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Seite 2: Pro Evolution Soccer 2009 - Ausführlich angespielt: Meistertitel oder Mogelpackung?

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Bedienung / KI

Wer wie in Pro Evolution Soccer 2008 die Steuerung auf »manuell« (neziehungsweise »nicht unterstützt«) schaltet, erlebt eine Überraschung. Denn im Vorgänger bewirkte dies lediglich, dass Sie den angewählten Kicker stets per Knopfdruck wechseln mussten. Bei Pässen schaltete PES 2008 aber auch in der manuellen Einstellung automatisch zum Ballempfänger weiter. In Pro Evolution Soccer 2009 geschieht dies nicht mehr, hier müssen Sie auch nach einem Zuspiel per Hand zum Zielkicker wechseln. Falls Sie's nicht tun, übernimmt die KI den Ballführenden und kickt selbstständig weiter. Währenddessen können Sie mit dem Passgeber in den freien Raum vorstoßen -- das erinnert an die aus Fifa bekannte »Off the Ball«-Steuerung.

Der KI können Sie derweil allerdings keine Befehle erteilen. Also müssen Sie hoffen, dass der Computer klug passt,flankt oder schießt. Blöd: Den Torwart dürfen Sie in dieser Einstellung nicht steuern, also drischt er die Kugel nach einem Rückpass meist geistlos weg, statt einen klugen Pass zu spielen. Denn die Torhüter-KI entpuppt sich abermals als suboptimal, manchmal hampeln selbst Weltklasse-Keeper (!) ähnlich schlimm herum wie Cottbus' legendärer Torclown Tomislav Piplica an seinen schwärzesten Tagen. Gravierende Fehler passieren den Top-Torhütern allerdings seltener als in PES 2008 -- immerhin ein kleiner Fortschritt.

Ebenfalls geändert hat sich das Zweikampfverhalten: Wenn sich der Ballführende von seinem Gegenspieler wegdreht und stehen bleibt, kann er das Leder mit dem Körper abschirmen -- nützlich. Dabei kommt es unserem Eindruck nach allerdings häufig zu Rempeleien, die die (etwas kleinlichen) Schiedsrichter rigoros abpfeifen.

Nach wie vor gilt: Bei Schüssen und Pässen müssen die Kicker richtig zum Leder stehen, Timing spielt eine wichtige Rolle. Selbst PES-Veteranen dürften in den ersten Partien zahllose Schüsse über den Kasten jagen, bis sie ein Gefühl für das Ballverhalten entwickeln. Das Spieltempo ist wieder etwas höher als auf dem realen Rasen.

Ballphysik

Das alte Lied: In keinem Teil der Pro Evolution Soccer-Serie verhält sich das Leder exakt wie im vorherigen. Allzu gewaltig fällt der Unterschied diesmal aber nicht aus, nach wie vor prallt die Kugel weitgehend realistisch von Köpfen, Beinen und Pfosten ab; die Kollisionsabfrage ist erkennbar genauer als in Fifa 09. Teilweise verhält sich die Kugel aber auch seltsam, etwa wenn sie zu stark zurückspringt oder flott über den Rasen »gleitet«, anstatt zu hoppeln. Insgesamt wirkt die Physik damit weniger realistisch als in Pro Evolution Soccer 6.

Auf der nächsten Seite lesen Sie über die Spielmodi -- und unser Vorab-Fazit.

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