Smartphone-Verzicht: Wie es sich anfühlt, einmal im Jahr fast komplett analog zu leben

Digital Detox heißt der aktive Verzicht auf digitale Technik. Ich mache das auch - mindestens einmal im Jahr.

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Unsere Themenwoche Outdoor Tech geht zu Ende. Abseits von Mainstream-Themen haben wir euch auch Exoten präsentiert, die vielleicht der eine oder die andere nicht auf dem Schirm hatten. Unsere Übersicht findet ihr hier: Technik im Freien: Outdoor Tech entdecken in unserer Themenwoche

Zeit für leichte Kost am Sonntag!

So gerne ich mein Smartphone, meine Kamera und anderweitige Technik-Spielereien überall mit hinnehme: Mindestens einmal im Jahr mache ich einen Urlaub, in dem ich weitgehend auf mein Handy im Freien verzichte.

Und das kann ich jedem aus gutem Grund nur ans Herz legen, wie ich selbst immer wieder feststelle.

Patrick Schneider
Patrick Schneider

Mein erstes Smartphone habe ich 2010 gekauft, kurz darauf WhatsApp installiert. Das Handy ist mein täglicher Begleiter, aber nicht so, wie ihr es vielleicht vermutet. Ich bin selten auf sozialen Medien unterwegs. Hauptsächlich nutze ich mein Gerät zum Lesen, vorrangig für Nachrichten aus der gesamten Welt.

Musik hören kommt auch dazu und klar: Mitteilungen werden an Freunde und Familie geschrieben.
Aus diesen Gründen kann ich den kleinen Handschmeichler aus meinem Alltag nicht wegdenken. Immerhin ist es mein Schweizer Taschenmesser. Ein jährlicher Camping-Ausflug zeigt mir aber, wie gut es tut, das Gerät für eine längere Zeit beiseite zu legen.

Digital Detox - (Bewusster) Verzicht auf Technik

Übersetzen wir den Begriff ins Deutsche, heißt Digital Detox soviel wie »Digitale Entgiftung«.

Für mich bedeutet es eine Auszeit von Technik und sozialen Medien wie Instagram oder Twitter, aber auch Messaging-Dienste wie WhatsApp haben dann Pause.

Ziel des Ganzen: Eine Auszeit von der ständigen Erreichbarkeit und Vernetzung. Einmal eine längere Zeit nicht auf das Handy schauen, um der Reizüberflutung Einhalt zu gebieten.

Wofür? Für mich selbst. Durch den Verzicht auf Smartphone, Tablet, Laptop und Co. profitiert vor allem das eigene Wohlbefinden und der Stress wird merklich reduziert, wie eine Studie aus den USA belegen soll.

Mein Urlaub (fast) ohne Handy - So sieht er aus

Wie erwähnt mache ich mindestens einmal im Jahr davon Gebrauch, um zu »resetten«, wie ich es nenne.

Die Technik-Welt Technik-Welt sein lassen und mich auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Das klingt fast esoterisch, aber genau so empfinde ich das.

Das Handy ist mit dabei, überwiegend für den Notfall. Meine Familie weiß Bescheid, dass ich während diesem Wochenende sehr schwer zu erreichen bin.

Ansonsten wandert das Smartphone dahin, wo das Gerät nicht in meiner unmittelbaren Nähe liegt - also in keine Hosentasche. Der Akku wird über das Wochenende höchstes einmal aufgeladen, immerhin ist das Handy nicht in Verwendung.

Mit engen Freunden verbringe ich rund drei bis vier Tage, also ein verlängertes Wochenende beim Camping auf einem abgelegten und wunderschönen grünen Grundstück, abseits eines sehr kleinen Dorfes mit weniger als 200 Einwohnern.

Wir sind nehazu für uns alleine.

Zum Zelten, Grillen, am Feuer sitzen, Quatschen und Musik hören haben wir mehr als genug Platz und stören dabei niemanden. Mein Highlight in diesem Jahr: Frisch gegrillte Forellen. Nicht von uns vor Ort geangelt, aber sie wurden mitgebracht und entsprechend zubereitet.

Meine zweite Beschäftigung, um den Kopf frei zu bekommen: wandern. Meine zweite Beschäftigung, um den Kopf frei zu bekommen: wandern.

Während dieser Zeit geht es mir sehr gut, ich bin ausgeglichen. Das liegt vor allem daran, dass mich keine (ständigen) Nachrichten erreichen und ich mich draußen befinde, abseits vom Home Office und der gewohnten vier Wände.

Ich bekomme den Kopf frei und habe während dieser Zeit nicht die leiseste Ahnung, was auf der Arbeit oder am anderen Ende der Welt passiert.

Von der Außenwelt bekomme ich schlicht nichts mit und das steigert mein Wohlbefinden.

Wenn ich wieder daheim bin, aufs Handy und den Laptop schaue, hat mich der digitale Alltag wieder eingeholt. Erschreckend, wie schnell wir uns doch gewöhnen können. Sei es drum.

Ich kehre selten so erholt von einem kurzen Urlaub zurück.

Offline Hotels, Fokus-Modi und nervige Apps

Das Handy mal beiseitelegen kann manchen Menschen schwerfallen. Dass der Verzicht zum Teil noch immer im Trend liegt, beweisen Urlaubskonzepte wie Offline-Hotels:

Gäste geben ihr Smartphone an der Rezeption ab und verzichten auf das kleine Gerät während des Aufenthalts.

Ironischerweise haben selbst Handy-Hersteller wie Apple, Google oder Samsung den Trend lange erkannt und entsprechende Features fest im Betriebssystem verankert. Nutzer können mit Fokus-Modi ihre Zeit am Handy einschränken - egal ob iOS oder Android.

Im Play respektive App Store gibt es darüber hinaus Apps, die Nutzer mit nervigen Klingeltönen daran erinnern, das Handy aus der Hand zu legen.

Mir hilft das alles nicht.

Stattdessen habe ich einmal im Jahr eine feste Zeit, in der ich bewusst und voller Vorfreude auf Technik verzichte - zusammen mit Freunden.

Der Verzicht auf Technik beweist mir, dass es gesund sein kann, auf die täglichen Begleiter zu verzichten. Wie sieht es bei euch aus? Braucht ihr das alles nicht oder legt ihr auch routinemäßig eine Pause ein? Was hilft euch dabei, auf die ständige Erreichbarkeit und das Vernetzen zu verzichten? Schreibt es uns gerne unten in die Kommentare!

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