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Silent Hill f: Wir haben fast 15 Minuten von neuem Gameplay gesehen und könnten eine Doktorarbeit über die versteckten Details schreiben - hier sind die spannendsten 6

Silent Hill f zeigt neues Gameplay und unsere Horror-Fans sind aus dem Häuschen. Nur der neue Fokus auf Action-Kämpfe bereitet uns noch etwas Bauchschmerzen.

Silent Hill f zeigt neues Gameplay – und Jonas und Natalie können nicht aufhören, darüber zu reden! Silent Hill f zeigt neues Gameplay – und Jonas und Natalie können nicht aufhören, darüber zu reden!

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13 Jahre lang warten Silent-Hill-Fans nun schon auf eine richtige Fortsetzung der Survivalhorror-Reihe. Und am 25. September 2025 ist es endlich soweit: Silent Hill f belebt nicht nur das Franchise wieder, sondern bringt auch eine Menge Änderungen.

So spielt ein Silent-Hill-Spiel zum ersten Mal in einem japanischen Dorf, was eine Bandbreite neuer Möglichkeiten eröffnet. Außerdem lassen sich die Entwickler von modernen Action-Spielen inspirieren und legen einen stärkeren Fokus auf Kämpfe, als Fans es bisher gewohnt waren. Was das alles heißt und welche spannenden Details sonst noch in Silent Hill f stecken, haben unsere Horror-Koryphäen und leidenschaftliche Analysten Jonas und Natalie für euch aufgedröselt.

Denn das neue Gameplay könnte schon viel mehr über das Spiel verraten, als es auf den ersten Blick scheint:

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Jonas Gössling
Jonas Gössling

Jonas liebt Horrorspiele, seit er denken kann. Dieses Gefühl, den größten Albtraum am Ende überstanden zu haben, ist bis heute eine absolut einmalige Erfahrung. Silent Hill als Reihe nimmt dabei einen besonderen Platz in seinem Herzen ein. Immerhin hat er dadurch gelernt, dass Horror mehr als brutal sein kann und dass Spiele Kunst sind. Jonas hat so viele Stunden über die Symbolik in Silent Hill 2 gegrübelt, dass sein Deutschlehrer stolz auf ihn gewesen wäre. Als großer Fan der japanischen Kultur und Horrorspielen wie Project Zero oder Siren freut er sich zudem, dass Silent Hill dieses Mal in eines seiner Lieblingsszenarien wechselt.

Natalie Schermann
Natalie Schermann

Natalie ist der größte Angsthase, den sie kennt – und brennt trotzdem leidenschaftlich für Horror. Obwohl sie erst viel zu spät zur Silent-Hill-Reihe gefunden hat, ist sie schon ganz hibbelig auf den Release von Silent Hill f. Als studierte Japanologin freut es sie besonders, dass das Setting diesmal ein japanisches Dorf ist. Denn japanische Mythen, Geschichten und Traditionen bieten eine hervorragende Vorlage für eine schaurig-schöne psychologische Horrorstory. Außerdem erinnert es sie an ihr allerliebstes Horrorspiel Project Zero! Nur der neue Fokus auf Kämpfe bereitet ihr noch etwas Sorgen ...

1. Nihon e youkoso – Willkommen in Japan

Als erstes schauen wir uns das Setting genauer an. Erstmals spielt ein Silent Hill nicht in der titelgebenden, fiktiven amerikanischen Kleinstadt. Stattdessen geht’s dieses Mal ins ebenfalls fiktive Ebisugaoka, also nach Japan.

Dem Ort ging es früher dank einer Kohlemine und dem Bau von Staudämmen finanziell sehr gut. Doch das ist in Silent Hill f lange her und Ebisugaoka ist nur noch ein Schatten dieser glorreichen Tage. Man könnte diesen Abschwung auch als Strafe eines Gottes sehen.

