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Seite 2: Star Trek: Die Lego-Brücke von Raumschiff Enterprise ist in vielerlei Hinsicht »faszinierend«

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Die Computer sind ein Träumchen und bestehen komplett aus bedruckten Steinen. Nur die Bildschirme oben sind Aufkleber. Die Computer sind ein Träumchen und bestehen komplett aus bedruckten Steinen. Nur die Bildschirme oben sind Aufkleber.

Zwischen SNOT-Technik und Sticker-Hölle

Die Zielgruppe des Sets sind auch angesichts des Preises von rund 180 Euro ganz klar Erwachsene, die mit Star Trek aufgewachsen sind. Ebendiese werden sich aber garantiert über die vielen, vielen Sticker ärgern, ein altes Lego-Problem. Zwei große Bogen mit insgesamt 44 Aufklebern liegen dem Karton bei. Allein 20 davon werden für den spiegelnden Transporterraum benötigt - das ist exzessiv.

Video starten 0:23 Im Vergleich: Die Playmobil-Enterprise ist bis heute ein ganz besonderes Star-Trek-Set

Während Lego die vier Computer-Konsolen an den Wänden mit jeweils fünf bedruckten Steinen konstruiert hat, sind die Bedienelemente der vorderen Konsole mit Waffenkontrolle und Navigation nur aufgeklebt. Dazu kommen Sticker für die Bildschirme an den Wänden sowie ein großer Aufkleber, der den Bildschirm simuliert.

Eine Auswahl der Sticker auf der Brücke der Enterprise. Eine Auswahl der Sticker auf der Brücke der Enterprise.

Auch in der Konstruktion gibt es kleine Abstriche. Der Boden zwischen dem äußeren Laufsteg und den zentralen Konsolen fehlt komplett, was das Set unfertig wirken lässt. Die Stühle der Besatzung sind im Vergleich zum Kapitänssessel etwas zu wuchtig geraten, aber das stört mich persönlich nicht.

Zudem lässt sich der große Hauptmonitor im Standard-Layout nicht fest an der Vorderseite verankern, sondern wird über Technic-Pins seitlich angesteckt oder steht lose mit dem Rücken zum Betrachter.

Die Klingonen sprechen nicht gerne darüber, warum sie damals so anders aussahen als in späteren Star Treks.

Beam me up, Scotty!

Der mitgelieferte Transporterraum bringt eigene Stärken und Schwächen mit. Das seitlich gebaute Podest wirkt mit seinen glänzenden Silberstickern optisch ansprechend. Über ein Zahnrad auf der Rückseite lassen sich die Podeste drehen, sodass Figuren hinter spiegelnden Folien verschwinden. Diese Spielfunktion wirkt für ein Modell der Erwachsenen-Reihe zugegebenermaßen simpel, ist aber eine schöne Adaption der kultigen Beam-Effekte.

Im Gesamtdesign wirkt der Transporterraum neben der halbrunden Brücke jedoch etwas deplatziert und stört das optische Gleichgewicht der Präsentation. Als separates Set mit einem Korridorstück wäre dieser Bereich womöglich besser aufgehoben gewesen.

Transporterraum Die runde Transporterplattform sieht schick aus.

Stickerhölle Reichlich unnötig: Anstelle der vielen identischen Transporterraum-Aufkleber hätte Lego auch einfach ein neues bedrucktes Teil herstellen können.

Tribble-Gefahr Hinter einem der (aufgeklebten) Bildschirme verstecken sich wuschelige Wollknäuel mit unstillbarem Hunger.

Fazit: Wo stelle ich das hin?

Ich hatte Spaß damit, das neue Lego-Set zu Star Trek: The Original Series aufzubauen. Die Enterprise-Brücke ist hervorragend getroffen, gerade die Farben sehen super aus. Es gibt viele schöne Details und einige Highlights bei den Minifiguren (Spock!).

Mein größtes Problem mit der alten Enterprise ist, dass Lego es beim neuen Icons-Set 11385 fast schon zu gut gemeint hat. Der Transporterraum ist ein seltsames Anhängsel, das das Ausstellen im Regal zu einer unnötigen Herausforderung macht. Und der Bildschirm wirkt nebendran geklatscht ebenfalls unangebracht, verdeckt aber an seiner eigentlichen Position den Blick auf die Brücke.

Einfach seltsam, diese Komposition. Einfach seltsam, diese Komposition.

Ohne diese beiden Zusätze sieht das Set in der Vitrine viel besser aus. Hätte Lego diese Extras weggelassen, wäre auch noch Budget für einen richtigen Boden übrig gewesen und vielleicht hätte man den gehobenen Preis von knapp 180 Euro weiter nach unten drücken können - denn das ist für einen Schuss Nostalgie schon ziemlich happig.

Pro
  • hervorragend umgesetztes Original-Design
  • sehr schöne Farbauswahl
  • gelungene Spiel-Features (Transporter, Tribbles, Aufzugstür)
  • großartige Minifiguren mit wenigen Abzügen in der B-Note
  • Für Fans gibt's unglaublich viel zu entdecken.
Kontra
  • Set-Kompositon wäre ohne Bildschirm und Transporterraum besser.
  • absurd viele Aufkleber für den Preis
  • viele Wiederholungen beim Aufbau

Andererseits: Verglichen mit der riesigen Enterprise NCC-1701-D aus dem Vorjahr kostet die Classic-Brücke nur die Hälfte und liefert im Gegensatz dazu ein vollwertige Innenausstattung. Wer über die vielen Aufkleber und die eigenwillige Einbindung des Transporterraums hinwegsehen kann, erhält ein charmantes Ausstellungsstück, das den Geist der Originalserie treffend einfängt.

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