Smarte Steckdosen sind äußerst praktisch, aber wurden von mir konsequent ignoriert. Ich bin ein Smart-Home-Muffel. Versteht diesen Artikel also als persönlichen Aufruf, wenn es euch so wie mir ergeht.
Denn die zum Teil preiswerten Gadgets können unser Leben erleichtern, wenn auch nur sehr geringfügig. Unter anderem ist meine Bürobeleuchtung jetzt smart und muss nicht mehr manuell (am Kabel der Lampen selbst) ein- und ausgeschaltet werden.
Außerdem zeigt eine intelligente Steckdose den Stromverbrauch der Elektrogeräte an und schaltet wahlweise den Strom ab, damit im Stand-by-Betrieb keine (geringen) Kosten verursacht werden. Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.
Wann sich die Kosten der smarten Steckdose amortisieren, steht natürlich auf einem anderen Blatt und hängt nicht zuletzt vom Anschaffungspreis ab.
Mein Anwendungsfall
Hauptsächlich habe ich mir das Gadget zugelegt, um mit einem »Klick« auf dem Smartphone alle Lichter rund um meinen Arbeitsplatz ein- und auszuschalten. Thema Komfort.
Diese Leuchten haben aus ästhetischen Gründen keine smarten Glühbirnen von Phillips, Govee und Co. (oder können baubedingt keine haben). Natürlich erfüllen derartige Glühbirnen für viele den gleichen Zweck und lassen sich leicht in bestehende Smart-Home-Systeme integrieren.
Ich verwende ein Gerät von Tapo (Tp-Link). Auf dem Markt gibt es aber dutzende Anbieter in unterschiedlichen Preisregionen.
In meinem Fall löst eine derartige Steckdose das Problem zum einen ebenfalls sehr unkompliziert (einfach in die Wandsteckdose stecken, einrichten und die Steckleiste an das neue Teil) und zum anderen ist der Anschaffungspreis günstig(er). Die Anschaffung hat mich damals schlappe acht Euro gekostet, aktuell kostet das Modell von Tapo rund 15 Euro.
Die intelligente Steckdose ist zudem mit allen gängigen Smart-Home-Systemen kompatibel und unterstützt den Matter-Standard.
Neben Lampen können alle erdenklichen Elektrogeräte an das Gadget angeschlossen werden. Abgesehen vom Komfort bieten solche Geräte einen weiteren großen Vorteil.
So spart ihr potenziell Strom
Viele smarte Steckdosen bieten programmierbare Zeitschaltfunktionen. Damit kann die Stromzufuhr zu bestimmten Zeiten automatisch unterbrochen werden. Hier einige Anwendungsbeispiele:
- Der Router, der über Nacht nicht laufen soll, kann bequem automatisch vom Strom getrennt werden. Tipp: Manche Router haben diese Funktion bereits eingebaut.
- Wer zu Weihnachten die eigenen vier Wände mit Lichterketten schmückt, muss diese nicht unbedingt Tag und Nacht am Strom (im Stand-by) lassen.
- Fernseher, die im Stand-by-Betrieb etwas Geld kosten. Vorsicht bei OLED-Fernsehern, die im Hintergrund ein Programm ablaufen lassen, das die organischen Bildpunkte reinigt.
- Kaffeemaschinen, die nur einmal am Tag benutzt werden.
- Die Möglichkeiten sind vielfältig.
Warum das so praktisch ist: Viele Geräte verbrauchen auch im Stand-by-Modus Strom. Eine derartige Steckdose mit Verbrauchsanzeige deckt versteckte Stromfresser auf. So erkennt man, welche Geräte unnötig Strom verbrauchen und kann sie konsequent ausschalten und vom Netz trennen.
Testweise habe ich die smarte Steckdose für meinen Arbeitsplatz verwendet. Ein Rechenbeispiel:
An die Steckdose meines Schreibtisches sind ein Gaming-PC, zwei Monitore (einer davon QD-OLED), ein Laptop, ein Ladekabel sowie der höhenverstellbare Schreibtisch angeschlossen. Zwischen 0:00 Uhr und ca. 7:00 Uhr werden die Geräte in der Regel nicht genutzt.
Der Stand-by-Stromverbrauch liegt laut App bei etwa 43 Watt. Bei durchschnittlichen Stromkosten von 41 ct/kWh - laut Statistischem Bundesamt - entspricht das einem Verbrauch von rund zwölf Cent pro Tag (Stromkostenrechner via Handelsblatt).
Macht insgesamt etwa 44,92 Euro im Jahr (sieben Stunden, 0:00 bis 7:00 Uhr, sieben Tage die Woche, 365,25 Tage). Gut, der Stand-by-Verbrauch der Tapo-Steckdose von 0,7 Watt, grob umgerechnet 0,73 Euro, muss noch in dieser gleichen Rechnung abgezogen werden. Die Anschaffungskosten sind also schnell wieder drin.
Die Rechnung ist vereinfacht dargestellt und in vier Punkten ungenau:
- Am Wochenende kommt es vor, dass ich meinen Gaming-PC auch nach 0:00 Uhr noch benutze. Dann wäre die Rechnung hinfällig.
- Es kommt auch vor, dass ich meinen Arbeits- und Gaming-PC deutlich länger als sieben Stunden am Tag im Stand-by-Modus lasse. Die Einsparung könnte also deutlich höher sein.
- Der Stromverbrauch schwankt und beträgt im Schnitt 43 Watt.
- Optional könnte ich die Steckerleiste jeden Abend manuell ausschalten. Mache ich das? Eher nicht. Aber so würde ich mir die Anschaffung eines Gerätes sparen.
Weitere Vorteile in Bezug auf Stromkosten
- Bewusstsein für den Verbrauch schaffen: Die Anzeige des aktuellen Stromverbrauchs in Echtzeit sensibilisiert mich für den Energieverbrauch einzelner Geräte. Ich habe dadurch zum Beispiel ein besseres Gefühl dafür, wie viel Strom mein Arbeitsplatz im Stand-by-Modus pro Tag verbraucht.
- Verbrauchsmuster erkennen und optimieren: Durch die Aufzeichnung des Stromverbrauchs über einen längeren Zeitraum können Nutzungsmuster erkannt werden. So stelle ich fest, wann der Stromverbrauch besonders hoch ist und passe mein Verhalten entsprechend an.
Fazit: Komfort steigern und/oder Stromkosten senken
Ich habe mir zwar aus Komfortgründen ein solches Gadget gekauft, aber jetzt bin ich auf den Trichter »Strom sparen« gekommen. Denn es gibt viel Zeit, in der meine Geräte nicht benutzt werden und sich im Stand-by-Modus befinden.
Wenn euch Komfort wichtig ist, kann ein solches Gadget einen kleinen, aber spürbaren Mehrwert bieten.
Wenn ihr Strom sparen wollt oder ein Gefühl dafür entwickeln möchtet, wie viel Strom eure Geräte verbrauchen, gibt es eine Vielzahl von Anbietern, die sowohl günstige als auch teure Geräte verkaufen. Die Spanne reicht von ungefähr acht bis 40 Euro.

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