Der Todesstern ist die ultimative Superwaffe des Imperiums und fasziniert Star-Wars-Fans seit Jahrzehnten. Doch was würde es tatsächlich kosten, wenn wir uns auf der Erde dazu entschließen würden, einen echten Todesstern bauen zu wollen?
Wir haben mal die erschreckenden Zahlen für euch zusammengetragen – und selbst das Budget des galaktischen Imperiums würde an seine Grenzen stoßen.
Die astronomischen Materialkosten
Wenn wir davon ausgehen, dass der Todesstern aus Star Wars in der realen Welt nachgebaut werden sollte, müssten wir zunächst einmal seine Größe bestimmen.
Laut dem kanonischen Lexikon der Raumschiffe und Fahrzeuge
hat der erste Todesstern einen Durchmesser von etwa 160 Kilometern – bei Weitem nicht so groß wie der Mond der Erde, aber deutlich größer als der durchschnittliche Mond eines Gasriesen.
Kein Wunder also, dass Obi-Wan Kenobi beim ersten Blick nur trocken feststellt:
Das ist kein Mond … es ist eine Raumstation.
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Basierend auf dieser Größe haben Wirtschaftsstudenten der Lehigh University in Pennsylvania im Jahr 2012 berechnet, dass für den Bau etwa 1.080.000.000.000.000 Tonnen Stahl benötigt würden – oder einfacher: 1,08 Billiarden Tonnen Stahl.
Allein die Materialkosten für diesen Stahl belaufen sich nach Berechnungen aus dem Jahr 2012 auf unglaubliche 852 Billiarden (852.000.000.000.000.000) US-Dollar. Das ist etwa das 13.000-fache des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Inflationsbereinigt für das Jahr 2025 würden die Kosten sogar bei etwa 1,2 Trilliarden US-Dollar liegen.
Das nächste Problem: Die Materialgewinnung
Genug Geld vorausgesetzt, stellt sich eine weitere Frage: Woher nehmen wir all den Stahl? Bei der aktuellen jährlichen weltweiten Stahlproduktion von etwa 1,3 Milliarden Tonnen würden wir sage und schreibe 833.315 Jahre benötigen, um genügend Material für den Todesstern zu sammeln.
- Die gute Nachricht: Theoretisch enthält die Erde genug Eisen, um etwa zwei Millionen Todessterne zu bauen.
- Die schlechte Nachricht: Der Großteil dieses Eisens befindet sich im Erdkern, und wir würden wohl alle wirklich nur ungern erleben, wenn jemand den entfernt.
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Der Superlaser: Nicht im Budget enthalten
Die obigen Kosten berücksichtigen noch nicht einmal die Entwicklung und den Betrieb des eigentlichen Superlaserssystems – also jener Waffe, die in Episode 4 Alderaan mit einem einzigen Schuss pulverisiert.
Der Todesstern DS-1 verfügt über einen Superlaser, der unterschiedliche Energiestufen nutzen kann. Die niedrigste Einstellung, eine Ein-Reaktor-Zündung
wie im Film Rogue One gezeigt, reichte aus, um die Stadt Jedha zu zerstören. Für die volle Leistung, die einen ganzen Planeten zerstören kann, müsste der Laser bis zu 24 Stunden aufgeladen werden.
Die Energiemenge, die für einen solchen Schuss benötigt wird, liegt bei etwa 2,21 x 10³² Joule. Zum Vergleich: Das ist mehr Energie, als unsere Sonne in einer Woche abstrahlt. Die Kosten für solche Energiemengen würden die eh schon absurden Materialkosten noch weiter in die Höhe treiben.
Die Energie von 2,21 × 10³² Joule würde bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde rund 18.42 Trilliarden Euro kosten – oder: 18.416.666.666.666.666.666.666.666.666 Euro. Und sollte Darth Vader auf Ökostrom bestehen, wird's sogar noch teurer.
Todesstrahl? Kein Problem, Chef!
Während der Todesstern seinen Superlaser zündet, stehen zwei Techniker direkt daneben – Helm auf, Hände am Schaltpult, als wäre es ein ganz normaler Montag.
Aber physikalisch betrachtet? Ein Strahl mit 2,21 × 10³² Joule Energie würde in der Realität folgende Effekte auslösen:
- Bei dieser Energiemenge würden Temperaturen von mehreren Millionen Kelvin entstehen – genug, um Materie in Plasma zu verwandeln. Die beiden Techniker wären augenblicklich verdampft.
- Hochenergetische Photonen, die bei solchen Prozessen entstehen, durchdringen nahezu jede bekannte Schutzkleidung und zerstören biologische Zellen innerhalb von Mikrosekunden.
- Ein derart intensiver Energiestrahl erzeugt massiven Strahlungsdruck, der feste Materie zerschlägt und Schockwellen auslöst – selbst in luftleerem Raum durch Abstrahlung.
- Die Energiemenge würde einen EMP verursachen, der elektronische Systeme – auch im Umkreis mehrerer hundert Kilometer – sofort lahmlegt.
Nach all diesen Berechnungen wird klar: Der Bau eines Todessterns bleibt vorerst Science Fiction. Selbst wenn wir das Geld, die Zeit und das Material hätten – die schiere Größe des Projekts übersteigt alles, was die Menschheit je gebaut hat, um mehrere Größenordnungen. Vielleicht sollten wir uns stattdessen vorerst auf realistischere Raumfahrtprojekte konzentrieren und den Todesstern dort belassen, wo er hingehört: in einer weit, weit entfernten Galaxis.
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