Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer ist die Erfolgreichste im ganzen Land?
Schneewittchen ist es schon mal gewiss nicht. Denn die neue Realverfilmung des Disney-Klassikers aus dem Jahr 1937 hat einen schwachen Start an den Kinokassen hingelegt. Disney könnte nach einer Reihe von finanziellen Fehlschlägen also der nächste Flop drohen.
Disneys Realverfilmungen haben ein Problem
Was haben ein alter Archäologe, eine Superheldin und eine Märchenprinzessin gemeinsam? Sie alle könnten Disney ein Loch in die Kasse reißen. Nachdem bereits Indiana Jones und das Rad des Schicksals sowie The Marvels zum großen Misserfolg wurden, kämpft Schneewittchen noch gegen dieses Los an.
Disney ging von einem 100-Millionen-Dollar-Gewinn nach dem Ende der Woche aus. Am Ende waren es nur etwas mehr als 87 Millionen Dollar. Ein Blick auf die Zahlen der Startwochenenden offenbart, dass sich die Realverfilmungen des Medienkonzerns offenbar auf dem absteigenden Ast befinden:
- Der König der Löwen: 191 Millionen US-Dollar
- Die Schöne und das Biest: 174 Millionen US-Dollar
- Das Dschungelbuch: 103 Millionen US-Dollar
- Arielle, die Meerjungfrau: 95 Millionen US-Dollar
- Aladdin: 91 Millionen US-Dollar
- Maleficent: 69 Millionen US-Dollar
- Cinderella: 67 Millionen US-Dollar
- Dumbo: 46 Millionen US-Dollar
- Mufasa: The Lion King - 35 Millionen US-Dollar
- Schneewittchen: 43 Millionen US-Dollar
Ein weiteres Indiz ist der niedrige Cinemascore-Wert für Schneewittchen von B+. Zur Erklärung: Der Cinemascore sagt nichts über die Qualität des Films aus, sondern spiegelt die Zufriedenheit der Kinobesucher nach dem Anschauen wieder. B+ ist in diesem Zusammenhang ein eher niedriger Wert.
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Schneewittchen: Die Realverfilmung des ältesten Disney-Klassikers zeigt die böse Königin
Das Budget ist das eigentliche Problem
Was aber auch zur Wahrheit gehört: Selbst 87 Millionen US-Dollar am Startwochenende sind noch sehr respektabel und klingen erst einmal nicht nach einem Flop. Viele andere Filme würden sich solche Zahlen wünschen - und zwar auf ihre gesamte Laufzeit im Kino bezogen.
Das eigentliche Problem von Schneewittchen ist vielmehr ein hausgemachtes: das Budget. Disney hat wie so oft den Blankoscheck ausgestellt und am Ende hat das Remake mit den sieben Zwergen laut dem Hollywood Reporter stolze 270 Millionen US-Dollar verschlungen.
Obendrauf sollen noch weitere 100 Millionen für das Marketing kommen. Schneewittchen müsste also mindestens die 400-Millionen-Mauer durchbrechen, um wenigstens profitabel zu sein. Angesichts der ersten Einspielergebnisse klingt das nach einer großen Herausforderung.
Immerhin einen Lichtblick gibt es für Disney: Im Dezember 2024 legte Mufasa: The Lion King mit 35 Millionen Dollar sogar einen noch schlechteren Start hin. Dann zeigte das Prequel zum König der Löwen aber plötzlich einen beeindruckend langen Atem und spielte am Ende sogar noch über 700 Millionen Dollar ein.
Mufasa konnte sich jedoch noch über halbwegs gute Kritiken freuen - Schneewittchen nicht. Bei Rotten Tomatoes rangiert die Äpfel liebende Prinzessin bei einem Kritikerscore von gerade einmal 43 Prozent.