Swatting - Unschuldiger in USA von Polizei erschossen, möglicherweise wegen Call-of-Duty-Streit

In den USA wurde vermutlich ein Mann von der Polizei erschossen, nachdem zwei Spieler in Call of Duty stritten. Einer der Spieler beauftragte einen Swatter, jedoch erhielt die Polizei eine falsche Adresse.

von Christian Just,
30.12.2017 11:39 Uhr

SWAT-Polizisten bei einem Einsatz: Spezialisten für Geiselnahmen.SWAT-Polizisten bei einem Einsatz: Spezialisten für Geiselnahmen.

Das sogenannte Swatting hat in den USA wohl einen Todesfall gefordert. So vermeldet eine lokale Zeitung, dass nach einem falschen Notruf Donnerstagnacht in Wichita, im Bundesstaat Kansas, ein 28-jähriger von einem Polizisten erschossen wurde. Zuvor habe sich ein Streit unter Call-of-Duty-Spielern ereignet, der letztlich in einem falschen Anruf bei der Polizei gegipfelt sei.

Zwei Spieler schaukeln sich gegenseitig hoch

Wie MeinMMO berichtet, stritten sich zwei Spieler in Call of Duty heftig und drohten sich gegenseitig, einander die Polizei ins Haus zu schicken. Auf dem Höhepunkt des Disputs beauftragte einer der Spieler einen bekannten Swatter, einen Falschanruf abzusetzen. Infolge dessen rückte die Polizei aus, da der Swatter von einer bewaffneten Geiselnahme sprach.

Die Polizei nahm dazu wie folgt Stellung: Die Polizisten wären einem Anruf nachgegangen. Der Anrufer sagte, da sei ein Streit zwischen Mutter und einer Person eskaliert und der Vater sei versehentlich erschossen worden. Die fragliche Person halte jetzt Mutter, Schwester und Bruder als Geisel. Der Vater sei an einem Kopfschuss verstorben.

Auf Grundlage dieser Aussagen entsandte die Polizei eine Einheit, die auf eine Geiselnahme vorbereitet war. Als sie vor Ort eintrafen, trat ein Mann vor die Tür, der daraufhin von Polizisten niedergeschossen wurde. Er wurde später im Krankenhaus für tot erklärt.

Allerdings hatte einer der Spieler wohl eine falsche Adresse herausgegeben, weshalb die Polizei bei einem Nachbarn eintraf. Dieser unbeteiligte Mann wurde dann das Opfer der feigen Aktion.

Swatter wohl gefasst

Jetzt ist auf BNO News nachzulesen, dass der mutmaßliche Swatter in Los Angeles verhaftet worden sei. Dabei handle es sich um einen 25-jährigen Mann, der bereits in der Vergangenheit im Bezug auf die unverantwortlichen Prank-Anrufe auffällig geworden sei. Zwei Bombendrohungen gehen demnach bereits auf sein Konto. Auch habe er schon am 14. Dezember einen Anruf getätigt, der zur Evakuierung der FCC, dem US-amerikanischen Equivalent der deutschen Bundesnetzagentur, geführt habe.

Der Beschuldigte gab gegenüber der Polizei sogar zu, für Swatting-Anrufe bezahlt zu werden. "Manchmal schicken die Leute mir Geld über PayPal, damit ich jemanden swatte." Welche Form der Anklage gegen den Mann erhoben wird, ist noch nicht geklärt. Auch über den Verbleib der beiden anderen Beteiligten ist noch nichts bekannt. Laut Berichten der Call-of-Duty-Seite Dexerto hätten die betroffenen Spieler ihre Twitter-Accounts gelöscht.


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