Wer bei den Stichworten Action-Rollenspiel und China aktuell an Black Myth: Wukong denkt, der liegt damit nicht falsch. Demnächst dürfte der Affenkönig in dieser Nische jedoch schlagkräftige Konkurrenz bekommen, denn mit Phantom Blade Zero macht sich bereits der nächste heiße Action-Titel aus dem Reich der Mitte warm.
Mit Zero will das Pekinger Studio S-Game seine erfolgreiche Mobile-Reihe erstmals auf PC und Konsolen bringen. Wir durften uns auf der gamescom eine halbe Stunde in der PS5-Version austoben und können euch verraten: Das neue Phantom Blade macht richtig Spaß.
Das Spiel will all jene abholen, die zwar knackige, gut inszenierte Bosskämpfe schätzen - dabei jedoch nicht ständig von ihren Gegnern zu Kleinholz verarbeitet werden wollen. Um diesen Spagat zu schaffen, nimmt das Spiel einige wohldosierte Änderungen an der althergebrachten Soulslike-Formel vor und borgt sich beim Kampfsystem sogar eine Prise Devil May Cry. Aber beginnen wir mal von vorn.
Bildschöne Assassinen-Action
Die Prämisse von Phantom Blade Zero ist schnell erzählt: Wir spielen Soul, einen ehemaligen Assassinen, dem der Mord an einem Ordensmeister in die Schuhe geschoben wird. Als Ausgestoßener sind wir vogelfrei und dazu verdammt, nur noch 66 Tage zu leben. Ausgestattet mit mächtigen Martial-Arts Fähigkeiten machen wir uns auf die Suche nach dem wahren Mörder und müssen Souls Unschuld beweisen, bevor dessen restliche Lebenszeit abgelaufen ist.
Auf seiner Suche durchstreift Soul die sogenannte Phantom World, die an das alte China angelehnt ist. Die einzelnen linearen Levelabschnitte mit ihren Bambuswäldern, Karstbergen und buddhistischen Friedhöfe machen einen wunderbar stimmigen Eindruck und sehen dank der Unreal Engine 5 beinahe lebensecht aus.
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Phantom Blade Zero - Acht Minuten Gameplay zur kommenden Soulslike-Hoffnung
Kämpfe, Kombos, Konter
Zum Sightseeing sind wir allerdings nicht hier. Die Gegner und Bosse, die sich uns auf unserem Rachefeldzug in den Weg stellen, vermöbeln wir mit einem umfangreichen Arsenal aus Dolchen, Schwertern und Lanzen. Die Kämpfe spielen sich dabei derart filigran, dass sie fast einem Tanz gleichen - ausgeführt mit tödlichen Klingen.
Schlagen die Gegner zurück, können wir wie auch in anderen Soulslikes ausweichen oder blocken. Besonders heftige blaue Attacken müssen wir im richtigen Moment für einen stylischen Konter parieren, den per rotem Blitz angekündigten Killer-Moves dagegen tunlichst ausweichen - sonst erledigen uns die Bosse mit nur einem Treffer.
Neben zwei primären Klingenwaffen, die wir per Knopfdruck wechseln können, stehen Soul auch eine Reihe hilfreicher Sekundärwaffen zur Verfügung. Der Bogen ist davon noch die normalste, alternativ rüsten wir einen Flammenwerfer oder eine mächtige Kanone aus. Das Abfeuern der Sekundärwaffen kostet allerdings Zeit, sie sollten daher nur im richtigen Moment eingesetzt werden.
Die Umgebungen von Phantom Blade Zero sind stimmungsvoll gestaltet: Vom verregneten Bambuswald bis hin zur von Kerzen beschienenen Boss-Arena.
Aufgrund fehlender offizieller Screenshots seitens der Entwickler mussten wir die Bilder für diesen Artikel aus dem vorhandenen Videomaterial ausschneiden. Die reduzierte Bildqualität bitten wir zu entschuldigen, sie entspricht nicht der tatsächlichen Spielgrafik.
Soulslight statt Soulslike
Mit seinen geschickt choreografierten Kämpfen orientiert sich Phantom Blade ganz bewusst an alten Kung-Fu-Filmen und erinnert mit seinem Fokus auf die flüssige Verkettung von Kombos stark an Action-Titel wie Ninja Gaiden oder das eingangs erwähnte Devil May Cry. Laut der Entwickler sollen die stylischen Kombo-Hiebe besonders Genre-Einsteiger motivieren.
Doch auch für Soulslike-Veteranen hat das Kampfsystem etwas zu bieten, denn die grundlegenden Moves von Phantom Blade Zero sind zwar einfach zu lernen, doch bis zur wahren Meisterschaft kann es schon ein Weilchen dauern.
Grundsätzlich soll Phantom Blade Zero aber weitaus mehr Fehler verzeihen, als es beispielsweise bei Titeln aus dem Hause FromSoftware der Fall ist. Im Gegensatz zu diesen spawnen besiegte Gegner in Phantom Blade nämlich nicht nach, wenn wir zwischenzeitlich ins Gras beißen - hier heißt es also eher Soulslight als Soulslike.
Die großen Unbekannten
Zumindest beim Kampfsystem zeigt Phantom Blade Zero schon jetzt klar, wo die Reise hingeht. Einige andere Fragen bleiben aber nach wie vor offen. Denn in der gezeigten Demo-Fassung war etwa das Skillsystem des Action-Rollenspiels noch nicht implementiert. Entwickler S-Game betont aber, dass wir Spielfigur Soul nach unseren Bedürfnissen anpassen können.
Das fertige Spiel soll laut ersten Informationen rund 30 bis 40 Stunden Umfang bieten. Genau festlegen wollen sich die Entwickler aber bislang nicht. Auch zur weiteren Handlung hüllt sich das Team in Schweigen. Bisher wurden in den Trailern und der Demo nur einige wenige Gegnertypen gezeigt. Serientypisch dürfte es aber zumindest zu einer Begegnung mit Souls Jugendfreund Zuo Shang kommen, der nun zum Erzfeind geworden ist.
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Kein Bock auf Souls-Frust? So spielt sich die UE5-5-Hoffnung Phantom Blade Zero
Auch bei den unterstützten Plattformen ist das letzte Wort offenbar nicht gesprochen. Eine PC- und PS5-Version sind zwar offiziell bestätigt, zu einer möglichen Xbox-Version gibt es jedoch widersprüchliche Aussagen. Auf dem chinesischen Markt ist Microsofts Konsole nämlich deutlich weniger stark vertreten als hier im Westen.
Auf ein konkretes Releasedatum wollten sich die Entwickler bislang ebenfalls nicht festlegen. Zumindest die auf der gamescom gezeigten Abschnitte wirkten aber bereits sehr poliert.
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