Mein Schlafzimmer hat sich dem Smart Home widersetzt - bis dieser kleine Sensor kam

Ein Dachfenster war lange der Endgegner meiner Smart-Home-Pläne. Jetzt habe ich ihn endlich besiegt. Möglich gemacht hat das ein zweckentfremdeter Sensor.

Mein Freund schläft stets mit offenem Fenster und ich bin ein Fan von smarten Heizungen.

Auf den ersten Blick haben die beiden Aussagen wenig gemeinsam. In der Praxis ergibt sich daraus aber ein Problem.

Mein Schlafzimmer verfügt ausschließlich über ein schräges Dachfenster der übelsten Sorte. Eines, an dem sich meine üblichen Fensterkontakte, egal ob Lichtschranke oder Magnetkontakt, bisher die Zähne ausgebissen haben. Die Schlafzimmer-Heizung musste also immer noch von Hand an- und ausgestellt werden, wenn wir nachts nicht unnötig für die Nachbarschaft heizen wollten.

Die Lösung für das Problem kam in Form eines kleinen Sensors, der leicht zweckentfremdet endlich auch mein Schlafzimmer versmartet. Kostenpunkt: etwa 75 Euro. Wie er zu meiner Rettung wurde, erfahrt ihr jezt.

Alana Friedrichs
Alana Friedrichs

Alanas neue Smart-Home-Anschaffungen sind immer auch vom Boyfriend Approval-Faktor abhängig. Was sich nicht nahtlos in den Alltag einreiht, wird von der besseren Hälfte abgeschmettert. In der Praxis führt das teils zu kreativen Lösungen. Der Sicherheits-Sensor als Fensterkontakt ist das jüngste Beispiel dafür.

Ein Sicherheits-Sensor für die Heizung

Bei dem Gerät handelt es sich um den Neigungs- und Erschütterungssensor von Homematic IP. Deren smarte Heizung kommt seit meinem Test auch privat bei mir zum Einsatz. Der Sensor lässt sich daher ohne Probleme in das Setup einbinden.

Das Gerät verfügt über zwei verschiedene Modi, die der Produktname bereits verrät. So kann der Homematic-IP-Sensor entweder bei Neigungen von 10 bis 45 Grad aktiv werden oder auf Erschütterungen zwischen 16 G und unter 2 G reagieren.

Eigentlich soll euch der Erschütterungssensor vor Einbrechern warnen, euch über offene Garagentore informieren oder Leuchtmittel steuern. Bei mir ist er stattdessen an die Heizung gekoppelt und schaltet diese bei geöffnetem Dachfenster aus.

Der Sensor im Einsatz

Bevor es mit der Feinabstimmung des Sensors losgeht, will er erstmal eingerichtet werden. Dafür bringe ich den kleinen Stick entsprechend der Anleitung mit einem Klebestreifen am Fenster an und lerne ihn über die Homematic-IP-App an. Das bekommen auch Smart-Home-Neulinge ohne Probleme hin.

Danach ist etwas Ausprobieren angesagt. Im Menüpunkt Zuordnung wähle ich zuerst den passenden Raum für das Gerät (Schlafzimmer), einen Namen und danach die Funktion aus. Für meine Zwecke bietet sich der Modus Licht und Beschattung an, Sicherheit ist die Alternative für das Messen von Erschütterungen.

Sensor Der Sensor an meinem Dachfenster.

Einrichtung Diese Einstellungen haben bei meinem Fenster zu den besten Ergebnissen geführt.

Beim Modus der Beschleunigungserkennung war ich lange auf dem Holzweg. Die Neigung des Fensters zu messen erschien mir bei einem Kippfenster logisch, führte in der Praxis aber zu keinem guten Ergebnis. Wurde das Fenster um weniger als 10 Grad gekippt, blieb die Heizung nämlich an.

Zu einem besseren Ergebnis führt die Alternative der Erschütterungserkennung. Denn das Fenster lässt sich nur mit ordentlich Rumms öffnen. In meinem Fall sorgten zudem eine Empfindlichkeit von 4 G und eine minimale Erschütterungsdauer von einer Sekunde dafür, dass die Heizung im Alltag nicht versehentlich ausgeschaltet wird - oder sich bei einem leichten Bewegen des offenen Fensters direkt wieder hochheizt.

Bleibt noch zu klären, wie die Heizung auf den erschütterten Sensor reagiert. Dafür erstelle ich in der Homematic-IP-App zwei neue Automatisierungen.

  • Schlafzimmer-Fenster offen: Wird eine Beschleunigung erkannt und die Soll-Temperatur beträgt mehr als 5 Grad, setze die Soll-Temperatur auf 5 Grad.
  • Schlafzimmer-Fenster geschlossen: Wird eine Beschleunigung erkannt und die Soll-Temperatur beträgt 5 Grad, setze die Soll-Temperatur auf 17 Grad.

Die Routinen in der Homematic-IP-App. Die Routinen in der Homematic-IP-App.

Eine dritte Automatisierung schickt mir zu Test-Zwecken eine Push-Nachricht aufs Handy, sobald eine Erschütterung festgestellt wurde.

Das war es dann auch schon mit der Einrichtung. Der abendliche Weg zum Thermostat, um es vor dem Schlafengehen herunterzuregeln, ist damit Geschichte. Und ich konnte endlich auch den letzten Raum meiner Wohnung versmarten.

Jetzt seid ihr an der Reihe! Habt ihr Sensoren und andere Gegenstände für euer Smart Home zweckentfremdet? Was ist eure kreativste Eigenlösung für das smarte Zuhause? Und klappt das alles so, wie von euch gewünscht oder gibt es noch Probleme? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren mit uns und lasst uns an euren Do-It-Yourself-Lösungen teilhaben - wir sind schon gespannt darauf!

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