Samsung hat auf seinem heutigen Unpacked Event neben den Galaxy Watch 8-Smartwatches auch seine neuen Foldables vorgestellt. Während das Z Fold 7 mit radikaler Schlankheitskur und 200-Megapixel-Kamera überzeugen soll, setzt das Z Flip 7 auf Evolution statt Revolution.
Samsung Galaxy Z Fold 7
- Viel dünner als der Vorgänger und mit deutlichem Kamera-Upgrade.
- Dafür auch teurer – die Preise starten bei 2.099 Euro.
Samsung Galaxy Z Flip 7
- Jetzt mit randloserem Front-Display und größerem Akku.
- Die Basisversion bleibt preislich bei 1.199 Euro.
Ich durfte beide Geräte auf einem Presse-Event im Vorfeld ein wenig ausprobieren und ordne die wichtigsten Neuerungen für euch ein.
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Design und Haptik
Das Z Fold 7 schließt sich einem aktuellen Trend an, den wir etwa vom Galaxy S25 Edge oder auch iPhone 16e kennen: Das Falthandy ist extrem dünn geworden.
Es schließt bündig und ist zusammengeklappt mit gerade einmal 8,9 Millimetern unmerklich dicker als das Galaxy S25 Ultra mit seinen 8,2 Millimetern – aufgeklappt misst es sogar nur 4,2 Millimeter und ist damit kaum dicker als der verbaute USB-Anschluss.
Damit unterbietet es seinen Vorgänger deutlich und trägt in der Tasche kaum stärker auf als ein klassisches Smartphone, obwohl es durch die gewachsenen Displays etwas größere Abmessungen besitzt als das Fold 6.
Wenn man das Fold 7 neben das Fold 6 legt, dann ist es wirklich erstaunlich, wie schlank das neue Modell ist. Fairerweise muss man aber sagen, dass die Foldables anderer Hersteller wie etwa Honor inzwischen ähnlich dünn sind. Das Magic V5 misst zusammengeklappt auch nur 9 Millimeter an der breitesten Stelle (Kamera nicht eingerechnet).
Die Schlankheitskur stellt beim Foldable aber keinen Kompromiss dar, was die Stabilität angeht. Das Falthandy macht einen sehr wertigen Eindruck und Unterschiede bei der Verarbeitungsqualität oder Steifigkeit des Gehäuses konnte ich im direkten Vergleich nicht feststellen.
Auch in anderen Aspekten gibt es im Gegensatz zum S25 Edge keine Abstriche, im Gegenteil – aber dazu später mehr.
Beim Z Flip 7 fällt die Schlankheitskur indessen moderater aus. Zwar ist auch dieses Modell etwas dünner geworden, zusammengeklappt bleibt es mit 13,7 Millimetern allerdings deutlich dicker als das Fold 7. Auch bei diesem Modell hat Samsung die Displays vergrößert, es bleibt aber dennoch kompakt.
Beide Modelle setzen weiterhin auf »Armor Aluminum«-Rahmen, Gorilla Glass Victus 2 außen und IP48-Zertifizierung.
Displays und neue Scharniertechnik
Beide Foldables haben, wie schon erwähnt, größere Displays erhalten. Das Flip ist damit nun etwas breiter geworden, wodurch sich das Tippen auf dem Bildschirm für mich etwas angenehmer anfühlt als bei den Vorgängermodellen.
Beim Außendisplay gibt es keinen breiten Displayrand mehr. Die Kameralinsen sind in den Bildschirm integriert, wie wir es beispielsweise vom Motorola Razr 60 Ultra kennen. Das gefällt mir optisch deutlich besser als beim Flip 6 und sieht richtig schick aus.
Daneben bietet das Display wie auch beim Fold 7 eine sehr starke Spitzenhelligkeit von 2.600 Nits, womit das Ablesen bei Sonnenlicht überhaupt kein Problem darstellen sollte.
Die beiden Displays des Z Fold 7 sind ebenfalls etwas größer und bieten so noch mehr Platz für Inhalte, was gerade beim acht Zoll großen Hauptdisplay eine willkommene Neuerung ist, wenn man beispielsweise mit mehreren Fenstern arbeitet.
Beim großen Foldable gibt es noch eine Besonderheit: In der Vergangenheit hatte sich Samsung bemüht, die Frontkamera hinter dem Display zu verstecken. Mit dem Fold 7 kehrt man nun jedoch zu einer Punch-Hole-Kamera zurück, um eine bessere Bildqualität für Selfies oder Videochats zu ermöglichen.
Auch die Scharniertechnik wurde überarbeitet und soll laut Hersteller unter anderem dafür sorgen, dass die Bildschirmfalte weniger zu sehen und zu spüren ist. Das klappt zwar ganz ordentlich, allerdings sind wir noch weit von einem unsichtbaren Falz entfernt – man sieht und spürt ihn weiterhin.
Performance
Bei der Performance der beiden Foldables gibt es nennenswerte Unterschiede. Im letzten Jahr setzten beide Modelle noch auf den Snapdragon 8 Gen 3-Chip, nun setzt Samsung allerdings verschieden starke Chipsätze je Modell ein.
Das Fold 7 erhält den aktuellen Spitzen-Chip Snapdragon 8 Elite, der zusammen mit 12 beziehungsweise 16 Gigabyte Arbeitsspeicher für eine Top-Leistung sorgt.
