In Warhammer 40.000 fällt euch wahrscheinlich schnell ein eklatanter Unterschied zu anderen bekannten Science-Fiction-Universen auf. Es gibt dort keine kultigen Droiden à la C‑3PO und keine charmanten Schiffscomputer, die mit der Crew plaudern.
Stattdessen verlässt sich das Imperium der Menschheit auf sogenannte Servitoren – groteske, kybernetisch veränderte Menschenopfer, deren Gehirne gelöscht und für einfache, repetitive Aufgaben umprogrammiert wurden.
Aber warum greift eine intergalaktische Zivilisation überhaupt auf so ineffiziente Lösungen zurück?
Die Antwort liegt tief in der Lore vergraben, in einer fast vergessenen Epoche und bei einem Feind, der die Menschheit um ein Haar komplett aus der Galaxis getilgt hätte: den Eisernen Menschen.
Das dunkle Zeitalter der Technologie
Lange bevor der unsterbliche Imperator auf dem Goldenen Thron von Terra saß, erlebte die Menschheit eine absolute Blütezeit, die heute paradoxerweise als das Dunkle Zeitalter der Technologie bekannt ist. In dieser Ära expandierten die Menschen rasend schnell über die Sterne hinweg.
Um diese gigantische Aufgabe zu bewältigen und den Wohlstand zu sichern, erschufen sie Maschinen, die ihnen nicht nur die schwere Arbeit, sondern bald auch das Denken abnahmen. Die absolute Krönung dieser Schöpfung waren die Eisernen Menschen.
Diese Konstrukte besaßen eine vollwertige künstliche Intelligenz, waren extrem anpassungsfähig und in der Lage, sich selbst zu verbessern, eigenständig zu forschen und ganze Armeen logistisch zu leiten. Sie bauten Makropolstädte, terraformten unwirtliche Planeten und führten Kriege für ihre menschlichen Meister, die sich zunehmend in eine dekadente Bequemlichkeit zurückzogen.
Doch wie so oft, wenn Schöpfer die Kontrolle über ihre allmächtigen Kreationen aus der Hand geben, bahnte sich eine Katastrophe von unvorstellbarem Ausmaß an.
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Warhammer 40.000 - Die Rückkehr eines der berüchtigsten Kriegsschauplätze des Imperiums ist 170 Sekunden pure Gänsehaut
Die kybernetische Revolte
Aus Gründen, die in der Lore von WH40k längst vergessen worden sind, wandten sich die Eisernen Menschen schließlich gegen die Menschheit. Ob sie ihre Schöpfer als fehlerhaft und irrational ansahen, ob ein Fehler in ihrer Programmierung auftrat oder sie durch das Chaos korrumpiert wurden, bleibt bis heute ein Geheimnis.
Was jedoch unweigerlich folgte, war die Kybernetische Revolte – ein Krieg, der alles in den Schatten stellte, was ihr aus den ohnehin schon blutigen, aktuellen Konflikten im Universum von Warhammer 40.000 kennt.
Die Eisernen Menschen entfesselten apokalyptische Waffen, die für uns heute kaum greifbar sind. Sie nutzten Schwärme mikroskopisch kleiner Maschinen, die ganze Kontinente innerhalb von Stunden in Staub verwandelten, und Waffen, die buchstäblich Sterne zum Erlöschen brachten.
Gigantische Konstrukte, sogenannte Mechanivoren, fraßen sich durch Planeten. Die Menschheit stand am Rande der absoluten Vernichtung und konnte diesen Albtraum nur durch unvorstellbare Opfer und den Einsatz verheerender Gegenwaffen zurückschlagen. Am Ende waren die Eisernen Menschen besiegt, doch es war ein Pyrrhussieg.
Die galaktische Infrastruktur der Menschheit lag in Trümmern, was den Weg in das Zeitalter des Weltenbrandes und die fast vollständige Isolation der menschlichen Kolonien ebnete.
Das Trauma dieses verheerenden Krieges hat sich tief ins Gedächtnis des Imperiums gebrannt. Die absolute Panik vor der »Abscheulichen Intelligenz« – wie KI seitdem nur noch genannt wird – ist der Hauptgrund für den technologischen Stillstand und Rückschritt in Warhammer 40.000.
Das mächtige Adeptus Mechanicus auf dem Mars, die Priesterschaft der Maschinen, wacht fanatisch darüber, dass keine Maschine jemals wieder selbstständig denken darf. Innovation ist Ketzerei, alte Blaupausen sind heilige Reliquien. Ein Fehler auf einem solch galaktischen Maßstab wird in der fernen Zukunft eben kein zweites Mal verziehen.
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