Regisseur Peter Jackson genießt in seiner Heimat Neuseeland Heldenstatus. Mit seiner dreiteiligen Kinoadaption des Herrn der Ringe hob er quasi im Alleingang die neuseeländische Filmindustrie aus der Taufe und sorgte durch die vielen schönen Sets und Landschaftspanoramen aus den Filmen für einen regelrechten Tourismus-Boom in dem kleinen pazifischen Inselstaat.
Doch Jacksons Ambitionen scheinen weit über die Leinwand hinauszugehen: Der Oscar-prämierte Filmemacher hat sich einem Projekt verschrieben, das direkt aus dem Science-Fiction-Thriller Jurassic Park stammen könnte: Er will den Moa zurückholen, einen riesigen, flugunfähigen Vogel, der vor rund 600 Jahren ausgestorben ist.
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Vom Filmemacher zum Paläontologen
Denn Jackson ist nicht nur Filmvisionär, sondern auch leidenschaftlicher Naturschützer. Zusammen mit seiner Frau Fran Walsh unterstützt er seit Neuestem ein ehrgeiziges Projekt des Biotech-Unternehmens Colossal Biosciences. Die amerikanische Firma machte in der Vergangenheit Schlagzeilen damit, mehrere ausgestorbene Arten wiederbeleben zu wollen; darunter etwa das Wollmammut und den Schattenwolf.
Ziel ihres neuesten Projekts ist allerdings der neuseeländische Moa. Der Laufvogel soll mittels De-Extinction – also der durch Wissenschaft ermöglichten Wiederbelebung ausgestorbener Arten – wieder in seiner ehemaligen Heimat angesiedelt werden.
Zusammen mit dem neuseeländischen Ngāi Tahu Research Centre der University of Canterbury arbeitet Colossal daher aktuell an der Gensequenzierung des Moa. Und hier kommt Peter Jackson ins Spiel; denn er und seine Frau besitzen eine weltweit einzigartige Sammlung von über 400 Moa-Knochen. Sie unterstützen die Arbeit von Colossal Biosciences nicht nur finanziell, sondern auch wissenschaftlich.
Ich habe die Idee der De-Extinction schon immer geliebt. Vor allem, weil diese Art der Wissenschaft auch bei vielen heutigen gefährdeten Arten von großem Nutzen sein kann
, erzählt Jackson im Gespräch mit IGN.
Das Projekt klingt zwar zunächst nach Science-Fiction, doch die Wissenschaft hat dahin gehend in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Colossal Biosciences setzt auf Gen-Editing-Technologien wie CRISPR, um DNA-Fragmente ausgestorbener Tiere zu rekonstruieren und in die Genome eng verwandter lebender Arten einzubetten.
Warum der Moa?
Der Moa, einst das größte Landtier Neuseelands, spielte eine entscheidende Rolle im Ökosystem des Inselstaats. Es gab neun verschiedene Moa-Arten, von denen einige bis zu 3,6 Meter groß wurden und bis zu 230 kg wogen. Sie waren die wichtigsten Pflanzenfresser und sorgten für die Verbreitung von Samen. Ihr Aussterben, hauptsächlich verursacht durch die Jagd der Māori nach deren Ankunft in Neuseeland, hinterließ eine enorme Lücke im Ökosystem.
Jackson und die beteiligten Wissenschaftler sind überzeugt, dass die Wiedereinführung des Moa dazu beitragen könnte, Neuseelands einzigartige Flora und Fauna wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Es geht also nicht nur darum, eine einzelne Art zurückzuholen, sondern das gesamte Ökosystem zu revitalisieren, das durch das Aussterben des Moa in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Die Herausforderungen der Moa-Rückkehr
Die Wiedereinführung einer ausgestorbenen Art ist jedoch mit immensen Herausforderungen verbunden. Neben der reinen technischen Machbarkeit gibt es zahlreiche ökologische und ethische Bedenken. Wo sollen die Moas leben? Welche Auswirkungen hätte ihre Wiedereinführung auf die heutige Tier- und Pflanzenwelt? All das muss zunächst sorgfältig geplant und mit der neuseeländischen Öffentlichkeit diskutiert werden.
Trotz der enormen Hürden blickt Peter Jackson optimistisch in die Zukunft. Sein Engagement im Wissenschaftsprojekt zeigt einmal mehr, dass der Filmemacher nicht davor zurückschreckt, große Visionen zu verfolgen – sei es auf der Kinoleinwand oder im Labor. Sollte das Moa Project Erfolg haben, könnte Neuseeland in einigen Jahrzehnten tatsächlich wieder von riesigen Laufvögeln bevölkert werden.
Was haltet ihr von Peter Jacksons Projekt? Könnt ihr euch vorstellen, dass der Moa tatsächlich zurückkehrt? Schreibt es uns in die Kommentare!
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