Die nächste Dürre betrifft die Elektrizität: Dem Netz gehen laut Elon Musk die Transformatoren aus

Der Chef von Tesla und SpaceX hält die Gefahr einer Energieknappheit durch die exponenzielle Zunahme an KI-Rechenzentren für plausibel.

Elon Musks Sorge um die Energieversorgung ist womöglich nicht unbegründet. Doch die Bundesnetzagentur entwarnt. (Bildquelle Adobe Stockpeterschreiber.media) Elon Musks Sorge um die Energieversorgung ist womöglich nicht unbegründet. Doch die Bundesnetzagentur entwarnt. (Bildquelle Adobe Stock/peterschreiber.media)

Stehen wir vor einer Krise wie schon vor wenigen Jahren bei den Mikrochips? Wenn es nach Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk geht, ist der nächste dramatische Engpass bereits vorprogrammiert.

Doch diesmal sollen nicht Chips betroffen sein, sondern das Stromnetz. Das sagte er Ende Februar im Rahmen einer Live-Schaltung der Bosch Connected World 2024, die in Berlin stattgefunden hat.

Warum ist das wichtig? Wenn Musk recht hat, kommt es schon im nächsten Jahr zu einem Energiemangel und zu einer Knappheit in der Infrastruktur des Stromnetzes.

Musk: Erst werden Transformatoren knapp, dann Strom

Im Detail: Dem Tech-Milliardär zufolge werden binnen kürzester Zeit Transformatoren knapp. Er drückte es so aus:

Der nächste Engpass sind Transformatoren zur Spannungsabstufung, denn man muss den Strom in diese Dinger einspeisen. Wenn also 100 bis 300 Kilovolt von Ihrem Versorgungsunternehmen kommen und auf 6 Volt heruntergestuft werden müssen, sind das viele Abstufungen.

Elon Musk, Bosch Connected World 2024

Musk bezieht sich auf mehrere Arten von Transformatoren. Zum einen jene, die von Hoch- oder Höchstspannung auf haushaltstypische 230 Volt umspannen und jene, die den Steckdosenstrom in Spannungen für unsere diversen elektrischen Geräte umwandeln, beispielsweise Netzteile für Computer.

Und nicht nur das. Auch der Strom insgesamt soll knapp werden – Musk:

Der nächste Engpass wird die Elektrizität betreffen, und ich denke, nächstes Jahr wird man sehen, dass man nicht genug Strom hat, um alle Chips zu betreiben.

Elon Musk, Bosch Connected World 2024

Wie begründet Musk das?

Der Grund für die Engpässe soll der exponentiell wachsende Markt für KI-Computer sein:

Die Anzahl der Computer für künstliche Intelligenz, die online gehen, scheint alle 6 Monate um den Faktor 10 zu steigen.

Elon Musk, Bosch Connected World 2024

Wie realistisch ist ein solches Szenario?

Bereits im Jahr 2022 berichtete das Handelsblatt über eine Knappheit an Transformatoren für Schnellladestationen. Demnach führte der Mangel an Trafostationen dazu, dass sich der Ausbau des Schnellladenetzes in Deutschland verzögert hat.

Vor diesem Hintergrund ist wohl nicht gänzlich auszuschließen, dass es zu erneut zu Engpässen kommen kann.

Schlimmer als ein Mangel an Transformatoren wäre aber wohl eine Stromkrise.

Wie die Tagesschau berichtet, haben Rechenzentren Ende 2023 etwa vier bis fünf Prozent der weltweiten Energie verbraucht (hier ist elektrischer Strom gemeint und nicht die Primärenergie). In den nächsten Jahren könne dieser Wert auf 30 Prozent anwachsen, was vor allem am hohen Energiebedarf von KI liege.

Nehmen wir das als Grundlage, ist Musks Aussage also durchaus plausibel.

Bei einem exponentiellen Wachstum des Stromverbrauchs von KIs könnten wir daher tatsächlich eher früher als später an Kapazitätsgrenzen stoßen.

Aber: Grund zur Panik besteht vorerst wohl nicht. Laut der Bundesnetzagentur ist die Versorgungssicherheit in Deutschland bis ins Jahr 2031 gegeben. Das habe sich in einer Untersuchung gezeigt, die den Zeitraum von 2025 bis 2031 umfasst.

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