst habe bereits der Demo des Loot-Shooters viele positive Seiten abgewinnen können und auch unser Review-Fazit zu Outriders mit Wertung fällt positiv aus. Aber für meine Kollegin Elena war das Spielen von und Schreiben über Outriders dennoch »einer der schlimmsten Tests, die ich je hatte«.

Das Always-online-Spiel Outriders mutierte zum Start über Ostern nämlich eher zum Sometimes-playable-Spiel. »Ich konnte NIE spielen«, beschwert sich Elena im redaktionsinternen Chat nur leicht übertrieben. Outriders lässt sie nicht, die Server sind überlastet und es gibt keinen Offline-Modus, auf den Elena ausweichen kann. Das erinnert an die ebenfalls an Ostern gecrashten Uplay-Server von Ubisofts Die Siedler 7, das Launch-Desaster von Wolcen im Jahr 2020 oder eben den berühmten Error 37 von Diablo 3. Alles abschreckende Beispiele, aus denen man hätte lernen können.

Mit dem Frust ist Elena nicht alleine, sowohl in der GameStar-Redaktion als auch da draußen in der weiten Welt fluchen viele Spieler über den Outriders-Launch, der mit Server-Problemen, Verbindungsfehlern und kaputtem Crossplay unter den typischen Startschwierigkeiten eines Online-Spiels leidet. Nur: All den Stress hätten sich Entwickler People Can Fly und Publisher Square Enix ihnen und uns leicht ersparen können.