Nach der Dark-Souls-Revolution: Wir müssen über zu schwere Spiele sprechen. Es gibt nämlich eine sehr einfache Lösung für ein sehr altes Problem

In der ewigen Debatte um Schwierigkeitsgrade in Videospielen plädiert unser Autor für mehr Optionen – für alle Spielerlebnisse. Wollt ihr die Herausforderung oder einen Easy-Modus?

Von Dark Souls bis Hollowknight: Silksong – Hardcore-Spiele sind stolz auf ihren hohen Schwierigkeitsgrad. Für Michael ist diese Denke was von 2011. (Bild: Silent Hill f) Von Dark Souls bis Hollowknight: Silksong – Hardcore-Spiele sind stolz auf ihren hohen Schwierigkeitsgrad. Für Michael ist diese Denke was von 2011. (Bild: Silent Hill f)

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Es ist keine Neuheit, dass Videospiele schwer sind. Eher, dass sie sich überhaupt einfacher einstellen lassen. Von der Arcade-Steinzeit der 80er-Jahre bis zur frühen Computer-Zeit Anfang der 90er-Jahre war jedes Spiel so, wie es eben ist.

Dann folgte der Wendepunkt: Als Videospiele immer beliebter wurden, verließen sie ihre Nerd-Nische und wurden zu Mainstream-Entertainment. Im Zuge dessen verbesserten die Entwickler auch die Zugänglichkeit ihrer Spiele – durch unterschiedliche Schwierigkeitsgrade.

Die Diskussion rund um Schwierigkeitsgrade in Videospielen ist sehr alt. Vermutlich genauso alt wie ich. Hinzu kommt: Sie scheint trotz Millionen ausgetauschter kluger Worte immer noch nicht vorbei zu sein. Jedes neue, als zu schwer betitelte Hardcore-Spiel entfacht sie von Neuem, erst Dark Souls, dann Silksong, zuletzt Silent Hill f. Die einen schreien »git gud«, die anderen verlangen empört nach einem Easy-Mode. Am Ende fehlt jedes Mal nur eines: ein zufriedenstellendes Ergebnis.

Michael Sonntag
Michael Sonntag

Michael ist Gaming-Journalist, Dozent, Geschichtenjäger und Podcaster bei EnLiven. Zu seinen schwersten Videospiel-Bossen gehören Miltank aus Pokémon Silber, das Asphyxia-Monster aus Silent Hill: Homecoming, der -120-Grad-Sturm aus Frostpunk – und die Ladebildschirme aus Starfield.

Ich möchte mich daher nicht anmaßen, zu behaupten, ich könnte die Streitfrage Schwierigkeitsgrade heute ein für alle Mal klären. Nein, ich möchte der Diskussion nur meine bescheidene Perspektive hinzufügen. Diese beinhaltet außerdem zwei Forderungen:

  1. Sämtliches Gemecker über zu schwierige Spiele soll augenblicklich verstummen.
  2. Entwickler From Software soll gleich morgen für jedes ihrer Spiele einen Easy-Modus einbauen. Und jeder andere Entwickler gleich auch.

Es folgen meine Begründungen.

Wer bei einem Bosskampf in Dark Souls in Gras beißt, muss den Weg zum Boss erneut bewältigen – inklusive aller Feinde. Wer bei einem Bosskampf in Dark Souls in Gras beißt, muss den Weg zum Boss erneut bewältigen – inklusive aller Feinde.

Von schwer zu leicht zu Souls-like

Nach der Einführung von Schwierigkeitsgraden konnten praktisch alle Menschen mitspielen, egal wie viel Zeit und Vorwissen sie mitbrachten. Und wer keine Herausforderungen haben wollte, konnte sie einfach abstellen – bis Dark Souls im Jahr 2011 erschien und eine provokante Gegenbewegung startete. Durch seine absolute Kompromisslosigkeit. Dark Souls hat nur einen einzigen Schwierigkeitsgrad, der sehr schwer ausfällt. Um das Spiel zu meistern, ist extremes Können erforderlich.

Die von vielen Spielern gewünschte Einführung eines Easy-Modus wird von der Gegenseite stark abgelehnt – da dieser Modus die vorgesehene Spielerfahrung zerstören würde. Nun kann jedes neue Hardcore-Spiel dieses Argument für sich nutzen, sobald sein hoher Schwierigkeitsgrad kritisiert wird. Nach dem Motto: Warum muss ich weichen, wenn es Dark Souls auch nicht macht? Das Erstaunliche: Dieses Argument basiert meiner Meinung nach nur auf Sturheit.

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