Immerhin setzt sich der Name Ebisugaoka aus »Ebisu« und »Gaoka« zusammen. »Ebisu« ist eine Gottheit, die als Beschützer von Anglern und Händlern gilt, »gaoka« bedeutet so viel wie Hügel oder Hang. Und wer dem Beschützer der Angler das Wasser per Staudamm wegsperrt, sollte sich über Probleme nicht wundern …

Zum ersten Mal verschlägt es uns in Silent Hill nach Japan. Der Frieden des kleinen Dorfes Ebisugaoka wird von einem mysteriösen Nebel unterbrochen. Zum ersten Mal verschlägt es uns in Silent Hill nach Japan. Der Frieden des kleinen Dorfes Ebisugaoka wird von einem mysteriösen Nebel unterbrochen.

Fun Fact: So ein bisschen bleibt die Reihe damit doch in Silent Hill. Denn der Gott Ebisu ist zwar nicht leise oder stumm, dafür wird er in manchen Quellen als verkrüppelt und taub beschrieben. »Gaoka« bedeutet ja zudem Hügel, oder im Englischen Hill – Ebisugaoka spielt damit immerhin stark auf den Namen Silent Hill an.

Aber zurück zu Silent Hill f. In den 1960er Jahren taucht plötzlich ein mysteriöser Nebel auf und verschleiert die gesamte Stadt. Außerdem sprießen überall merkwürdige rote Blumen. Und genau da beginnt das Horrorspiel in dem scheinbar verfluchten Ort.

Silent Hill f wird, wie von der Reihe gewohnt, eine lineare Erfahrung mit offeneren Gebieten. Ein Blick auf die Ingame-Karte zeigt, wie verschachtelt Ebisugaoka aufgebaut ist. Das Dorf soll auch eine große Rolle einnehmen. Hier läuft man nicht nur von Gebäude zu Gebäude – die Erkundung des Dorfes soll wieder wichtiger werden. Man kann viele der kleinen Häuser frei erkunden. Also wieder mehr Silent Hill 1 und weniger Silent Hill 2. Außerdem verstecken sich in den vielen Ecken und Winkeln überall Monster.

Silent Hill f will viele offene Gebiete bieten. Aber natürlich dürfen wir uns auch wieder auf kleine Dungeons freuen, wie etwa eine Schule, japanische Häuser oder Shinto-Schreine. Silent Hill f will viele offene Gebiete bieten. Aber natürlich dürfen wir uns auch wieder auf kleine Dungeons freuen, wie etwa eine Schule, japanische Häuser oder Shinto-Schreine.

»Dungeons«, wie etwa das Krankenhaus in Silent Hill 2, wird es in Ebisugaoka trotzdem geben. Bislang haben wir eine Schule, einen Shinto-Schrein und ein Feld gesehen. Gerade das Feld zeigt, wie Silent Hill f Dungeon und den dörflichen Charme von Ebisugaoka wunderbar kombiniert. Man rätselt sich durch ein geschlossenes Gebiet, ist aber nach wie vor draußen.

Natürlich darf in einem Silent Hill auch die Otherworld nicht fehlen, also eine Art Parallelwelt, die sich bislang durch die mystischen Kräfte der Stadt Silent Hill manifestierte.

Ebisugaoka ist ja aber ein bisschen weiter weg und entsprechend sieht die alternative Welt anders aus. Hier verzichtet die Parallelwelt auf Rost und Dreck und verwandelt die Umgebung zurück in die Zeit des feudalen Japans.

2. Die Geschichte eines Schulmädchens

Auch bei der Story bleibt Silent Hill f offensichtlich der Serientradition treu. Dafür schauen wir uns als zweites die Charaktere an. Protagonistin ist dieses Mal die Schülerin Hinako Shimizu. Die Teenagerin leidet unter dem Druck von Freunden, der Familie und der Gesellschaft. Sie wurde in den letzten Jahren immer stiller und verwandelte sich vom fröhlichen Kind in ein Mädchen, das kaum noch lächelt.

