Warum viele PCs zu langsam laufen und wie sich das leicht ändern lässt [Best of GameStar]

Damit ein PC sein volles Potenzial ausschöpft, müssen die Einstellungen stimmen. Wir zeigen euch, wie ihr eine oft vergessene BIOS-Option für mehr Performance nutzen könnt.

Wird der RAM ungewollt mit suboptimalen Einstellungen betrieben, kann das durchaus nennenswert Leistung kosten. Wird der RAM ungewollt mit suboptimalen Einstellungen betrieben, kann das durchaus nennenswert Leistung kosten.

GameStar Plus Logo

Artikel auf einer Seite lesen

25% Rabatt auf euer erstes Jahr GameStar Plus

GameStar Plus ist das Online-Abo für Gamer, denen gute Spiele wichtig sind. Schon ab 5,99€ im Monat. Deine Vorteile:

Zugriff auf alle exklusiven Tests, Guides, Videos und Reportagen von GameStar
Jede Woche ein exklusiver Podcast und zwei exklusive Newsletter
Von Experten, die wissen, was gespielt wird
Keine Banner und viel weniger Werbespots
Jederzeit online kündbar

Du hast bereits GameStar Plus? Hier einloggen.

Der Arbeitsspeicher in PCs läuft oft nicht von Haus aus mit der maximal unterstützten Taktrate, was unnötig Performance liegen lässt.

Das ist deshalb der Fall, weil die passende Option im Grundmenü des Rechners mit der Bezeichnung UEFI (früher BIOS) meist nicht standardmäßig ausgewählt ist.

Wie genau ihr das ändert und was dabei alles zu beachten ist, klärt dieser RAM-Guide.

Schnell-Navigation

Seite #2:


Video starten 4:00 Was passiert, wenn man dem ersten Windows-Laufwerk den Buchstaben »C« wegnimmt?


Um diese Einstellung geht es

Die genaue Bezeichnung der entscheidenden Option hängt davon ab, ob ihr eine CPU von AMD oder Intel nutzt.

  • AMD: Hier nennt sich die Option D.O.C.P. (Direct Overclock Profile) beziehungsweise EXPO (Extended Profile for Overclocking).
  • Intel: Im Falle von Intel lautet die passende Bezeichnung X.M.P. (Extreme Memory Profile).

Ist kein entsprechendes Profil im UEFI ausgewählt, wird in der Regel der Mindesttakt angelegt – und das kann einen großen Taktverlust und damit auch eine niedrigere Performance bedeuten, sowohl in Spielen als auch in Anwendungen.

Taktraten: Mindestwerte vs. Maximalwerte

  • Beim aktuellen DDR5-RAM beträgt die Untergrenze 4.400 MHz, mittlerweile werden aber sogar Taktraten von 7.000 MHz und mehr erreicht.
  • Die Untergrenze beim älteren DDR4-Speicher liegt bei 2.133 MHz, sehr viele DDR4-Module schaffen aber 3.200 MHz und mehr.

Wichtiger Hinweis - unbedingt beachten!

Arbeitsspeicher mit hohem RAM-Takt alleine reicht nicht aus: Eure CPU und euer Mainboard müssen ebenfalls mit der entsprechenden Taktrate zurechtkommen. Darauf geht der Artikelabschnitt Hoher RAM-Takt ist nicht garantiert näher ein.

Doch auch, wenn alle Komponenten kompatibel sind, kann es nach dem Einstellen des Profils passieren, dass der PC nicht mehr richtig startet.

Doch keine Sorge: Es gibt in diesem Fall mehrere Wege, die Standardeinstellungen wiederherzustellen. Darauf gehen wir im Bereich Nachteile und mögliche Probleme näher ein.

So oder so gilt, dass die Anwendung auf eigenes Risiko erfolgt. Falls ihr euch nicht so gut mit PCs auskennt, kann es auch ratsam sein, einen Verwandten oder Bekannten dazu zu holen, der euch bei der Durchführung des RAM-Checks unterstützt.

Schnell-Check in zwei Schritten

1. Welche Taktrate unterstützt mein RAM und wie schnell läuft er aktuell?

Ladet euch das Tool CPU-Z herunter. Wir empfehlen die ZIP-Version, die ihr auf der Webseite des Programms links im Bereich Classic Versions findet. Ihr könnt sie ohne Installation direkt nach dem Download und Entpacken über die Datei cpuz_x64.exe starten.

