Wenn über aktuell angesagte Shooter-Hits gesprochen wird, redet kaum jemand über The Finals von 2023. Das Erstlingswerk von Embark Studios, das sich aus zahlreichen Ex-Entwicklern von Battlefield zusammensetzt, findet in der öffentlichen Wahrnehmung kaum Beachtung.
Der neue Trend-Shooter Marvel Rivals hat zum Beispiel auf Steam im Durchschnitt 25-mal so viele Steam-User gleichzeitig!
Trotzdem bin zurzeit weitaus häufiger ich als digitaler Gladiator in den Arenen von The Finals unterwegs, als in CoD, Hunt oder Rainbow Six. Warum das so ist? Gut, dass ihr fragt!
Brillante Zerstörung
Da Battlefield seit einiger Zeit keine befriedigende Level-Zerstörung mehr liefern kann oder will (was BF7 dringend ändern muss), ist The Finals hier der perfekte Ersatz und feiert Abriss-Partys, die es so im gesamten Shooter-Genre nirgendwo gibt.
Da sieht selbst die beeindruckende Physik von Bad Company 2 alt dagegen aus:
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Zerstörung am Limit: Das GameStar-Sprengkommando zerlegt ein Haus in The Finals komplett
In The Finals darf ich so ziemlich alles, was ich sehen kann, auch kaputt machen: Dächer, Wände, Brücken, Bäume – hier schlage ich mit Raketenwerfer und Co. eine wahre Schneise der Verwüstung durch die Maps und sogar ganze Hochhäuser kollabieren nach genug Beschuss physikalisch korrekt.
Das sieht nicht nur spektakulär aus, sondern eröffnet auch unzählige neue taktische Möglichkeiten:
- Mein Missionsziel ist im dritten Stock und mit Minen und Selbstschussanlagen gesichert? Dann sprenge ich das ganze Ding bis in den Keller und Mische die Karten für den nächsten Angriff neu.
- Das gegnerische Team nutzt einen Baukran, um auf unsere Position vorzurücken? Ein wenig C4 an der richtigen Stelle und – kaboom! – der Kran stürzt in sich zusammen wie ein Kartenhaus.
Durch die Zerstörung wird die Arena in jeder Runde auf andere Art und Weise deformiert und fühlt sich wieder neu und unvorhersehbar an.
Taktische Vielfalt
Es mag vielleicht auf den ersten Blick nicht so wirken, aber The Finals bietet ein absolut gewaltiges Arsenal an Gadgets, die wiederum eine immense Bandbreite von cleveren Spielzügen eröffnen. Ich bin einfach immer wieder absolut baff, mit welchen kreativen Ideen meine Teamkollegen oder Gegner um die Ecke kommen.
Neulich standen wir auf einem Dach und haben überlegt, wie wir den feindlichen Geldtresor im obersten Stockwerk am besten erobern könnten. Die Lösung: Wir sprengen ein Loch von oben in die Decke des Hauses, werfen eine Antigravitations-Granate hinein, der Tresor schwebt zu uns aufs Dach und wir versiegeln den Riss mit einer Goo-Bombe (das sind Geschosse, die schlagartig härtenden Bauschaum ausspucken).
Ich hätte nur zu gern die Gesichter der Gegner gesehen, als ihre wertvolle Beute plötzlich vor ihren Augen gemütlich nach oben davonsegelte und in der Decke verschwand. Für mich ein Moment wie beim A-Team: »Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!«
Seilrutschen, Sonargeräte, Sprungbretter, Rauchbomben, Sprengladungen, Flammenwerfer oder Giftgas – es gibt noch viele andere Gerätschaften, aus denen sich in The Finals weitere unzählige krasse Kombinationen, Fallen oder Angriffsstrategien entwickeln lassen.
Klar, The Finals ist kein langsam-methodischer Taktik-Shooter wie Hunt, Hell Let Loose oder Gray Zone Warfare. Aber es ist auch so viel mehr als eine stumpfe Ballerbude! Kreative Ideen und ungewöhnliche Manöver werden hier eigentlich immer belohnt.
Faires Bezahlmodell
In Zeiten, in denen ich für wenige Tage Vorabzugang extra zur Kasse gebeten werde, dreistes Pay2Win meinen letzten Geduldsfaden reißen lässt und ich zwischen Season Passes jetzt auch noch für kostenpflichtige Event Passes zahlen soll, ist The Finals eine Wohltat im Hinblick auf die Monetarisierung.
Als Free2Play-Spiel liegt die Einstiegshürde für The Finals bei null. Es gibt also zumindest keine Ausreden, wenn ihr Freunde für ein volles Squad braucht. Einfach Download an und fertig. Die Kehrseite: Es gibt natürlich einen Echtgeld-Shop und einen zahlungspflichtigen Battle Pass.
The Finals trennt jedoch Gameplay und kosmetisches Klimmbimm vorbildlich: Für die Echtgeldwährung bekomme ich ausschließlich rein optische Items wie Klamotten, Aufkleber, Waffenskins oder Emotes.
Strikt davon abgegrenzt ist die Ingame-Währung, die ich mir für absolvierte Matches verdiene und die neue Waffen und Gadgets freischaltet. Und das war’s, mehr gibt es nicht. Damit ist jegliches Pay2Win sofort vom Tisch und beide Systeme kommen sich nicht in die Quere.
Wer die zehn Euro in einen Battle Pass investiert und ihn dann durchspielt, schaltet dadurch außerdem genug Premium-Währung frei, um den Pass der Folgesaison kostenlos zu bekommen.
Weiteren Event-Schnickschnack wie zum Beispiel der Sponsoren Pass, mit dem ich zusätzliche Skins freispielen kann, sind grundsätzlich ohne Aufpreis enthalten.
Es ist erfrischend, mal ein so klares und transparentes System zu erleben, das mir nicht mit zig verschiedenen Währungen und Bezahlmodellen den Kopf zu verdrehen versucht (ja, ich schaue dich an, Delta Force).
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