Wen wir ebenfalls schon gesehen haben, ist Iwai Shu: Er ist ein Kindheitsfreund von Hinako und für die 60er Jahre ziemlich progressiv – denn er sieht alle Menschen gleich und pflegt auch Freundschaften zu Mädchen. Er kennt sich zudem sehr gut mit Medizin aus, da seine Familie bereits seit Generationen in der Branche arbeitet.

Von links nach rechts seht ihr hier die Charaktere von Silent Hill f: Hinako, Shu, Rinko und Sakuko (die später noch wichtig wird). Von links nach rechts seht ihr hier die Charaktere von Silent Hill f: Hinako, Shu, Rinko und Sakuko (die später noch wichtig wird).

Als drittes gehört Nishida Rinko zur Truppe. Die Freundin von Hinako und Shu ist eine richtige Tratschtante und natürlich über jedes Gerücht informiert. Sie ist zudem sehr romantisch und heimlich in Shu verliebt.

Zu guter Letzt wird Igarashi Sakuko eine wichtige Rolle spielen. Das verträumte Mädchen mit einem Sinn für Humor wacht mit ihrer Familie über den örtlichen Shinto-Schrein. Deswegen hilft sie bei Ritualen auch hin und wieder aus.

Zu Beginn des Spiels will Hinako nach einem Streit mit ihrem betrunkenen Vater zu ihren Freunden laufen. In dem dichten Wasserdampf trifft sie dann aber schnell auf gruselige Kreaturen und will nun herausfinden, was zur Hölle hier abgeht. Dabei muss sie sich laut offizieller Beschreibung zwischen Eleganz und Schönheit oder Wahnsinn und Grauen entscheiden.

Thematisch erwartet uns hier also eine Dualität von schön und schrecklich – was nicht nur zum Horror-Setting, sondern auch zur japanischen Kultur passt. Denn dort stehen Gegensätze immer wieder im Fokus.

Hinako muss sich unterschiedlichen Gefahren stellen, die vermutlich alle in ihren eigenen Erfahrungen und Traumata verwurzelt sind. Hinako muss sich unterschiedlichen Gefahren stellen, die vermutlich alle in ihren eigenen Erfahrungen und Traumata verwurzelt sind.

Zudem fallen immer wieder in scheinbar normalen Gesprächen plötzlich Wörter wie »Verräter«, oder Sprüche wie »Du hast versprochen, dass wir immer zusammen bleiben!«

Das ist auch kein Wunder, denn Silent Hill f wird sich thematisch um Weiblichkeit, traditionelle Rollenbilder, Familienmissbrauch, das Erwachsenwerden und die damit verbundenen Änderungen innerhalb einer Freundesgruppe drehen.

Damit würde das Spiel auch der Serientradition treu bleiben: Silent Hill behandelte immer wieder die Aufarbeitung von traumatischen Ereignissen – nichts, was hier passiert, ist »nur« reines Gameplay. Alles hat eine Bedeutung.

3. Das japanische Grauen

Es gibt noch mehr Anhaltspunkte, die fürs Thema Mobbing oder die Aufarbeitung eines persönlichen Traumas sprechen würden. Schauen wir uns dafür die Gegner ein bisschen genauer an. 

Einer der Gegnertypen ist eine puppenartige Frauengestalt, die auf den Namen Kashimashi hört. »Kashimashi« bedeutet im Japanischen »laut, lärmend oder ungestüm« und wird oft mit tratschenden Frauen in Verbindung gebracht.

Das könnte eine Anspielung darauf sein, dass Hinako Lästereien und Gerüchten ausgesetzt ist, die lautstark über sie verbreitet werden. Im Gameplay beobachten wir beispielsweise auch eine Szene, wo sich zwei Frauen abwertend über eine Familie und einen angeblichen Fluch unterhalten.

Die Kashimashi sind die ersten Gegner, die Hinako in Ebisugaoka begegnen. Die Kashimashi sind die ersten Gegner, die Hinako in Ebisugaoka begegnen.

