Dieser Kauf geht wie ein Donnerschlag durch die Spiele-Branche: Am 2. September gab der Entwickler hinter der beliebten Tracking-Webseite SteamDB bekannt, sein Portal nach 13 Jahren an die Eigentümer des Modding-Portals Nexus Mods zu verkaufen.
In einem Statement begründet der bisherige Betreiber Pavel xPaw
Djundik den Schritt mit der hohen Arbeitsbelastung als Solo-Entwickler. Nutzer befürchten nun, dass die Seite künftig von den neuen Besitzern aggressiv monetarisiert werden könnte. Zum Kaufpreis wurden keine Details bekannt.
Warum wird SteamDB verkauft?
xPaw schreibt in seiner Erklärung zum Verkauf auf SteamDB er habe die Seite damals als reines Hobby-Projekt begonnen. In den vergangenen Jahren sei die Arbeit, die für den Betrieb von SteamDB nötig war, aber stetig gestiegen. Aus dem einstigen Hobby wurde ein Vollzeitjob, der xPaw bis in den Burn-out geführt habe. Im Zuge der Corona-Pandemie und des aktuellen KI-Booms habe er zunehmend die Freunde an der Arbeit an SteamDB verloren.
Deshalb habe er versucht, einen neuen Partner zu finden, der SteamDB in seinem Sinne fortführt, und Anfang des Jahres begonnen, mit Nexus Mods und dessen Dachfirma Chosen zu sprechen. Die Nexus-Eigentümer würden die Verantwortung verstehen, die damit einhergeht, eine Seite zu betreiben, die von Millionen, Spielern, Entwicklern und Publishern genutzt wird
.
Wer sind die neuen Eigentümer?
Insgesamt solle SteamDB durch den Verkauf profitieren und durch die neuen, kapitalstarken Eigentümer die Möglichkeit haben, in den kommenden Jahren zu wachsen. Viele Nutzer sind von den neuen Eignern aber weniger überzeugt; sie vermuten, die Firma mit dem ominösen Namen Chosen
werde versuchen, möglichst bald Kapital aus einem Portal zu ziehen, dessen Nutzung bislang für alle komplett kostenlos war.
Chosen wirbt auf seiner Webseite, Experten in den Bereichen Wachstum und Monetarisierung zu sein und beschreibt sich selbst mit folgendem Slogan:
Wir kaufen auf. Wir stärken. Wir erobern. Wir arbeiten mit Gründern zusammen, um ihnen schnelle und unkomplizierte Ausstiegsmöglichkeiten zu bieten, die ihr Team und ihre Unternehmenskultur schützen und dafür sorgen, dass ihre Unternehmen langfristig erfolgreich bleiben.
Chosen hatte Nexus Mods im Juni 2025 von dessen Gründer Robin Dark0ne
Scott gekauft, der die Seite seinerzeit ebenfalls als Hobbyprojekt aufgebaut hatte. Auch damals wurden zum Kaufpreis keine Details bekannt.
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Warum ist SteamDB so wichtig?
Die öffentlich einsehbaren Statistiken von SteamDB sind für die Spielebranche von enormer Bedeutung. Kaum eine andere Webseite liefert einen derart detaillierten Überblick darüber, wie Spiele auf Steam gerade performen. Besonders Spieler, Journalisten und Analysten nutzen die Daten, um Trends und die öffentlich sichtbare Entwicklung von Spielen einzuschätzen. Gerade bei gescheiterten Spielen wie Highguard machten die öffentlich einsehbaren SteamDB-Zahlen den drastischen Rückgang der Spielerschaft für jeden nachvollziehbar.
Auch wir Spiele-Journalisten schauen fast täglich in die Daten von SteamDB, um zu verstehen, welche Spiele aktuell im Trend liegen, und richten zum Teil auch unsere Berichterstattung danach aus. Zudem liefert die Seite eine gute Übersicht über bevorstehende Sales und den Release-Kalender.
Dass solche Informationen demnächst hinter einer Paywall verschwinden könnten, sorgt also nicht nur unter Spielerinnen und Spielern, sondern quasi in der gesamten Branche für große Beunruhigung. Auf Reddit reagieren daher viele Nutzer mit Galgenhumor; der bekannte Rockstar-Dataminer VideoTech schrieb auf Twitter: Das sind schreckliche Neuigkeiten.
SteamDB-Gründer xPaw versichert aber: Alles, was heute auf SteamDB kostenlos ist, bleibt auch kostenlos. Sollten wir eines Tages wirklich neue Dinge entwickeln, werden wir dann vielleicht entsprechende Entscheidungen treffen, aber nichts, was ihr heute kennt und nutzt, wird euch weggenommen und euch dann wieder verkauft.
Eine Kommerzialisierung von SteamDB ist allerdings durchaus geplant. Im offiziellen FAQ erklären die neuen Besitzer offen, dass die Seite künftig Geld verdienen müsse.
Denkbar seien unter anderem Partnerschaften und Affiliate-Links beim Kauf von Spielen. Klassische Werbeanzeigen seien derzeit nicht geplant. Gleichzeitig verspricht Chosen, keine der heute kostenlos verfügbaren Funktionen hinter eine Paywall zu verschieben. Bei komplett neuen Features hält sich das Unternehmen eine mögliche Monetarisierung allerdings ausdrücklich offen.
Was haltet ihr vom SteamDB-Verkauf? Nutzt ihr die Seite regelmäßig? Schreibt es uns in die Kommentare!
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