Ich erinnere mich noch gut an meine erste eigene Wohnung: Ideen für die Gestaltung meines kleinen Ein-Zimmer-Apartments hatte ich viele. Doch spätestens bei der Recherche, was Möbel eigentlich so kosten, setzte der Realismus ein. Ich meine, habt ihr euch schon mal angeschaut, wie teuer allein ein Mülleimer ist?
Ein Glück muss ich in Small Spaces nicht aufs Geld achten. Das kleine Einrichtungsspiel des deutschen Solo-Entwicklers Niklas Tomkowitz lässt uns nämlich einfach nur unseren Einrichtungstraum leben, ohne vorher wie bei Sims oder Inzoi in die digitale Brieftasche zu schauen.
Seit dem 27. Mai 2025 ist Small Spaces im Early Access verfügbar. Wir haben uns ein paar Stündchen darin zwischen Couch und Topfpflanzen verloren.
Schöner Wohnen
Das Prinzip von Small Spaces ist simpel: Zu Beginn suchen wir uns eine Wohnung aus, bekommen eine kleine nette Rahmenerzählung, für wen wir die vier Wände gestalten und nach einem Mini-Tutorial zu den wichtigsten Funktionen geht es dann auch schon los.
Meistens bekommen wir nur sehr wenige Vorgaben, wie etwa ein Bett in den Raum zu stellen oder die wichtigsten Funktionsmöbel eines Bads zu installieren. Darüber hinaus ist unserer Kreativität aber keine Grenzen gesetzt. Also fast keine. Denn aktuell ist das Möbel- und Dekorepertoire trotz freischaltbarer Gegenstände ziemlich begrenzt.
Die Einrichtungsgegenstände sind zwar nach unterschiedlichen Kategorien wie Leben, Küche oder Arbeiten getrennt, bei den Dekorationen im Leben-Bereich haben wir zwischen ein paar Musikplatten, Näh- und Malbedarf und Büchern jedoch wenig Optionen, um unsere Bude mit wirklichen Leben zu füllen.
Das ist nicht weiter schlimm für ein gerade erschienenes Spiel im Early Access, hindert uns aber daran, die ganze Nacht durchzudekorieren. Genauso schön wie unausgereift sind auch die einzelnen Platzierungstools.
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Small Spaces: Wir richten uns eine Küche ein
Wir können alle Gegenstände auch an oder gar in die Wand dübeln und in 45-Grad-Neigungsschritten sogar entgegen jeglicher Gesetzte der Schwerkraft aufstellen. Vergrößern und verkleinern lassen sich Gegenstände allerdings nur dreimal. Der Traum vom gigantischen Bild an der Wand bleibt also vorerst unerfüllt.
Außerdem kommt das Spiel aktuell bei seiner Magnet-Funktion an die Grenzen. Hier schließt es mehr schlecht als recht mit Kanten und Ecken ab, sodass wir immer wieder einen Kampf mit dem Objekt führen müssen, ehe es dort sitzt, wo wir es wirklich haben wollen.
Hoffentlich temporäre Schönheitsfehler
Wirklich magisch wird Small Spaces aber erst, wenn der Tag- und Nachtwechsel einsetzt. Besonders zum Sonnenauf- oder untergang erfüllt unser Apartment eine wirklich tolle Lichtstimmung, die zusammen mit der stets im Hintergrund plätschernden LoFi-Musik das Gemütlichkeitslevel auf Maximum dreht.
Davon ab sieht Small Spaces dank Unreal Engine 5 einfach umwerfend aus. Die Details an den Möbeln, die einzelnen Texturen und das Lichtspiel würden alles perfekt abrunden - wenn da nicht die Grafikfehlerchen wären.
Lichtspiele an Orten, wo gar kein Licht hinkommt, hier und da blinkende und krisselige Texturen und allerlei andere kleine Grafikbugs trüben das sonst so schöne Einrichtungsbild. Aber auch hier sei natürlich wieder gesagt: Das Spiel ist seit kurzem im Early Access. Post-Release Bug Fixing wurde bereits seitens des Entwicklers angekündigt.
Was für die Zukunft geplant ist
Neben dem angekündigten Bugfixing hat sich Niklas Tomkowitz noch einige weitere Features auf die Agenda geschrieben. Etwa sollen in Q2 noch ein neues Theme sowie mehr Dekorationen kommen. Für Q3 2025 sind dann etwa ein Sandbox-Modus, Wettereffekte und Deckenlampen geplant.
Die gesamte Roadmap könnt ihr euch auf Notion anschauen.
Irgendwann soll es dann auch ein Online-Feature geben, das euch die eingerichteten Wohnungen eurer Freunde besuchen lässt. Bis es aber soweit ist, wird erstmal viel Arbeit an den Grundlagen fällig. Einen Releasetermin für Version 1.0 gibt es ebenfalls noch nicht.
Für wen sich Small Spaces lohnt - und für wen nicht
Small Spaces kann ein hervorragender Zeitvertreib für alle werden, die keine Lust auf Putzen (House Flipper) oder Leben (Sims und Inzoi) haben, sondern einfach nur hübsche Buden einrichten wollen, ohne sich vorher per Cheats das nötige Startkapital an Land zu holen.
Die Betonung liegt hier aber erstmal noch auf können
, denn aktuell sind die Deko-Objekte überschaubar und die kleinen Grafikbugs reißen immer wieder aus der angenehmen Atmosphäre. Ein paar Patches solltet ihr vielleicht noch abwarten.
Sobald das Gröbste behoben ist, ist Small Spaces mit seinem Early-Access-Preis von gerade mal 13 Euro aber ein toller Zeitvertreib nach anstrengenden Arbeitstagen oder wenn die Welt um einen herum düster und grau erscheint.
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