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Seite 2: Owlboy im Test - Owl mein Gott!

Plattformer mit Shoohooter-Einlagen

Die Spielmechanik hat sich ganz dem Eulenthema angepasst. Owlboy wird zwar als Jump&Run klassifiziert, ist aber eher ein Shoot&Fly. Otus fliegt durch die Welt, entdeckt neue Orte und düstere Dungeons und bekämpft eine ganze Reihe unterschiedlicher Feinde. Dabei ist er aber nicht allein.

Wenn wir nicht schnell genug sind, schießen unsere Feinde zuerst. Wenn wir nicht schnell genug sind, schießen unsere Feinde zuerst.

Der kleine Federmann hat mit dem In-der-Luft-bleiben schließlich schon genug zu tun. Deswegen holt er sich Feuerunterstützung, indem er seine (bewaffneten) Freunde durch die Luft trägt. Sein bester Kumpel Geddy zum Beispiel hilft ihm mit schnellen, leichten Geschossen. Ein anderer pustet mir mit seiner schweren Pumpgun den Weg frei.

Tod durch Pusteblume

Um weiterzukommen, muss ich mich nämlich durch eine Vielzahl von Feinden kämpfen, die alle eine ganz eigene Angriffstaktik von mir verlangen. Oft ist es auch nicht der Feind selbst, der besonders herausfordernd ist, sondern die Kombination mit anderen Fieslingen. Eine Wolke von bei Kontakt explodierender Pusteblumensamen ist beispielsweise sehr langsam und deswegen einfach zu umschiffen - wenn man nicht gerade von einem anderen fliegenden Ungetüm in genau diese Wolke reingetrieben wird.

Am Ende eines jeden Dungeons lauert ganz klassisch ein Boss auf mich, der eine Kombination aller bis dahin erlernten Taktiken voraussetzt. Einfach nur draufballern hilft hier gar nichts. Wer hier nicht zuerst die Angriffsmuster und Schwachstellen erforscht, klebt schnell als eulenförmiger Fleck an der Wand. Das ist zwar sehr hübsch animiert, der Boss ist aber immer noch am Leben.

Die Bosse ändern ihre Taktik oft mitten im Kampf - zum Beispiel mit einem zusätzlichen Paar Flügel. Die Bosse ändern ihre Taktik oft mitten im Kampf - zum Beispiel mit einem zusätzlichen Paar Flügel.

Keine Chance für Flügellahme

In der Hitze des Gefechts zeigt sich eine leichte Schwäche in der Steuerung des Eulenjungen: Die Tastenverteilung legt sowohl den Schuss- als auch den Wegwerf-Befehl für meine Freunde auf die Maus. In der Theorie ist das logisch: Auf der Tastatur sind die Bewegungen, auf der Maus die Angriffe. Gerade, wenn ich im Kampf auf engem Raum meine Attacken koordinieren will, werfe ich meinen Kameraden jedoch öfter mal weg, anstatt mit ihm anzugreifen. Zwar kann ich die Jungs jederzeit per Teleport wieder zu mir holen, oft habe ich dann aber schon den einen Moment verpasst, in dem der Bösewicht ungeschützt war.

Die Welt in den Wolken ist voller kleiner Details. Die Welt in den Wolken ist voller kleiner Details.

Geschwindigkeit und schnelle Reaktionen sind in den Kämpfen das wichtigste. Wenn ich nicht schnell genug ausweiche oder mich an die wechselnden Attacken anpasse, segelt Otus ein ums andere mal theatralisch zu Boden. Mit etwas Geduld und Hirn ist keiner der Gegner unschaffbar, trotzdem bin ich unheimlich erleichtert, wenn ich am Ende als Sieger hervor gehe.

Übrigens nur, um anschließend in einer wilden Hetzjagd durch um mich herum kollabierende Gänge gescheucht zu werden. An deren Ende mich, noch völlig vom Bosskampf gestresst, die nächste Schlacht erwartet. Dafür, dass Owlboy so niedlich aussieht, ist es bisweilen ziemlich gnadenlos.

Von Schrauben und Teetassen

Aber Owlboy ist nicht nur ballern. Die Welt in den Wolken steckt voller Rätsel und versteckter Passagen. Manche Gänge finde ich nur, indem ich gegen die Wände abfliege und kontrolliere, ob nicht irgendwo ein Loch ist, und auch viele andere Kleinigkeiten ergeben sich durch puren Zufall. Ich habe zum Beispiel erst beim zweiten Spieldurchgang gemerkt, dass ein Bad in einer heißen Quelle dauerhaft den Lebensbalken vergrößert.

Manche der Rätsel sind offensichtlich, andere stellen sich als ganz schön knifflig heraus. In der Regel reicht es nicht, einfach einen Schalter zu drücken. Zunächst muss man den Schalter erst einmal finden. Dafür müssen Schrauben gedreht, Teekessel verwirrt und Wolken gequetscht werden.

Die Rätsel kommen in allen Varianten von offensichtlich bis knifflig daher. Die Rätsel kommen in allen Varianten von offensichtlich bis knifflig daher.

Das hört sich vielleicht seltsam an, zeigt aber, wie viel Kreativität in die Rätsel geflossen ist. Wie auch die Feinde ändern sich die Mechanismen mit jedem Areal und teilweise sogar im Gebiet selbst. Wenn ich in einen Raum mit einer verschlossenen Tür komme, sehe ich nicht auf den ersten Blick was zu tun ist. Dadurch bilden die Rätsel ein abwechslungsreiches und herausforderndes Gegengewicht zu den knallharten Kämpfen.

Spiel' mir das Lied vom »Hoot«

Wenn Sie zwischen den Kämpfen, den Rätseln und dem Herumgucken noch Zeit finden, sollten Sie auf den herausragend guten Soundtrack hören. Der untermalt jede Gegend mit ihrer eigenen Melodie, Bosskämpfe, Schlüsselszenen und Dialoge haben noch einmal eigene musikalische Themen. Die idyllischen Wolkeninseln werden von einem freundlichen Lied begleitet, während in den Bosskämpfen die Musik allein schon für Stress sorgt.

Bis auf die Koordinationsprobleme in der Sprache ist Owlboy für mich ein rundes Jump&Run, dem man die lange Entwicklungszeit und die Liebe zum Detail an jeder Ecke der Spielwelt ansieht. Es sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch wirklich clever und herausfordernder, als man auf den ersten Blick in Otus' freundliches Gesicht vielleicht denken würde. Und während das woanders vielleicht den perfekten Partner beschreiben würde, beschreibt es hier eines der besten Jump&Runs des Jahres

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