Das Flip 7 hingegen setzt auf den herstellereigenen Exynos 2500 und 12 Gigabyte Arbeitsspeicher. Dieser Chipsatz liegt leistungsseitig leicht über dem Snapdragon 8 Gen 3, ist allerdings nicht so performant wie der Elite-Chipsatz.
Allerdings habe ich bereits bei meinen letzten Smartphone-Tests festgestellt, dass die Unterschiede vielen Nutzern im Alltag kaum auffallen dürften. Beide Chipsätze bieten genügend Leistung für alltägliche Tätigkeiten – die Unterschiede fallen höchstens bei sehr grafikintensiven Anwendungen oder bei minimal kürzeren Ladezeiten in Spielen auf.
Nichtsdestotrotz: Wer die beste Leistung will, bekommt diese nur beim Fold 7.
Kameras
Ein großes Kamera-Upgrade gibt es beim Fold, denn laut Samsung hatte die Community dies gefordert und man habe den Wunsch erfüllt.
Das Falthandy übernimmt die 200-Megapixel-Hauptkamera des S25 Ultra, was einer deutlichen Steigerung gegenüber der älteren 50-Megapixel-Optik entspricht.
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Telezoom und Ultraweitwinkel bleiben weitgehend unverändert, die neue Frontkamera bietet eine höhere Auflösung und liefert dank Punch-Hole schärfere Aufnahmen.
In der gut beleuchteten Testumgebung hinterließ das Kamerasystem einen guten Eindruck – allerdings muss sich im ausführlichen Test noch zeigen, wie gut sie in der »echten Welt« abschneidet.
Beim Galaxy Z Flip 7 ändert sich erstmal nichts: 50-MP-Weitwinkel plus 12-MP-Ultraweit liefern solide, wenn auch nicht spektakuläre Ergebnisse – in heller Umgebung sind die Ergebnisse gut. Aber auch hier muss sich zeigen, ob und inwiefern Samsung softwareseitig nachgebessert hat.
Akku
Beim Fold 7 bleibt es bei 4.400 Milliamperestunden, allerdings ist das aus meiner Sicht trotzdem beeindruckend. Der Akku musste im deutlich dünneren Gehäuse verbaut werden, zumal der Hersteller weiterhin auf Lithium-Ionen-Akkus setzt statt auf die neuen und kleineren Silizium-Kohlenstoff-Akkus.
Durch den energieeffizienteren Snapdragon-Chipsatz könnte das Fold 7 allerdings eine im Vergleich zum Vorgänger etwas längere Akkulaufzeit bieten.
Beim Flip 7 wächst der Akku von 4.000 auf 4.300 Milliamperestunden – trotz leicht dünnerem Gehäuse. Damit dürfte auch bei diesem Modell am Ende eine etwas längere Laufzeit herausspringen.
Fazit
Beeindruckt hat mich bei den neuen Foldables vor allem das Galaxy Z Fold 7. Der Hersteller hat auf die Community gehört und das Gerät viel schlanker und leichter gefertigt. Eine Dicke von 4,5 Millimeter im ausgeklappten Zustand ist beeindruckend.
Daneben hat man nun auch die hochwertige Kamera aus der S25-Ultra-Reihe übernommen und bietet trotz nur leicht größeren Abmessungen mehr Platz auf den Displays.
Allerdings kommen diese Neuerungen mit einem spürbaren Makel: Gegenüber dem Fold 6 steigt nämlich der Preis um knapp 100 Euro. Los geht es beim Fold 7 nun bei 2.099 Euro. Das wird wohl nicht jeder bereit sein, für ein Foldable zu investieren.
Das Galaxy Z Flip 7 ist eine solide Weiterentwicklung. Gut gefallen mir auch hier die größeren Bildschirme, vor allem aber das randlosere Außendisplay, das im Vergleich zum Flip 6 deutlich schicker aussieht.
Zudem hat es der Hersteller geschafft, einen größeren Akku in ein kleineres Gehäuse zu quetschen und erstmals gibt es nun auch Samsung DeX für das Flip. Insgesamt ist das neue Modell aber nur eine konsequente Weiterentwicklung und steht etwas im Schatten des Fold. Ich hätte mir im Flip 7 in jedem Fall auch die Fold- beziehungsweise S25-Ultra-Kamera gewünscht.
Was ist eigentlich mit dem Flip FE? Samsung bringt ein drittes Fold in den Handel, das Flip FE. Warum erzähle ich davon nichts in diesem Artikel? Nun, ich konnte es nicht ausprobieren. Das Flip FE kommt für 999 Euro in den Handel und basiert auf dem Galaxy Z Flip 6 – es ist mit diesem nahezu identisch.
Da das Vorjahresmodell inzwischen jedoch schon preislich für weit unter 800 Euro erhältlich ist, empfinde ich es als etwas überflüssig. Den einzigen Vorteil sehe ich darin, dass dieses Handy neuer ist und somit ein Jahr länger Updates bekommt – für mich wäre das aber kein Kaufargument, wenn ich andererseits Geld sparen kann.
Übrigens: Zum Marktstart lockt Samsung wieder mit Early-Bird-Angeboten. Wenn ihr euch für ein Modell entscheidet, erhaltet ihr die größere Speicherausstattung zum Preis der nächst kleineren.



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