Die Geschichte von Final Fantasy 14 ist eine spannende. Als das MMO 2010 erschien, hagelte es viel Kritik, sodass die Entwickler sich entschieden, nochmal alles umzukrempeln und die neue Version 2013 als Final Fantasy 14: A Realm Reborn zu veröffentlichen.
Federführend für diese Überarbeitung ist der Produzent Naoki Yoshida. Von der Community liebevoll »Yoshi-P« genannt, begleitet der Produzent das MMO seit seiner Neuausrichtung, also seit fast 14 Jahren. Auf der gamescom 2025 haben wir ihn getroffen und nach seiner schönsten Erinnerung befragt.
Nach langem Überlegen fiel ihm dann folgende Geschichte ein:
Es war das erste Final-Fantasy-Fan-Fest. Das hat in Las Vegas stattgefunden und dort haben wie die erste Erweiterung namens Heavensward angekündigt. Um an dem Fest teilzunehmen, konnte man sich zwei Tage vor dem Event registrieren lassen.
Wie das leider immer ist, ging beim ersten Fan Fest nicht alles glatt und es gab Probleme mit dem Registrierungs-System, sodass sich eine riesige Schlange bildete.
Zu dem Zeitpunkt liefen gerade die Proben auf der Bühne, als jemand vom PR-Team zu mir kam und meinte »Hey Yoshi-P, du solltest nach draußen gehen und dich bei den Leuten entschuldigen, die sind echt sauer.« Und ich dachte mir noch so »Muss ich das wirklich tun?«
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Final Fantasy 14: Heavensward - Test-Video: Die erste große Erweiterung für FF14 - Test-Video: Die erste große Erweiterung für FF14
Yoshida trat dann am Ende doch vor die Leute. Doch statt mit Buhrufen konfrontiert zu werden, jubelten die Fans und bedankten sich für seine Arbeit. Während er sich dann bei jedem einzelnen in der Schlange entschuldigte, kam er irgendwann zu einem amerikanischen Teenager:
Er drehte sich zu mir um und sagte »Du bist mein Held.« Das war ein Satz, den kannte ich bisher nur aus amerikanischen Comics und Hollywoodfilmen. Das hat mich überrascht und ich habe mich gewunder, warum jemand das zu mir sagt. Immerhin war ich doch gerade dabei, mich zu entschuldigen. Diese Begegnung ist mir sehr im Gedächtnis geblieben. Und wann immer ich daran denke oder darüber spreche, kommen mir die Tränen.
Das Fan Fest brannte sich Yoshi-P aber nicht nur wegen dieser kleinen Geste des Teenagers ein. Am nächsten Tag, als dann die Heavensward-Präsentation anstand, passierte ihm noch ein Missgeschick:
Als die Keynote auf der Bühne begann und der Heavensward-Trailer enthüllt wurde, ging ich auf die Bühne und wurde von tosendem Applaus begrüßt. Das war so heftig, dass ich richtig nervös wurde und meine Beine zu zittern anfingen.
Ich dachte mir »Ich muss da jetzt einen guten Job machen« und habe es durchgezogen. Aber als ich dann von der Bühne kam und zum Rauchen ging, habe ich auf Twitter in die Kommentare geschaut. Alle haben sich gewundert, warum die Keynote so kurz war. Da fiel mir auf: Das Panel war eigentlich auf 90 Minuten angesetzt. Ich war aber so nervös, dass ich in 60 Minuten durchgehetzt bin.
Das war auch der Moment, als ich gemerkt habe, wie wichtig Zeitmanagement ist.
Dass er nur zwei Drittel der Zeit gebraucht hat, habe ihn sehr schockiert und erschüttert. Wenn ihr euch also fragt, warum mittlerweile jede Keynote sehr gut getimed ist, kennt ihr nun den Grund.
Übrigens: Das kommende Fan Fest 2026 findet unter anderem auch in Berlin statt.
Unsere Kollegen von MeinMMO haben auch mit dem FF14-Produzenten gesprochen. Sie haben Yoshida unter anderem nach Mods gefragt, denen er trotz der eigentlich strengen Spielpolitik nicht komplett abgeneigt ist.
Yoshi-Ps Geschichte ist ein schönes Beispiel dafür, was wir in der heutigen Zeit zwischen Shitstorms und Hasskommentaren gern mal vergessen.
Egal ob Fans oder Entwickler: Eigentlich wollen wir alle einfach nur das schönste Hobby der Welt genießen. Da läuft nicht immer alles glatt, aber wenn wir aufrichtig zueinander sind, können wir mit unseren Gesten und Worten echt viel bewegen und bleibende Erinnerungen hinterlassen.
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