Pathfinder gilt als einer der beliebtesten Konkurrenten zu Dungeons & Dragons. Falls ihr vor allem PC-Rollenspiele spielt, kennt ihr sicherlich die enorm gelungenen CRPGs von Owlcat. Doch auch als klassisches Pen-&-Paper-Rollenspiel ist das Regelwerk natürlich beliebt, immerhin liegen dort seine Ursprünge.
Insbesondere Oldschool-DnD-Fans oder Leute, denen tiefe Charakter-Mechaniken lieber sind als Zugänglichkeit, schwören auf Pathfinder und haben DnD oft den Rücken gekehrt. Doch trotz seiner Beliebtheit muss der Verlag hinter Pathfinder schon seit einiger Zeit um sein Überleben kämpfen. Paizo wurde seit Anfang 2025 von verschiedenen Rückschlägen erschüttert, die das Unternehmen bedrohen.
Das hat jetzt eine neue Konsequenz. Denn der Verlag kündigte offiziell an, dass die Preise für einige ihrer gedruckten englischsprachigen Bücher jetzt steigen. Und das durchaus spürbar. Stellenweise schlägt der Verlag über 15 Prozent auf den ursprünglichen Preis drauf. Das gilt neben Pathfinder auch für den Sci-Fi-Ableger Starfinder.
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So werden die Preise erhöht
Die Preiserhöhung tritt nicht sofort in Kraft. Erst ab dem 1. Oktober schlägt der Verlag auf mehreren Büchern stellenweise bis zu 10 Dollar drauf. Das hier sind die konkreten Änderungen:
- Pathfinder Grundregelwerke: Der Preis für Player Core, GM Core, Monster Core und Player Core 2 steigt von 60 auf 70 Dollar.
- Taschenbuch-Regelwerke: Die Taschenbuchausgaben für Pathfinder und Starfinder steigen von 30 Dollar auf 35 Dollar.
- Einzelne Lost-Omens-Hardcover: Rival Academies steigt von 45 auf 50 Dollar, Shining Kingdoms von 60 auf 65 Dollar und Draconic Codex von 65 auf 70 Dollar.
- Starfinder Alien Core: Steigt von 65 auf 70 Dollar.
Der Preis für die PDFs der Bücher wird nicht weiter erhöht, allerdings gab es hier auch erst eine Preiserhöhung im März. Damals gab es eine saftige Preiserhöhung auf PDFs um ganze 10 Dollar. Künftig sollen Bücher bei Paizo zudem einen variablen Preis erhalten, der stärker vom Inhalt und Umfang des Buches abhängt. Also wie viele Seiten das Buch hat und wie viele Illustrationen darin vorkommen.
Und in Deutschland?
In Deutschland sind wir von der Preiserhöhung nur indirekt betroffen. Falls ihr ein physisches Buch in englischer Sprache haben wollt und etwa über Amazon bestellt, wird sich der Preis vermutlich auch bei uns erhöhen.
Da die deutschen Ausgaben von Pathfinder allerdings hierzulande vom DSA-Verlag Ulisses vertrieben und gedruckt werden, sollte sich die englische Preiserhöhung nicht zwangsweise auf deren Preis auswirken. Wir haben bei Ulisses aber nachgefragt, um das zu verifizieren.
Warum die Preiserhöhung?
Dass Paizo die Preise nun anhebt, hat sehr viele Gründe. Konkret werden in diesem Fall zunächst die gestiegenen Kosten angeführt, die heutzutage anfallen, um ein physisches Buch zu drucken. Hier kommen eine ganze Menge globaler Probleme zum Vorschein, die den Preis für den Buchdruck derzeit so massiv ankurbeln:
- Der Materialpreis für Papier ist weltweit gestiegen.
- Auch Transportkosten steigen derzeit, etwa durch die hohen Spritpreise.
- Natürlich spielt auch die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump eine große Rolle. So werden Bücher von Paizo häufig in China gedruckt, deren Importe in die USA massiv über Zölle erschwert wurden.
Bei all dem hilft natürlich ebenfalls nicht, dass Paizo derzeit ohnehin schon um sein Überleben kämpft. Der Grund dafür liegt in der Insolvenz ihres Vertriebspartners Diamond Comic. Paizo war über einen Exklusivvertrag an das Unternehmen gebunden und als Diamond insolvent ging, meldete die Großbank JP Morgan Chase ein Pfandrecht auf deren Lagerbestände an; darunter auch Bücher von Paizo mit einem Gesamtwert von ganzen 10 Millionen Dollar.
Laut Paizo handelte es sich hier jedoch um deren Eigentum, nicht um das von Diamond. Trotzdem weigerte sich der insolvente Partner, die Bestände herauszurücken. Dagegen klagte Paizo zwar erfolgreich, doch der Prozess war langwierig und kostete viel Geld. Obendrein blockierte der Exklusivvertrag mit Diamond, dass sich Paizo einen neuen Partner suchen konnte; selbst nach deren offizieller Insolvenz.
Inzwischen hat sich zwar auch das Problem gelöst, allerdings kam es dadurch zu irreversiblen, finanziellen Schäden. Schon im Juni kam es aufgrund der genannten Umstände zu Entlassungen bei Paizo.
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