Der zweite Gegnertyp sieht aus wie Hinakos Mitschülerinnen. Die sogenannten Ayakakashi tragen dieselbe Schuluniform wie Hinako und ihre Freunde – weisen aber auch Verstümmelungen auf, die sie aussehen lassen wie Vogelscheuchen. Und das passt perfekt zum Namen: Ayakakashi könnte sich aus den Wörtern »Ayashii« und »Kakashi« zusammensetzen. »Ayashii« bedeutet so viel wie »verdächtig, suspekt, dubios«. »Kakashi« ist in dem Fall nicht der Typ aus Naruto, sondern heißt schlicht »Vogelscheuche«. 

Spannend: In Japan werden Vogelscheuchen häufig mit der Gottheit Kuebiko in Verbindung gebracht, die für Weisheit steht. In Kombination mit dem »ayashii« wird den gruseligen Schulmädchen also jegliche Weisheit entzogen und sie wirken wie Gören, die nur Stroh im Kopf haben. Könnte das ein weiterer Hinweis darauf sein, dass Hinako dummem Geschwätz oder Mobbing ausgesetzt ist?

Übrigens sollen die Vogelscheuchen auch mit einem Kindheitstrauma zusammenhängen: Die kleine Hinako hatte sich in einem Feld verlaufen und sich vor den Stroh-Konstrukten erschreckt. Aber vielleicht steckt ja tatsächlich noch mehr dahinter!

Die Ayakakashi sind nicht alle bösartig. Auf diesem Feld muss Hinako ein Rätsel lösen: Eine Vogelscheuche greift sie nämlich nicht an, sondern weist ihr den richtigen Weg. Die Ayakakashi sind nicht alle bösartig. Auf diesem Feld muss Hinako ein Rätsel lösen: Eine Vogelscheuche greift sie nämlich nicht an, sondern weist ihr den richtigen Weg.

Den wohl größten Hinweis, dass wir es hier mit sehr persönlichen Problemen von Hinako zu tun haben, liefert der erste Blick auf einen der Bosse: im Gameplay sehen wir nämlich niemand Geringeren als Sakuko, Hinakos Freundin, die uns in Monstergestalt gegenüber tritt. 

Sie ist in ein zeremonielles Gewand gehüllt und mit einer Aureole, also einem Strahlenkranz, ausgestattet. Ihre Gestalt erinnert an eine verzerrte und furchteinflößende Interpretation der Sonnengottheit Amaterasu, der wichtigsten Göttin im Shinto-Glauben. Ihre Augen sind geschlossen und in ihrer Brust klafft ein Loch. Sie ist es auch, die Hinako ein schlechtes Gewissen einredet und ständig wiederholt, dass sie ja versprochen hätte, sie nicht allein zu lassen. 

Ist Sakuko besessen? Wird sie von einer bösartigen Entität imitiert? Oder zeigt die Anderswelt Sakukos wahre Gestalt? Ist Sakuko besessen? Wird sie von einer bösartigen Entität imitiert? Oder zeigt die Anderswelt Sakukos wahre Gestalt?

Dass Sakuko hier derart von shintoistischer Ikonografie überflutet wird, ist kein Zufall: Schließlich stammt sie aus der Familie, die sich um den örtlichen Schrein kümmert, und hilft bereits bei Ritualen und Zeremonien aus. 

Könnten die geschlossenen Augen vielleicht dafür stehen, dass Sakuko zwar das Antlitz einer Heiligen hat, die Augen aber vor Hinakos Problemen verschließt? Stellt das Loch in der Brust ein fehlendes Herz dar? Handelt es sich hier wirklich um Sakuko – oder nur eine verzerrte Version aus der Otherworld? Und treten wir im Laufe des Spiels vielleicht auch Hinakos anderen Freunden, Shu und Rinko, in einem Kampf gegenüber? 

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