Was habe ich auf GameStar schon alles über große TVs geschrieben! Ihr wisst, dass ich auf riesige Fernseher stehe. Die technischen Begrenzungen der Vergangenheit sind weg, es ist also möglich.
Es ist kein Geheimnis, wenn ich euch sage, dass die meistproduzierten Bildschirmgrößen 55 und 65 Zoll sind.
Ein Beratungsunternehmen hat gerade allerdings eine Anomalie festgestellt: Im ersten Quartal 2025 wurden deutlich mehr 75-Zöller verkauft als in den Jahren zuvor.
Wird mein Traum von ganzen Videowänden also bald wahr?
Das sagen die Zahlen
Das Marktforschungsunternehmen GfK stellte im Sommer 2024 fest (via Flatpanels HD): Wenn Europäer sich einen neuen TV leisten, erhöht sich die Displaygröße um 1,2 Zoll pro Jahr. So sieht es in Deutschland aus:
- Die Durchschnittsgröße lag 2010 bei etwa 32 Zoll.
- Bis ins Jahr 2025 stieg die Kurve in Richtung 55 Zoll an.
- Der europäische Durchschnitt liegt bei rund 50 Zoll
Die Beratungsfirma Counterpoint, die ebenfalls mit vielen Tech-Riesen zusammenarbeitet, hat neulich etwas Interessantes herausgefunden.
Im ersten Quartal 2025 wurden weltweit deutlich mehr größere TVs verkauft.
- Die Auslieferungen von 75 Zoll und größeren TVs stiegen im Jahresvergleich um 79 Prozent, während der Umsatz um 59 Prozent zunahm.
Wichtig zu wissen: Die Zahlen von Counterpoint beziehen sich auf den weltweiten Markt. Nichtsdestotrotz zeichnet sich daraus ein möglicher Trend zu größeren TVs ab – auch in Europa.
Zu einem ähnlichen Schluss kommen auch die Daten von DSCC, einem Beratungsunternehmen, das mittlerweile zu Counterpoint gehört.
Im zweiten Quartal 2024 fand DSCC (via Display Daily) unter anderem heraus, dass die weltweite Nachfrage nach TVs von über 80 Zoll im Vergleich zum Vorjahr um satte 29 Prozent gestiegen war
Größe holt Technik auf
Wenn die Daten eines zeigen, dann, dass die TV-Größen in unseren Wohnzimmern kontinuierlich steigen. Laut der GfK-Grafik liegt der Durchschnitt der Deutschen noch nicht ganz bei 55 Zoll. Bis die 75 Zoll hier Standard sind, dauert es beim angegebenen Faktor von 1,2 Zoll pro Jahr noch rund 17 Jahre – wenn nicht ein signifikanter Sprung stattfindet.
Ich glaube, dass die stetige Vergrößerung erst mal so weitergeht.
- Die Technik gibt es her. Gerade Panels sind mittlerweile ausgereift genug, als dass sie solche riesigen Displays hergeben. Letztes Jahr erst zeigte TCL einen 98-Zöller.
- Die Auflösung macht es möglich. Obwohl bei etwa 100 Zoll die 4K-Auflösung an ihre Grenzen kommt, ist alles darunter für UHD geeignet.
3:12
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Darüber hinaus werden Fernseher immer günstiger. Das Statistische Bundesamt fand im Oktober 2024 heraus:
- TV-Geräte kosteten durchschnittlich 4,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.
- In den Vorjahren waren die Preise bereits kollektiv gesunken: 2023 um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und 10,2 Prozent in Relation zu 2020.
- Das alles geschah, obwohl die Verbraucherpreise stiegen: 2 Prozent im Vergleich zu 2023 und sogar 16,7 Prozent im Vergleich zu 2020.
Wann ist das Ende der Fahnenstange erreicht?
Das passiert im Grunde aus einem von zwei Gründen:
- Technische Limitationen, wenn es also erst einen weiteren signifikanten Sprung in der Technik gibt.
- TVs werden zu groß für unsere Wohnzimmer.
Ich glaube, dass Letzteres der Fall sein wird. Solange wir Platz haben, werden wir uns Riesen-TVs ins Wohnzimmer stellen.
Und damit bin ich vollkommen einverstanden, weil das in den Traum einzahlt, den ich habe.
Wie realistisch sind ganze Videowände?
Als ich 2018 live in Las Vegas dabei war, als Samsung The Wall zeigte, keimte in mir der Gedanke: »Was, wenn wir ganze Wände als TVs hätten?«.
Auch hier machte die Technik mit MicroLED wieder einen großen Sprung vorwärts. Das sind die Vorteile von Micro-LED:
- Selbstemittierend, heißt, es ist keine Hintergrundbeleuchtung nötig.
- Höherer Kontrast im Vergleich zu LED.
- Perfektes Schwarz, ganz wie bei OLED.
- Keine Verschleißerscheinungen wie bei OLED und damit eine lange Lebensdauer.
- Schnelle Reaktionszeiten
- Modular einsetzbar, wodurch jede Displaygröße potenziell möglich ist.
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Das Problem: MicroLED ist extrem teuer. 2024 zeigte TCL einen MicroLED-TV mit 163 Zoll – für über 100.000 Euro. Mit über vier Metern Bildschirmdiagonale sind wir den verheißungsvollen Videowänden also recht nah.
Technisch gesehen ist es jetzt schon möglich, allerdings nicht bezahlbar für uns Otto-Normal-Verbraucher. Außerdem existieren ja auch Beamer, mit denen es viel leichter ist, eine große Fläche mit einem Bild zu bespielen. Wer weiß, ob sich TVs überhaupt durchsetzen würden.
Wenn ihr wissen wollt, warum euer TV größer sein sollte, als ihr glaubt, schaut gerne in meinen Artikel dazu. Wenn ihr den passenden Fernseher sucht, hilft euch unsere TV-Kaufberatung gerne weiter.
Ein Problem, das mit Videowänden auf uns zukäme: weniger Stauraum. Wir Deutschen stellen unsere TVs ja gerne in Schrankwände – eine schlechte Idee. Zumindest diesen Fehler würden wir dann nicht mehr begehen. Und ein bisschen mehr Minimalismus würde zumindest mir auch nicht schaden.
Zum Schluss zücke ich nochmal den Taschenrechner. Wie viel Zoll müsste ein TV haben, um die ganze Wand auszufüllen?
Bei einer durchschnittlichen Raumhöhe von 240 cm und einer Breite von 400 cm, bräuchte es ein Bildschirmdiagonale von 459,77 cm oder 181 Zoll, um die ganze Wand auszufüllen.
Bleibt der Faktor von 1,2 Zoll pro Jahr erhalten, muss ich also nur 105 Jahre warten, bis ich endlich meinen 181-Zöller an die Wand schrauben kann. Könnte also knapp werden.








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