Star Wars: Der Todesstern hat Alderaan locker zerstört, doch wie viel Energie braucht es wirklich, um etwa die Erde zu sprengen?

Die Energiemenge übersteigt die menschliche Vorstellungskraft. Ebenso verhält es sich mit der Frage, wann wir eine derartige Waffe bauen könnten.

So könnte ein Todesstern aussehen. (Bildquelle: Adobe Firefly, KI-generiert) So könnte ein Todesstern aussehen. (Bildquelle: Adobe Firefly, KI-generiert)

Der Todesstern aus Star Wars zählt zu den mächtigsten Waffen der Filmgeschichte. Er ist nicht nur in der Lage, die Oberfläche von Planeten zu zerstören - vielmehr zerreißt er sie in ihre kosmischen Bestandteile. Wo sein Laserstrahl niedergeht, bleiben nur verbrannte Brocken zurück, karger als die Wüste und leblos wie ein Asteroidenfeld.

Doch wie realistisch ist ein Todesstern eigentlich? Wann könnte die Menschheit solch ein Instrument galaktischer Vernichtung bauen? Und wie viel Energie wäre notwendig, um einen Planeten wie die Erde vollständig zu zerlegen?

Die Antworten darauf hängen eng zusammen. Beginnen wir also mit der benötigten Energie für den Planetenkiller. Dafür müssen wir berechnen, wie hoch die gravitationsgebundene Energie der Erde ist.

Die Formel dafür lautet:
E = 3GM²/5R

  • G = Gravitationskonstante
  • M = Masse der Erde
  • R = Radius der Erde

Das Ergebnis: eine Energiemenge von rund 2,24 · 10³² Joule. Allerdings geht diese Formel von einer perfekten, homogenen Kugel aus, während unsere Erde eher der krummen Gestalt einer Kartoffel gleicht. Unter Berücksichtigung von Dichteschwankungen und Formabweichungen haben Wissenschaftler berechnet, dass die tatsächliche gravitative Bindungsenergie bei etwa 2,49 · 10³² Joule liegt.

Genau so viel Energie müsste auch der Todesstern mindestens aufbringen, um die Erde auseinanderzureißen - oder, präziser gesagt: um jedes Fragment unseres Heimatplaneten auf die Fluchtgeschwindigkeit von rund 11,2 km/s zu beschleunigen.

Damit ihr eine Vorstellung davon bekommt, wie unvorstellbar groß diese Energiemenge ist:

  • 2,49 · 10³² Joule strahlt die Sonne insgesamt in sechs Tagen ab.
  • Das entspricht etwa 400 Millionen Mal dem jährlichen Energieverbrauch der gesamten Menschheit.
  • Oder, in irdischen Maßstäben: rund 69 Billiarden Terawattstunden.
  • Ein weiterer spannender Vergleich: Der Asteroid, der vor etwa 66 Millionen Jahren die Dinosaurier auslöschte (etwa 10²³ Joule), müsste 2,5 Milliarden Mal einschlagen, um so viel Energie zu entfesseln.

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Wann könnte die Menschheit solch eine Waffe bauen?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns zunächst ansehen, wo die Menschheit derzeit steht und welche Entwicklungsschritte sie - zumindest theoretisch - noch nehmen könnte.

Der russische Astronom Nikolai Kardaschow schlug 1964 eine Kategorisierung vor, die auch heute noch als Maßstab dient: die Kardaschow-Skala. Sie teilt Zivilisationen nach ihrem Energieverbrauch ein:

  • Typ I: Die Zivilisation nutzt die gesamte auf ihrem Planeten verfügbare Energie, die von der Sonne eintrifft. Das entspricht etwa 1,74 · 10¹⁶ bis 1,74 · 10¹⁷ Watt.
  • Typ II: Die Zivilisation schöpft die gesamte Leistung ihres Zentralsterns ab - also etwa 4 · 10²⁶ Watt.
  • Typ III: Die Zivilisation beherrscht die Gesamtleistung einer ganzen Galaxie - rund 4 · 10³⁷ Watt.

Wichtig: Watt gibt die Leistung pro Sekunde an, während Joule die insgesamt freigesetzte Energiemenge bezeichnet.

Ein Blick ins Star Wars-Universum

Aus dem Film Rogue One: A Star Wars Story wissen wir, dass der Todesstern 24 Stunden laden muss, um die Energie für einen einzigen planetenvernichtenden Schuss bereitzustellen (ein einzelner dünner Schuss/Strahl würde im Übrigen nicht reichen; es bräuchte flächendeckenden Beschuss). Daraus folgt: Pro Sekunde müsste er etwa 2,88 Septillionen Watt (2,88 · 10²⁷ W) aufnehmen können.

Die Menschheit müsste sich also über Typ II auf der Kardaschow-Skala hinaus entwickeln - vermutlich sogar deutlich Richtung Typ III -, um auch nur annähernd über die nötige Energiemenge zu verfügen.

Wie lange würde das dauern?

Mit Gewissheit lässt sich das nicht sagen. Wissenschaftler schätzen, dass wir in etwa 100 bis 200 Jahren Typ I erreichen könnten. Heute befinden wir uns ungefähr bei Typ 0,7.

Ab Typ II bewegen wir uns jedoch im Reich der Spekulation. Falls uns dieser Sprung überhaupt gelingt - was völlig offen ist -, wären vermutlich tausende bis zehntausende Jahre technologischen wie gesellschaftlichen Fortschritts nötig.

Von Typ III ganz zu schweigen: Hier sprechen wir eher von mehreren Millionen Jahren.

Oder anders ausgedrückt: Von einem echten Todesstern sind wir weiter entfernt, als die gesamte Gattung Homo alt ist. Die früheste bekannte Art, Homo rudolfensis, lebte vor rund 2,5 bis 1,9 Millionen Jahren. In diesem Maßstab liegt der Todesstern nicht am Horizont, sondern jenseits der Ewigkeit.

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