Schaut anschließend in die Reiter SPD und Memory wie im Bild unten zu sehen. Achtet dort auf die rot markierten Bereiche:

  • Der Reiter SPD (die Theorie): Hier gibt CPU-Z an, welche technischen Eigenschaften euer Arbeitsspeicher offiziell besitzt, inklusive der maximal unterstützten Taktrate. Im obigen Beispiel liegt sie bei 3.400 MHz für den genutzten DDR4-RAM. Das ist auch an der Modulbezeichnung beziehungsweise der Part-Number mit dem Wert F4-3400C16-8GSXW zu erkennen.
  • Der Reiter Memory (die Praxis): Dort ist zu sehen, mit welchen Eigenschaften euer Arbeitsspeicher tatsächlich läuft. Achtet darauf, dass ihr die hier genannte Taktrate verdoppeln müsst: Aus den ungefähr 1.070 MHz wird in diesem Beispiel so der DDR4-Minimaltakt von 2.133 MHz – statt der eigentlich möglichen 3.400 MHz.

Stellt ihr fest, dass die anliegende Taktrate im Bereich Memory mit dem Wert aus dem SPD-Bereich stimmt, müsst ihr nichts weiter unternehmen und euer RAM läuft bereits mit dem richtigen Wert.

Ist das nicht der Fall, geht ihr zum zweiten Schritt über.

Crucial Pro Overclocking 32GB DDR5-6000
Crucial Pro Overclocking 32GB DDR5-6000
Schneller DDR5-Arbeitsspeicher im RAM-Kit mit zwei Modulen mit jeweils 16 GB. Das erlaubt die Nutzung des flotten Dual-Channel-Modus und lässt gleichzeitig Raum, um später zwei weitere RAM-Module für noch mehr Kapazität nachzurüsten.
379 €

2. Wie stelle ich das richtige Profil für meinen Arbeitsspeicher ein?

  1. Die PC-Einstellungen öffnen: Geht in die Grundeinstellungen eures Rechners. Sie befinden sich im BIOS (Basic Input/Output System) beziehungsweise in der moderneren Variante UEFI (Unified Extensible Firmware Interface). Ihr erreicht diese Optionen, indem ihr kurz nach dem Start des PCs mehrfach die Entfernen-Taste drückt. Teilweise geht es auch per F2-Taste.
  2. Die richtige Option finden: Die Auswahl des RAM-Profils erfolgt in Menübereichen wie Extreme Tweaker oder O.C. Tweaker. Entscheidend sind dort im Falle von AMD-CPUs die Stichworte D.O.C.P. beziehungsweise E.X.P.O. (letzteres wurde erst mit Ryzen 7000 eingeführt). Bei Intel-Prozessoren geht es dagegen um die Abkürzung X.M.P..
  3. Abspeichern und Überprüfen: Habt ihr die Option gefunden und das Profil mit der richtigen Taktrate ausgewählt, müsst ihr die neue Einstellung nur noch speichern, was meist per F10-Taste gelingt. Anschließend könnt ihr unter Windows wie oben beschrieben erneut CPU-Z starten, um zu überprüfen, ob der Takt auch wie gewünscht anliegt.

Ein wichtiger Tipp: Die Suchfunktion des BIOS kann dabei helfen, die gewünschte Einstellung zu finden. Welche Taste ihr drücken müsst, um die Suchfunktion aufzurufen, verrät häufig eine Übersicht auf der Startseite oder der Druck auf die F1-Taste zum Anzeigen aller wichtigen BIOS-Funktionen.

Beachtet allerdings, dass je nach verwendeter Hardware auch auf AMD-Mainboards der XMP-Begriff auftauchen kann. Außerdem werden die Optionen oft ohne Punkte zwischen den Buchstaben aufgeführt und manchmal hinter Einträgen wie Ai Overclock Tuner versteckt, wie etwa hier zu sehen:

Um bei diesem Asus-Mainboard ein XMP-Profil auszuwählen, müsst ihr die Option Ai Overclock-Tuner nutzen. Um bei diesem Asus-Mainboard ein XMP-Profil auszuwählen, müsst ihr die Option "Ai Overclock-Tuner" nutzen.

Folgende Begriffe könnt ihr in die Suchfunktion des BIOS eingeben, um die richtige Option zu finden:

  • XMP
  • X.M.P.
  • DOCP
  • D.O.C.P.
  • EXPO
  • E.X.P.O.

Stehen euch zwei verschiedene Profile zur Wahl, wählt zunächst das mit der höheren Taktrate aus. Durch die Profile wird übrigens nicht nur die Taktrate korrekt eingestellt, sondern alle wichtigen RAM-Faktoren wie die anliegende Spannung und die Timings.

Arbeitsspeicher wechseln, während der PC läuft - was passiert?

Einen RAM-Versuch aus der Kategorie Bloß nicht nachmachen! haben wir im oben verlinkten Artikel aus reiner Neugier für euch durchgeführt.

Welche Nachteile und Probleme es beim Vorgehen aus diesem RAM-Check geben kann und wie hoch das mögliche Leistungsplus ausfällt, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

1 von 2

nächste Seite


zu den Kommentaren (161)

Kommentare(0)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.