Die ganze Welt im Alleingang zu retten, muss verdammt anstrengend sein: Ständige Bosskämpfe, von einer Quest zur nächsten hetzen mit einem Haufen Waffen und Rüstungen im Rucksack. Das geht doch auch auf den Rücken!
In The Blood of Dawnwalker muss das aber nicht sein. Theoretisch können wir den Oberbösewicht schon im Prolog besiegen, jedoch gibt es auch einen sehr viel einfacheren Weg, Coen viele Strapazen zu ersparen.
Die Welt ist groß
Während von manch anderen Helden das Schicksal ihrer ganzen Welt abhängt, geht es für Coen nur um seine Heimat. Während im Sangora-Tal die Vampire herrschen, nimmt das Leben außerhalb davon seinen normalen, mittelalterlichen Verlauf. Es gibt Pestwellen, Päpste und Könige, Hexenverfolgungen und Bauernaufstände - aber keine weltweite Vampirdiktatur.
Warum also nicht einfach an einem anderen Ort ein neues Leben anfangen? Dass Coen diese Frage zumindest mal durch den Kopf schießt, ist sehr gut vorstellbar. Schließlich ist unser Held zu Beginn kein legendärer Krieger, sondern ein einfacher Bauerssohn.
Das Problem: Das Sangora-Tal wird gut bewacht, an den Pässen sind Soldaten stationiert, die niemanden hindurchlassen. An allen Pässen? Nein, tatsächlich gibt es einen Weg aus dem Tal, der zwar von einer eingestürzten Brücke durchtrennt wird, aber vollkommen verlassen ist. Kein wirkliches Hindernis für einen Dawnwalker, der sich nachts einfach über den Abgrund teleportiert. Nähern wir uns dem Tor zum Pass, startet eine kurze Zwischensequenz:
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The Blood of Dawnwalker: Wir verlassen das Sangora-Tal einfach und lösen ein alternatives Ende aus
Für Coen ist es natürlich alles andere als eine leichte Entscheidung, ob er das Tal verlassen will. Schließlich würde er damit seine Familie und alle seine Freunde der Knechtschaft oder dem sicheren Tod überlassen. Theoretisch können wir aber gleich nach dem Prolog zum Pass sprinten und das Spiel direkt abschließen. Das erinnert an die neueren Far-Cry-Spiele, bei denen wir uns oft schon in der ersten Szene aus der Verantwortung stehlen können.
Entscheiden wir uns in Dawnwalker dazu, das Tal zu verlassen, schwenkt die Kamera noch kurz zu den Berggipfeln, bevor der Bildschirm schwarz wird und die Credits abgerollt werden. Wir haben The Blood of Dawnwalker durchgespielt, aber zu welchem Preis? Wer schon eines der richtigen Enden von Dawnwalker gesehen hat, kann sich die Frage teilweise selbst beantworten.
Die weitaus spannendere Frage lässt sich aber noch nicht beantworten: Wie wir schon seit einiger Zeit wissen, wollen die Entwickler des Rollenspiels Coens Geschichte in weiteren Spielen fortsetzen. Dabei sollen sich auch die Entscheidungen, die wir in The Blood of Dawnwalker getroffen haben, auf den Nachfolger auswirken. Da stellt sich doch die Frage: Wird es auch die Möglichkeit geben, einen Spielstand mit dem alternativen Ende zu nutzen?
Wenn Coen die Schuld mit sich herumträgt, seine Familie im Stich gelassen zu haben, dürfte sich das deutlich auf seinen Charakter auswirken. Da wir alternativ auch einfach die 30 Tage vertrödeln und Brencis zu spät stellen können, ist es aber gar nicht mal unwahrscheinlich, dass ein Dawnwalker-Nachfolger diese Entscheidung berücksichtigt.
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