Alle exklusiven Tests zum halben Preis lesen!

So viele Tests wie noch nie!

Das erste Jahr Plus zum halben Preis sichern

Stop Killing The Internet: Neue EU-Bürgerinitiative kämpft gegen Ausweispflicht und Alterskontrollen im Netz

Eine neue Bürgerinitiative will verhindern, dass ihr euch künftig für Online-Spiele und Discord mit dem Personalausweis ausweisen müsst.

Nachdem die Gaming-Initiative Stop Killing Games über 1,2 Millionen Stimmen gegen das willkürliche Abschalten von Spielen wie The Crew gesammelt hat, weitet die Kampagne ihr Blickfeld jetzt auf das gesamte Netz aus.

Unter dem Titel »Stop Killing The Internet: No Digital ID & No Age Verification« hat die Gruppe eine neue offizielle Europäische Bürgerinitiative gestartet. Diesmal geht es um einen Trend, der euren Gaming-Alltag auf Steam, Discord oder Twitch bald drastisch verändern könnte: verpflichtende digitale Identitätsprüfungen und strikte Alterskontrollen.

Video starten 16:11 Stop Killing Games erklärt - Was will die Initiative wirklich, warum kämpfen Ubisoft und Co. dagegen?

Was die Initiative von der EU-Kommission fordert

Hinter der neuen Kampagne stehen vertraute Gesichter: Moritz Katzner, Europadirektor von Stop Killing Games, hat sich dafür mit Bürgerrechtsorganisationen wie der Open Rights Group, Big Brother Watch sowie den europäischen Piratenparteien zusammengetan. Die Initiative wurde Ende Juli 2026 von der EU-Kommission registriert; seit dem 25. August läuft die offizielle Unterschriftensammlung.

Die Kernforderung richtet sich gegen den zunehmenden Druck aus Brüssel und London, das Internet über staatliche oder kommerzielle Ausweiskontrollen abzusichern. Geht es nach den Initiatoren, muss die EU per Gesetz festschreiben, dass Altersnachweise und digitale ID-Wallets für den Zugang zu rechtmäßigen Online-Diensten strikt freiwillig, datensparsam und diskriminierungsfrei bleiben.

Bürgerinnen und Bürger dürften nicht gezwungen werden, sich zu identifizieren, nur um stinknormale Online-Inhalte zu nutzen. Wo Altersgrenzen tatsächlich gesetzlich unumgänglich sind, fordert die Initiative anonyme oder pseudonyme Nachweise, Open-Source-Software, unabhängige Sicherheitsprüfungen und ein Verbot, Nutzer über verschiedene Dienste hinweg zu tracken.

Auf der Website der Open Rights Group sagt Katzner:

»Das Internet ist ein Ort für Bildung, Spiele, Freundschaft, Kultur, Arbeit und öffentliche Debatten. Wie jedes Rathaus kann es hässlich werden. Aber wir würden niemals damit reagieren, das Rathaus zuzusperren. Wir würden an der Tür niemals Ausweispapiere verlangen.«

Warum das Thema vor allem Gamer betrifft

Die Pläne der EU, bis Ende 2026 eine universelle digitale Geldbörse (die EU-Digital-Identity-Wallet) einzuführen, gepaart mit parlamentarischen Vorstößen für Altersgrenzen ab 16 Jahren auf Social-Media- und Kommunikationsplattformen, erzeugen enormen Druck auf Betreiber.

Bereits jetzt experimentiert Discord mit schärferen Altersverifikationen in verschiedenen Ländern. Auch Steam, Twitch und Multiplayer-Spiele geraten ins Visier von Regulierern, die Altersgrenzen nicht mehr über ein simples »Gib bitte dein Geburtsdatum ein«-Formular abfrühstücken wollen. Wenn Betreiber für jeden Verstoß saftige Strafen fürchten müssen, greifen sie im Zweifel zur härtesten Maßnahme: dem Hochladen von Passfotos, Kreditkartendaten oder biometrischen Gesichtsscans.

Die Kampagne warnt davor, dass dabei gigantische Daten-Töpfe entstehen, die für Hacker ein gefundenes Fressen sind. Dazu kommt: Große Konzerne mögen teure Drittanbieter für Altersprüfungen lizenzieren können, kleinere Indie-Studios, Community-Foren oder Betreiber privater Gameserver dürften an den technischen und finanziellen Hürden schlicht zugrunde gehen.

Ein Jahr Zeit für eine Million Unterschriften

Einfach wird der Vorstoß allerdings nicht. Um die EU-Kommission zu zwingen, sich offiziell mit den Forderungen auseinanderzusetzen und eine Anhörung im Europaparlament zu bekommen, muss die Initiative innerhalb von zwölf Monaten mindestens eine Million gültige Unterschriften aus mindestens sieben EU-Mitgliedsstaaten vorlegen.

Die Frist läuft bis zum 25. August 2027. Dass die Gaming-Community so ein Ziel erreichen kann, hat sie bei Stop Killing Games bereits bewiesen. Ob sich die breite Spielerschaft nun genauso leidenschaftlich für Ausweis- und Datenschutzthemen mobilisieren lässt wie für den Erhalt ihrer alten Rennspiele, müssen die kommenden Monate zeigen.


Kommentare(6)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.