In der heutigen Ausgabe von »First World Problems«: Ich spiele Spiele nie zu Ende – obwohl ich super viel Spaß mit ihnen habe. Auch das Ende meiner allerliebsten Serie habe ich nie gesehen, weil ich einfach nicht möchte, dass sie endet. Und ja, ich verrate sie mit Absicht nicht, damit ihr mich nicht in den Kommentaren spoilern könnt!
Aber nach Dutzenden unbeendeten Spielen ist Schluss: Ich habe mir selbst das Ziel gesetzt, ab jetzt Spiele zu Ende zu bringen. Fünf Tipps helfen mir dabei, meine schlechten Angewohnheiten abzulegen und den Teufelskreis zu brechen. Vielleicht helfen sie auch dem ein oder anderen von euch!
1. Kleine Spiele für Zwischendurch
Ich bin eine Stimmungs-Spielerin. Für mich persönlich kommt es nicht in Frage, mich auf ein einziges Spiel zu konzentrieren und erst zum nächsten überzugehen, wenn ich es beendet habe. Wenn ich gerade nicht in der Stimmung bin, mich nach einem anstrengenden Arbeitstag von einem Boss in Khazan verkloppen zu lassen, dann brauche ich eine Alternative.
Zu viele Spiele parallel anzufangen, ist aber die Wurzel des Übels, die mich erst zu dieser schlechten Angewohnheit gebracht hat. Die Lösung ist denkbar einfach: Ich installiere nur ein großes Spiel auf einmal. Für mich sind »große« Projekte Spiele, die beispielsweise mehr als 20 Stunden Spielzeit mit sich bringen; Open Worlds, in denen ich mich verlieren kann oder eben auch Soulslikes, bei denen ich gerne mal mehrere Abende an einem Boss hänge.
Ich konzentriere mich also nur auf ein großes Spiel und deinstalliere die restlichen, um nicht in die Versuchung zu kommen, doch ein anderes Spiel anzuklicken.
Ich erlaube mir aber, parallel zum großen Spiel so viele »Snack«-Spiele einzuschieben, wie ich möchte. Die »Snacks« sind kurze Spiele, die ich beispielsweise an einem Wochenende oder innerhalb von wenigen Stunden durchspielen kann.
So bekomme ich auf der einen Seite die Abwechslung, die ich als Spielerin brauche, weil hier komplett frei wählen kann, ob ich gerade Lust auf ein Horrorspiel, einen Walking Simulator oder einen linearen Koop-Shooter habe. Auf der anderen Seite gibt mir das immer wieder kleine Dopamin-Schübe, wenn ich ein Spiel beende. So merkwürdig das auch klingt: Ich habe damit das Gefühl, dass ich vorankomme und nicht nur ewig ohne Erfolge an einem einzigen Spiel hänge.
2. Selbst Deadlines setzen
Ich funktioniere am besten, wenn ich feste Deadlines habe, auf die ich zuarbeiten kann. Das gilt nicht nur für meinen Job, sondern auch für Hobbys und hilft mir ebenfalls beim Bewältigen meiner schlechten Videospiel-Angewohnheit.
Eine Deadline gibt mir einen vernünftigen Rahmen, in den ich das Spiel eintakten kann. Meine selbst bestimmte Frist kann zum Beispiel »bis Weihnachten«, »innerhalb meines Urlaubs« oder auch »bis zum Release des Nachfolgers« sein. Das hilft mir, das Ende des Tunnels zu sehen und motiviert mich, am Ball zu bleiben.
Passt nur auf, dass ihr die Deadlines nicht zu streng seht und euer Hobby nicht zu sehr von eurem Terminkalender abhängig macht. So kann sich das nämlich auch schnell nach Arbeit anfühlen und das ist natürlich nicht das Ziel!
3. Nicht an ätzenden Stellen aufhören
Einer der vielen Gründe, weshalb ich oft nicht zu einem Spiel zurückkehre, sind Gedanken wie »Och nö, da muss ich ja jetzt die eine eklige Sprungpassage machen, bei der ich bereits 50 Mal gestorben bin«. Eine Aufgabe, die mir wenig Freude bereitet, hält mich stark davon ab, zu einem Spiel zurückzukehren - weil ich bereits frustriert bin, noch bevor ich meinen PC hochfahre.
Deshalb habe ich es mir angewöhnt, nicht an ätzenden Stellen aufzuhören. Stattdessen versuche ich, nervige Passagen durchzuziehen und meine Spielesession beispielsweise erst danach zu beenden. Oder ich überlege mir zumindest, was ich alternativ das nächste Mal mache, wenn ich das Spiel starte.
Komme ich bei Elden Ring beispielsweise ums Verrecken (hehe) bei einem Boss nicht weiter, reise ich zu einem Ort auf der Karte, den ich beim nächsten Mal erkunden möchte und beende danach das Spiel. Das ist aber natürlich nicht bei jedem Genre und jedem Spiel möglich.
4. Ich dokumentiere meine Erfolge
Kennt ihr dieses unfassbar tolle Gefühl, Punkte auf einer ewig langen To-Do-Liste durchzustreichen? Dieses Gefühl lösen bei mir auch andere schriftliche Dokumentationen aus. Wenn ich beispielweise aufschreibe, welche Bosse ich wann in The First Berserker: Khazan gelegt habe. Wenn ich mir in Blue Prince Notizen zu Rätseln mache und die Hinweise am Ende zusammenführen kann. Oder auch wenn ich ein Spiel beende und sie in meiner Steam-Bibliothek in die Kategorie »Abgeschlossen« schiebe.
Diese Übersichten helfen mir, mir vor Augen zu führen, dass ich ja doch bei Spielen vorankomme. So sehe ich statt eines überfordernden Pile of Shame eine sortierte Liste mit Erfolgen, die mich motiviert und mir Lust auf mein nächstes Projekt macht.
5. Loslassen ist auch okay!
Lange habe ich mich geweigert, Bücher, Serien oder Spiele abzubrechen, die mich einfach nicht überzeugen konnten. Schließlich habe ich Geld dafür bezahlt und bereits Zeit investiert – jetzt muss ich es auch zu Ende bringen. Quatsch!
Meine Zeit ist wertvoll und je älter ich werde und je mehr Verantwortungen ich in meinem Leben nachgehen muss, desto weniger Zeit bleibt mir für mein liebstes Hobby. Diese kostbaren Stunden möchte ich also voll auskosten und das bedeutet auch: »Sayonara«, wenn es zwischen uns nicht klickt.
Wenn mich ein 50-Stunden-Spiel nach zwei Stunden nicht überzeugt, investiere ich nicht 15 weitere, damit es mich vielleicht doch noch überzeugt.
Manchmal suche ich mir auch Spiele raus, die schon lange auf meinem Pile of Shame schimmeln und gebe ihnen eine Challenge: Ich spiele sie eine Stunde lang an und wenn sie mich nicht fesseln, dann schleudere ich sie ins Nirvana und verbanne sie aus meiner Liste von Spielen, die ich vielleicht irgendwann mal im Renten-Altern spielen werde.
Mittlerweile kann ich auch sehr gut damit leben, wenn ich nicht weiß, was in einem Spiel oder Buch passiert, das ich abgebrochen habe.
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