Auf der IFA 2024 wurden jede Menge neue spannende Gaming-Hardware gezeigt. Von brillenlosen 3D-Monitoren, bis hin zu Laptops mit eingebauten Controllern.
Meine persönlichen Highlights waren natürlich die Gaming-Handhelds. Mein Favorit unter den drei neuen Geräten, war jedoch nicht der neue Acer Nitro Blaze 7 oder die neue MSI Claw 8 AI+, sondern … die Tecno Pocket Go.
Warum ausgerechnet das unbekannte Gerät von einem hierzulande kaum beachteten Hersteller mein persönliches Highlight ist? Das lest ihr hier.
Tecno Pocket Go – wer macht das und was ist das?
Tecno Mobile ist ein chinesischer Smartphone-Hersteller, der überwiegend Geräte in Afrika und Indien vertreibt. Obwohl sie bei uns kaum jemand kennt, sind sie ein Tochterunternehmen von Transsion, die inzwischen zu den Top 5 der größten Handyhersteller gehören.
Das Unternehmen hat auf der IFA 2024 seinen ersten Gaming-Handheld gezeigt und alle Besucher hatten die Gelegenheit ihn auszuprobieren.
Die Tecno Pocket Go ist ein Handheld-PC – wie das Steam Deck, die Asus ROG Ally oder der Lenovo Legion Go. Das Besonderes: Im Gegensatz zu den üblichen Verdächtigen ist gar kein Bildschirm verbaut. Das Gerät sieht aus wie ein großer Controller mit Lüftungsschlitzen. Tatsächlich steckt da ein vollwertiger Windows 11-PC drin.
Statt eines Bildschirms kommt das Gerät mit einer USB-C-Videobrille, die ihr mit dem »Controller-PC« verbindet.
Das sind die Technische Daten:
- Betriebssystem: Windows 11
- Prozessor: AMD Ryzen 7 8840 HS
- Grafik: AMD Radeon 780M
- Arbeitsspeicher: 16 GByte LPDDR5
- Speicherkapazität: 1 TByte PCIe 4.0 SSD
- Akku: 50 Wh, austauschbar
- Ladegeschwindigkeit: keine Angabe
- AR Pocket Vision: Bis zu 215 Zoll Bildschirmdiagonale, Micro-OLED, USB-C
Welche Vorteile hat das?
Haltung beim Spielen: Im Gegensatz zu gewöhnlichen Handheld-Konsolen, müsst ihr das Gerät nicht hochhalten, um damit zu spielen. Eure Arme können einfach locker in eurem Schoß liegen, etwa wie bei den Joy-Cons der Nintendo Switch.
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Tecno Pocket Go im Hands-On - Handheld-PC mit AR-Brille
Außerdem müsst ihr nicht nach unten schauen, wie es normalerweise mit Handheld-Geräten üblich ist. Die AR-Brille projiziert euch das Videobild direkt vor die Augen. Man kann sich also entspannt zurücklehnen.
Ich fand es dennoch ziemlich kurios, dass einige Messebesucher instinktiv, mit aufgesetzter Brille nach unten geblickt haben.
Kein Fernseher notwendig: Laut Tecno Mobile entspricht die projizierte Displaygröße 215 Zoll bei einer Sitzdistanz von sechs Metern. Das könnte akkurat sein, aber in der Praxis wirkt das weitaus weniger spektakulär, als diese Daten vermuten lassen.
Das Bild ist definitiv sehr groß, aber eben nicht unbedingt, was man von 215 Zoll erwartet. Enttäuscht hat es mich dennoch nicht. Das Bild ist klar, scharf und hell. Mit einer solchen AR-Videobrille habt ihr praktisch ständig einen Riesenbildschirm für euren Handheld-PC dabei.
Die AR-Brille ist universell einsetzbar: Tecno Mobile hat mir verraten, dass die Brille auch problemlos an anderen Geräten verwendbar ist. Das heißt, ihr könnt sie beispielsweise mit eurem Laptop oder Handy verbinden, solange das Quellgerät Videoausgabe über USB-C unterstützt.
Auch für (viele) Brillenträger geeignet: Die AR-Brille verfügt über eine Dioptrien-Einstellung bis zu einer Stärke von Minus sechs. Ich habe das Gerät mit Kontaktlinsen ausprobiert und hatte keine Probleme mit der Sehschärfe. Mirco hat sich die AR-Brille auf seine Sehstärke eingestellt und konnte auch ohne Schwierigkeiten den Displayinhalt ablesen.
Wo ist der Haken?
Umständlicher als gewöhnliche Handhelds: Anstatt einem einzigen Gerät müsst ihr mit der Tecno Pocket Go natürlich zwei Geräte mit euch schleppen. Das kann unter Umständen nervig sein, sodass ihr den Handheld vielleicht zu Hause lasst.
Ein Kabel ist immer notwendig: Aus dem Brillenbügel hängt permanent ein Kabel heraus, das mit dem Controller-PC verbunden werden muss. Einige könnte das stören.
Die Hardware könnte noch besser sein: Der 50 Wh-Akku konkurriert mit der ersten Handheld-Generation. Das sind Geräte wie die Asus ROG Ally, das Steam Deck oder der Lenovo Legion Go.
Bei Blockbuster-Titeln reicht die Akkulaufzeit bei diesen Geräten meistens für etwa zwei Stunden – oder auch weniger. Dafür muss dieses Gerät »nur« eine Videobrille mit kleinen 0,71-Zoll-Micro-OLED-Displays betreiben und keinen Siebenzöller (oder mehr).
16 GByte RAM könnten für eine APU, also ein Prozessor mit integrierter Grafikeinheit, etwas knapp sein. Hier muss der Arbeitsspeicher auch als Videospeicher fungieren und das kann vor allem bei neueren Spielen eng werden.
Preis und Verfügbarkeit
Tecno Mobile hat mir verraten, dass das Gerät auch auf dem deutschen Markt erscheinen soll. Sie konnten mir allerdings noch kein genaues Datum nennen.
Der Preis soll bei etwa 1.000 bis 1.100 Euro liegen. Das ist nicht günstig, aber dafür ist die AR Pocket Vision Teil vom Lieferumfang. Außerdem wird es möglich sein, sie auch einzeln zu kaufen.
Meine persönliche Erwartung
Mich hat der Einsatz der AR-Brille anstelle eines Bildschirms sehr positiv überrascht. Auch wenn ich das Gerät für etwas teuer halte, glaube ich, dass es sich lohnen kann, wenn man bedenkt, dass man damit potenziell einen Monitor oder gar einen Fernseher ersetzen könnte. Ich bin auf jeden Fall gespannt, es nochmal in meine Hände zu bekommen.



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