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Seite 2: Street Fighter 4 - Spagat zwischen Tradition und Neuanfang

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Breiter, aber härter

Neuzugang Crimson Viper überzeugt Veteran Guile von ihrem ungewöhnlichen Kampfstil. Neuzugang Crimson Viper überzeugt Veteran Guile von ihrem ungewöhnlichen Kampfstil.

Die wichtigste Frage für Street Fighter-Fans: Was ändert sich am Kampfsystem? »Wir wollten das Spiel wieder zugänglicher machen«, erklärt Yoshinori Ono. Verschwunden sind deshalb allzu komplizierte Spezialmanöver oder Tastenkombinationen. Zwar muss man für Würfe noch immer zwei Knöpfe gleichzeitig drücken, aber das war's dann auch. Bei sämtlichen Kombos, Ultrakombos oder Revenge-Moves kommt es vor allem auf eines an: Timing! Außerdem ist der Spielverlauf wesentlich offensiver als in den diversen Street Fighter 3-Ablegern, Angreifen ist wichtiger als Blocken.

Kein Wunder, dass wir uns beim Spielen von Street Fighter 4 sehr an den zweiten Teil erinnert fühlen. Da kommt das oben erwähnte Fahrrad-Feeling durch: Alle Special-Moves funktionieren wie früher. Mühelos entlocken wir etwa Guile seinen Sonic Boom und als Blanka rösten wir Gegner per Elektroschlag - ein Traum für Veteranen der Serie. Allerdings wird sich gerade bei Timing und Schlagkombos noch viel tun, bis zum Sommer will Capcom die optimale Abstimmung finden.

Maskierter Rächer: Der Luchador "El Fuerte" ist einer der neuen Kämpfer in Street Fighter 4 Maskierter Rächer: Der Luchador "El Fuerte" ist einer der neuen Kämpfer in Street Fighter 4

2,5 ist besser als 3

Blondschopf Ken wirkt dank neuer Grafikengine trotz altem Look enorm plastisch. Blondschopf Ken wirkt dank neuer Grafikengine trotz altem Look enorm plastisch.

Screenshots werden der grafischen Pracht von Street Fighter 4 einfach nicht gerecht. Denn was auf Standbildern wie ordentliche Cel-Shading-Optik aussieht, wirkt in Bewegung schlicht atemberaubend. Capcom bedient sich einer leistungsfähigen 3D-Engine, die Charaktere sind jedoch nur auf einer 2D-Ebene beweglich. Entfesselt ihr jedoch einen Special-Move wie Dhalsims Feuerball, verlässt die Kamera kurz ihre angestammte Position, um das Spektakel optimal in Szene zu setzen. Das geht blitzschnell, so dass Sie nicht aus dem Kampf gerissen werden, das Geschehen aber trotzdem wahnsinnig dynamisch wirkt.

Dass die Optik trotz 3D nicht steril wirkt, liegt am von Yoshinori Ono scherzhaft so genannten »Capcom Shader«. Diese Grafikroutine bringt den charakteristischen Comic-Look früherer Street Fighter in die 3D-Umgebung, ohne das Ganze zu »flach« aussehen zu lassen. Ganz im Gegenteil, Kämpfer wie Schauplätze strotzen vor liebevollen Details: Da treibt es zum Beispiel Ryu regelrecht die Augen aus den Höhlen, wenn ihm Zangief einen Magenschwinger verpasst. Und auf einem verlassenen Flugplatz im afrikanischen Dschungel feuern die Zuschauer bei gelungenen Manövern vor Freude mit ihren Kalaschnikows in den Himmel. Yoshinori Ono verspricht jedoch: »Ihr habt noch lange nicht alles gesehen. Gerade an solchen Details arbeiten wir noch fieberhaft.« Lobenswert, aber eigentlich unnötig. Denn schon in der GDC-Version ist Street Fighter 4 einer der Prügelhits des Jahres.

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