Zwischen 2022 und 2023 sackte die Stimmung in der Community von Dungeons & Dragons auf den absoluten Tiefpunkt. So wütend wie damals waren die sonst recht treuen Fans davor noch nie und seither auch nicht mehr. Und wieso die ganze Aufregung? Wizards of the Coast hatte angekündigt, die sogenannte OGL anzupassen.
Die Open Game License erlaubt es Drittanbietern, die Regelgrundlage für Dungeons & Dragons zu verwenden und eigene Produkte rund um das Spielsystem zu veröffentlichen. Das sorgte jahrelang für eine riesige Menge an Inhalten. Wie etwa neue Klassen, Spielwelten oder Zaubersprüche. Einige Verlage wie Kobold Press sind gar darauf spezialisiert.
Die Änderungen von 2022 hätten dem DnD-Verlag viele neue Rechte eingeräumt. Darunter eine Umsatzbeteiligung, uneingeschränktes Urheberrecht und Vorteile bei digitalen VTT‑Angeboten. Für die DnD-Community wirkte das wie ein absoluter Verrat an viel, wofür DnD steht. Für Offenheit, Eigenständigkeit und Vielfalt.
Der Aufschrei war so groß, dass Wizards of the Coast zurückrudern musste. Seither sind viele Jahre vergangen und DnD hat seit 2025 einen neuen Chef: Dan Ayoub. Im Interview mit Wargamer spricht er von den Narben, die das ganze OGL-Drama hinterlassen hat.
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Nach Baldur's Gate 3: Warum die Zukunft NICHT Dungeons & Dragons gehört (LIVE)
»Wir haben viele Fehler gemacht«
Dan Ayoub übernahm als Head of Dungeons & Dragons bei Wizards of the Coast ab 2025 das Ruder. Zuvor war er bereits als Senior Vice President of Digital Games im Verlag tätig. Überhaupt stammt Ayoub aus der Gaming-Branche, war vorher lange Zeit Produzent und Studioleitung bei 343 Industries und arbeitete dort an Halo.
Laut eigener Aussage brennt in Ayoub aber eben eine große Leidenschaft für Dungeons & Dragons. 2022 war er bereits ein Teil von Wizards of the Coast und bekam damit den OGL-Skandal schon mit. Vier Jahre später will er DnD wieder zu dem Spiel machen, das er früher geliebt hat.
Ich liebe D&D, und der Grund, wieso ich diesen Job angenommen habe, ist, dass es wieder so sein soll, wie ich mich daran erinnere.
Dabei räumt er auch ein, dass der Verlag bei seiner Übernahme nicht gut dastand. Dass ihm noch viele Fehler nachhingen, nicht nur in Bezug auf die OGL. Aber dessen Nachwehen schmerzen das Unternehmen wohl noch am meisten.
Viele Menschen und Unternehmen haben sich auf eine bestimmte Sache spezialisiert. Man schenkte der Marke Vertrauen, und die Menschen hatten zu Recht das Gefühl, dass ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. In einigen Fällen hat dies Schäden verursacht, die wir bis heute zu beheben versuchen. [...]
Meine wichtigste Erkenntnis zu Beginn dieser neuen Aufgabe ist, dass es lange dauert, Vertrauen aufzubauen, es aber in einem Augenblick zerstört werden kann. Mir ist sehr wohl bewusst, dass es lange dauern wird, dieses Vertrauen wiederherzustellen, aber ich hoffe, dass die Menschen uns den Vertrauensvorschuss gewähren, während wir weiterhin zeigen, dass wir unsere Lektion gelernt haben.
Wie DnD Vertrauen zurückgewinnen will
Unter Dan Ayoub macht DnD derzeit einen spürbaren Wandel durch. Die Marke wird viel stärker als Franchise begriffen und Bücher, Spiele, Filme, und Serien werden stärker miteinander verknüpft und nachgehalten. Deshalb gibt es immer mehr Bücher, in denen ihr liebgewonnene Figuren aus Baldur's Gate 3 sehen könnt.
Obendrein ist DnD zu einem Season-Modell gewechselt und veröffentlicht nun regelmäßig neue Inhalte, die thematisch aneinander gekoppelt wurden. Um es sich mit den Fans zudem nicht zu verscherzen, wurde ein Community-Beirat gegründet, der dem Verlag Feedback geben soll.
Außerdem werden wieder altbekannte Gesichter hinzugezogen, Leute wie R. A. Salvatore, den viele für seine DnD-Romane rund um Drizzt Do'Urden kennen. Aber auch etwa Luke Gygax, den Sohn des DnD-Erfinders.
Komplett bejubelt wird der Verlag aber trotzdem nicht. Auch jetzt noch gibt es immer mal wieder Entwicklungen, die Fans eher kritisch sehen. Oben im Linkkasten findet ihr etwa eine kritische Kolumne, in der es um die Kooperationen mit Star Wars und World of Warcraft geht.
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