Technik wird gerade in vielen Bereichen spürbar teurer, vor allem dort, wo viel Speicher verbaut ist. Arbeitsspeicher und NAND-Flash zählen inzwischen zu den wichtigsten Kostentreibern und ihre Preisentwicklung wirkt sich längst nicht mehr nur auf PC-Komponenten aus.
Wer in absehbarer Zeit neue Technik braucht, sollte einkalkulieren, dass Produkte 2026 entweder teurer werden oder zum gleichen Preis mit weniger Ausstattung erscheinen könnten.
Eben darum könnte es sich lohnen, notwendige Tech-Einkäufe eher früher als später zu tätigen – und freiwillige Upgrades lieber auszusetzen.
Warum es sich gerade lohnt, lieber früher als später neue Technik zu kaufen
Schlechte Zeiten für PC-Bauer: Besonders hart trifft der anhaltende KI-Boom die PC-Gaming-Community.
RAM-Kits sind inzwischen so teuer, dass viele ihr PC-Upgrade entweder aussetzen oder zu älteren Plattformen wie DDR4 greifen. Bei denen sind die Preise zwar auch gestiegen, aber noch nicht in dem Verhältnis, wie es bei DDR5 der Fall ist.
Laut einem mutmaßlich geleakten Dokument von SK Hynix, einem der großen Speicherhersteller, soll die Nachfrage nach DRAM bis 2028 nicht gedeckt werden können.
Vor einigen Wochen hat Micron, auch ein großer Speicherhersteller, angekündigt, dass seine Konsumenten-Marke Crucial 2026 komplett vom Markt verschwinden wird.
Grafikkarten sind zum jetzigen Zeitpunkt überwiegend verschont geblieben, aber könnten als Nächstes von den Preissteigerungen betroffen sein. Aktuell kursiert das Gerücht, dass Nvidia im nächsten Jahr die GPU-Produktion aufgrund der Speicherknappheit massiv verringern soll. Als Erstes sollen konkret die Modelle RTX 5060 Ti und RTX 5070 Ti betroffen sein.
Gerade bei SSDs und Grafikkarten könnte es sich lohnen, nicht länger zu warten. Bei RAM-Kits ist die Situation etwas schwieriger, weil die Preise schon exorbitant hoch sind. Eine Besserung ist jedoch noch nicht in Sicht.
Steigende Hardware-Preise wirken sich auf viele Bereiche aus, nicht nur PC-Komponenten: Wenn RAM und Speicherchips knapp und teuer sind, trifft das nicht nur den PC-Bauer, sondern auch Geräte, bei denen man gar nicht sofort an »Speicherpreise« denkt:
- Smartphones
- Laptops
- Tablets
- Konsolen
- Fertig-PCs
- Handhelds
- TVs
- etc.
Überall steckt inzwischen RAM und NAND-Flash drin. Je mehr davon verbaut ist, desto stärker schlägt die Krise auch bei diesen Produkten durch.
Weil die Hardwarepreise überproportional gestiegen sind, stehen die Hersteller vor einer Wahl: Die Kosten mit höheren Preisen auf Kunden abzuwälzen oder ihre Produkte zum selben Preis mit schlechterer Ausstattung anzubieten.
Schon jetzt gibt es Hinweise dafür, dass Laptops und Smartphones im kommenden Jahr mit weniger RAM ausgestattet werden sollen.
In beiden Fällen verlieren wir: die Verbraucher.
Solltet ihr euch also gerade eines der oben genannten Produkte kaufen wollen, könnte es sich lohnen, lieber früher als später zuzuschlagen.
Das erhöhte Preisniveau könnte sich langfristig etablieren: Viele von uns sind daran gewöhnt, dass Technik, ganz besonders Speicher, mit der Zeit günstiger wird. Diese Logik ist gerade gebrochen und das könnte länger so bleiben.
Durch vorherige Krisen hat sich das Preisniveau bei Konsolen und Grafikkarten langfristig erhöht. Bei High-End-Grafikkarten, wie der 90er-Serie von Nvidia, sind vierstellige Preise längst zur Normalität geworden – sogar nach dem Krypto-Mining-Boom und der Pandemie.
Selbst nach dem vermeintlichen Platzen der KI-Blase ist ein Sinken der Preise nicht garantiert – zumindest nicht sofort. Die Speicherhersteller verschieben schon jetzt ihre Produktionskapazitäten weg vom Gaming-Markt hin zu KI-Rechenzentren und eine Rückkehr wird Zeit in Anspruch nehmen.
Es gibt aber auch Hoffnung bei bestimmten Produkten
Die Speicherkrise hat einen kuriosen Nebeneffekt. Wenn RAM und SSDs so teuer sind, wird die Nachfrage nach Eigenbau-PCs sinken. Und wenn weniger Leute neue Plattformen kaufen, kann das auf andere Komponenten drücken, vor allem dort, wo Hersteller stark vom DIY- und Gaming-Markt abhängen.
Das gilt zum Beispiel für:
- Mainboards (vor allem aktuelle DDR5-Plattformen): Wenn weniger Umsteiger auf neue Plattformen aufspringen, könnten bei Mainboards und teilweise auch CPUs mehr Preisdruck entstehen.
- Gehäuse, Kühler, Netzteile: Alles, was nicht direkt von teuren Speicher abhängt, aber vom PC-Neukauf-Tempo lebt, kann 2026 schneller in den »Sale-Modus« rutschen.
Peripherie könnte auch positiv davon profitieren, wie etwa Monitore, Tastaturen, Mäuse, Controller oder Headsets. Diese Produkte sind von der Speicherkrise weniger direkt betroffen.
Deshalb steigen die Herstellungskosten hier nicht im gleichen Maß. Ob es 2026 viele Deals gibt, hängt davon ab, wie stark der Gesamtmarkt abkühlt: Wenn weniger Menschen große Technikanschaffungen machen, müssen Händler stärker über Rabatte locken und davon kann Peripherie profitieren.
Es ist allerdings auch möglich, dass sich die Kaufgewohnheiten der Gaming-Community verschieben. Statt einer neuen Grafikkarte oder mehr Arbeitsspeicher gönnen sie sich dann lieber einen neuen Monitor, ein Headset oder eine andere Peripherie. In diesem Szenario würde die gestiegene Nachfrage Preisnachlässe sogar eher unwahrscheinlich machen.
Geduld ist eure Option, wenn kein Upgrade nötig ist
Nicht jede und jeder muss jetzt sofort neue Technik kaufen. Geduld ist eine Option, aber nur unter einer klaren Voraussetzung: Eure aktuelle Hardware reicht noch aus.
Wenn Spiele, Arbeit und Alltag heute problemlos laufen und weder Speicher noch Leistung zum limitierenden Faktor werden, dann spielt die Speicherkrise für euch aktuell keine Rolle. In diesem Fall ist Warten eine bewusste und keinesfalls schlechte Entscheidung.
Anders sieht es aus, wenn ein Upgrade ohnehin absehbar ist. Wer bereits weiß, dass 2026 ein neuer Laptop, ein neuer PC oder mehr Speicher nötig wird, geht durch Abwarten ein Risiko ein. Entweder zahlt man dann mehr oder bekommt zum gleichen Preis weniger.
Geduld lohnt sich also nur, wenn sie freiwillig ist. Wenn ein Kauf ohnehin ansteht, ist jetzt der realistische Zeitpunkt.
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