Far Cry 6: Wieso die Story des Spiels ein Umdenken für ganz Ubisoft bedeuten könnte

In Far Cry 6 erlebt ihr eine politische Story. Und das geht laut einem Entwickler auch gar nicht anders. Ubisoft scheint hier umzudenken.

von Andreas Bertits,
01.06.2021 15:50 Uhr

Die Story von Far Cry 6 wird politisch sein. Die Story von Far Cry 6 wird politisch sein.

Far Cry 6 versetzt euch auf die fiktive Insel Yara, die gerade eine Revolution durchmacht. Das Szenario erinnert dabei stark an Kuba, was auf eine politische Story schließen lässt. Laut Narrative Director Navid Khavari bekommen wir diese auch und sie ist sogar nötig.

Damit schlägt Ubisoft eine andere Richtung ein, als in der Vergangenheit. Bei The Division 2 beispielsweise dementierte Creative Director Terry Spier in einem Interview noch jegliches politisches Statement im Spiel.

Ubisoft will eine politische Story erzählen, aber kein Statement setzen

Navid Khavari erklärte in einem Blog, dass sich das Team für die Geschichte von Far Cry 6 von den Guerilla-Kämpfen auf Kuba in den 1950er- und 1960er-Jahren inspirieren ließ. Allerdings wollte man sich nicht auf die Insel beschränken, sondern nahm für die Geschichte des Shooters zudem Revolutionen und Guerilla-Aufstände anderer Orte der Welt und aus anderen Zeiten her. Ein politisches Statement soll das aber nicht sein:

"Uns ist bewusst geworden, dass Kuba eine komplizierte Insel ist und unser Spiel will keine politische Aussage darüber treffen, was auf Kuba passiert. "

Dennoch erwartet uns eine politische Story und laut Navid Khavari ist das auch unbedingt nötig.

"Eine Geschichte über eine moderne Revolution muss politisch sein. In Far Cry 6 gibt es harte, relevante Diskussionen über die Bedingungen, die zum Aufstieg des Faschismus in einer Nation führen, über die Kosten des Imperialismus, Zwangsarbeit, die Notwendigkeit freier und fairer Wahlen, LGBTQ+-Rechte und mehr im Kontext von Yara, einer fiktiven Insel in der Karibik."

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Der Narrative Designer ist sich bewusst darüber, dass eine politische Story zu Diskussionen führen kann. Manche Spieler möchten keine politischen Ansichten »aufgezwängt« bekommen oder in einem Spiel mit Politik konfrontiert werden.

Daher geht das Team auch sehr behutsam mit der Situation um und hat jede Menge Nachforschungen betrieben. Unter anderem arbeiteten die Entwickler mit Experten und Personen zusammen, die persönliche Erfahrungen machten. Das soll der Story die nötige Sensibilität verleihen.

Navid Khavari erklärt:

"Falls jemand eine vereinfachte, binäre politische Aussage zum politischen Klima in Kuba sucht, wird er sie nicht finden. Ich stamme aus einer Familie, die die Folgen der Revolution ertragen hat. Ich habe mein ganzes Leben lang am Esstisch über die Revolution debattiert. Ich kann nur für mich selbst sprechen, aber es ist ein komplexes Thema, das niemals auf ein Zitat reduziert werden sollte."

Ubisoft denkt um

Spiele behandeln oft politische Themen wie Rassismus, Sklaverei oder Ungleichheit. Manche Spieler meinen, ein völlig unpolitisches Spiel gibt es gar nicht. Andere lehnen solche Themen vehement ab. Wieder andere glauben, dass politische Geschichten in Spielen sogar notwendig sind.

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Bisher hatte Ubisoft, wie oben bereits erwähnt, sich immer aus diesem Diskurs herausgehalten oder in früheren Aussagen betont, dass sie keine politischen Spiele machen. Jetzt bricht Ubisoft mit seinen früheren Statements: Politik spielt ganz bewusst eine große Rolle in der Story von Far Cry 6.

Ob bei Ubisoft durch diesen Umschwung ein generelles Umdenken stattfindet oder ob Far Cry 6 diesbezüglich ein Einzelfall ist, wird die Zukunft zeigen. Ebenfalls ungewiss ist, wie das natürlich bei den Spielern ankommt.

Was haltet ihr davon, dass Far Cry 6 bewusst eine politische Story erzählen will?

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