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Port Royale 4 könnte eure Meinung über Wirtschaftssims ändern

Wirtschaftssims klingen mit Begriffen wie »Handelsrouten« oder »Angebot und Nachfrage« für manche ziemlich öde. Port Royale 4 hat aber eine große Überraschung parat.

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Port Royale 4 sollte mich eigentlich nicht interessieren, schafft es aber trotzdem. Port Royale 4 sollte mich eigentlich nicht interessieren, schafft es aber trotzdem.

Spiele wie Die Gilde, Patrizier oder Port Royale klangen für mich eigentlich immer öde. Diese Namen schreien nach stundenlangem Warengefummel und Statstiktabellen. Wie ein Grundkurs in Betriebswirtschaftslehre. Dabei will ich doch Schlachten schlagen und Städte bauen! Ihr könnt euch vorstellen, wie euphorisch meine Reaktion ausfiel, als ich erstmals von Port Royale 4 erfuhr.

Nun habe ich aber meine Vorurteile mal beiseite gelegt. Meine Gedanken frei gemacht, um mit den Entwicklern einfach selbst über ihre Handelssimulation zu sprechen. Mir vielleicht zeigen zu lassen, wie Port Royale 4 mein Herz erobern könnte. Und - ich wage es kaum zu glauben: Sie haben mich vorerst überzeugt!

Darum geht's in Port Royale 4

Zugegeben, das Setting allein finde ich eigentlich schon spannend. Es geht erneut in die Karibik des 17. Jahrhunderts. Stellt euch weiße Strände vor, hinter denen weite, grüne Dschungel zu erblicken sind. An den Küsten tummeln sich junge Siedlungen und florierende Handelsplätze - darunter auch das namensgebende Port Royale. auf den Meere wimmelt es vor tollkühnen Matrosen und ruchlosen Piraten.

Wir übernehmen die Rolle eines Kapitäns einer von vier Nationen (England, Spanien, Niederlande und Frankreich). Sowohl unser Kapitän als auch dessen Nationalität bringen verschieden Fähigkeiten mit sich. Eine niederländische Händlerin kann etwa sowohl günstiger Schiffe bauen, als auch Handel mit Nationen treiben, die sich eigentlich im Krieg befinden.

Danach machen wir uns die Karibik untertan. Und zwar in dem wir ganz genau im Blick behalten, welche Waren wir zu Geld machen können. Port Royale 4 verlässt sich wie seine Vorgänger auf ein komplexes Handelssystem, das von sehr vielen Faktoren beeinflusst wird. Waren wie Bananen oder Rum verlieren an Wert, wenn es zu viele davon gibt, oder steigen, wenn die Handelsroute von Piraten oder Stürmen bedroht ist.

Das mag einige von euch begeistern, immerhin ist die Port-Royale-Reihe gerade bei uns Deutschen sehr beliebt. Mich konnte dieses Konzept bislang aber noch nie so wirklich abholen.

Deshalb könnte es meine Meinung ändern

Port Royale 4 gelingt nun aber dieses Zauberstück. Denn auch wenn es in erster Linie ein komplexe Wirtschaftssimulation ist, bietet das Spiel auch noch sehr viel mehr:

1. Port Royale 4 sieht verdammt gut aus:

Ja, das mag eine Oberflächlichkeit sein. Aber eine schöne Optik kann vor allem im Bereich Atmosphäre wahre Wunder wirken. Der Karibik von Port Royale gelingt das. Mit vielen kleinen Details in der Umgebung und an den Schiffen. Mit dem wunderbar tiefblauen Wasser, über das unsere Schiffe hinweggleiten und dem stufenlosen Zoom, mit dem wir alles im Blick behalten. Port Royale könnte sich schon alleine für die lohnen, deren Sommer-Urlaub dieses Jahr wegen Virus-Gefahr ins Wasser fällt. Aber werft am besten selbst einen Blick in unsere Screenshot-Gallerie:

2. Städtebau wird wichtiger:

Ich habe gefühlt fast das komplette Jahr 2019 in meinem Inselreich von Anno 1800 verbracht. Port Royale könnte dem Ganzen 2020 Konkurrenz machen. Denn Aufbau wird im neuen Teil deutlich wichtiger. Es ist eben nicht mehr nur von Belang, an Handelsrouten zu tüfteln. Wir können die Städte auch vergrößern. Gebäude so platzieren, dass sie sich gegenseitig in die Höhe buffen und deutlich mehr Waren ausspucken. Aufbaustrategie liegt weiterhin im Trend und davon will und kann auch Port Royale 4 jetzt profitieren.

3. Es gibt rundenbasierte Kämpfe:

In diesem Fall bin ich eventuell allein. Für mich sind rundenbasierte Kämpfe oft aber eine gute Nachricht. Vor allem für eine Serie, deren Echtzeit-Seeschlachten früher bei Fans eher unbeliebt waren. Das neue System sieht vielversprechend aus und bietet auch ein paar ungewöhnliche Ansätze. Mit unserem Flaggschiff können wir beispielsweise auch einen Riesenkraken beschwören! In einer sonst doch eher realistischen Handelssimulation! Die Entwickler probieren also ein wenig herum und am Ende könnte uns ein deutlich spannenderes Kampfsystem erwarten. XCOM auf hoher See? Ich bin dabei!

Video starten PLUS 8:58 Port Royale 4 wird rundenbasiert - »In Echtzeit waren die Kämpfe zu hektisch«

Was muss dafür bei Release klappen?

Ihr merkt, ich hab inzwischen wirklich Lust auf Port Royale 4! Es ist eine Wirtschaftssimulation, klar. Aber auch dieses auf den ersten Blick trockene Genre bietet trotzdem sehr viel mehr Ansatzpunkte als nur Statistiktabellen und Schieberegler.

In trockenen Tüchern ist das alles aber noch nicht. Wer weiß, vielleicht langweilt mich das Spiel letztlich dann doch mit seinem Fokus auf Wirtschaftssysteme. Das die funktionieren werden, bezweifle ich gar nicht. Dafür hat die Reihe sich schon zu lange gehalten. Problem könnte es höchstens an anderen Stellen geben.

Die Kämpfe klingen beispielsweise sehr spannend, wie flott sie sich aber wirklich spielen, können wir nur erahnen. Die Version, die mir gezeigt wurde, hatte noch nahezu keine Kampfeffekte. Die sollen natürlich noch kommen. Aber ob das Ganze dann auch etwas mehr knallt, ist zumindest momentan noch Spekulation. Selbst der Riesenkraken war bisher nur ein sinkender Lebensbalken.

Außerdem muss sich auch die Aufbaukomponente erst noch beweisen. Wird das neue System dafür sorgen, dass ich wirklich meine Städte akribisch Stück für Stück vergrößer? Sollte sich das letztlich nicht rentieren, wäre Port Royale 4 zumindest für mich schnell wieder ein Stück uninteressanter. Dass es aber überhaupt mein Interesse wecken konnte, nehmen ich bis auf Weiteres erst einmal als ein sehr gutes Zeichen.

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