Ich muss an dieser Stelle mal eine Lanze für Franchise-Filme brechen. Jahrelang haben mich die immer wieder neuen Gehversuche bekannter Marken angeödet.
Diese Durststrecke ist vorbei, zumindest für mich. Ich habe dieses Jahr so viele gute Geschichten aus bekannten Universen gesehen, wie noch nie.
Ich möchte euch in diesem Artikel drei Science-Fiction-Titel aus 2025 vorstellen, die mich nicht nur unterhalten haben, sondern hinter denen technisch sehr viel mehr steckt, als man glauben mag.
Und ich habe mich extrem schwergetan, nur drei auszuwählen.
Disclaimer: Dieser Artikel handelt von meiner persönlichen Liste. Wenn ihr unterschiedlicher Meinung seid oder euch andere Filme und Serien besser gefallen haben, dann ab in die Kommentare damit. Ich freue mich auf eure liebsten Sci-Fi-Titel aus diesem Jahr!
Platz 3: Fallout
Am 17. Dezember startet die zweite Staffel und ich habe bereits eine Handvoll Folgen sehen. Auch wenn ich euch nichts verraten darf: Gerade in technischer Sicht geht die Serie hochinteressant weiter; entsprechende Artikel haben wir bereits in der Pipeline.
Es gibt nur sehr wenige Geschichten, in denen die eigentliche Welt eine so tragende Rolle spielt wie hier – und dabei größtenteils auch noch realistisch ist.
Ja, unsere Welt könnte tatsächlich so brach aussehen wie das Ödland. Viele Landstriche wären nach einer atomaren Explosion unbewohnbar. Das sieht man heute an Tschernobyl: Auch 40 Jahre nach der Atomkatastrophe ist das Gebiet nach wie vor unbewohnbar (auch, wenn rund 180 Menschen den Gesundheitsrisiken trotzen und dennoch dort leben, so Urbexplorer).
Warum sieht das Wasteland so sandfarben aus? Weil radioaktiver Staub quasi konstant in der Luft hängt. Er liegt auf zerstörten Straßen, klebt an verlassenen Gebäuden und bedeckt ganze Landschaften. Regen wäscht den Dreck ab, Wind wirbelt ihn auf, aber wirklich verschwinden würde er für lange Zeit nicht.
Es entsteht auch kontaminierter Niederschlag, der Böden, Wasser und Luft belastet. Die Menschheit könnte also in den Ruinen von Städten leben, die weit genug von den Epizentren standen.
Angenehm wäre das allerdings nicht. Dadurch, dass langlebige Radionuklide in der Umwelt verbleiben, hat das Einfluss auf Nahrungsketten von Tieren und Menschen (via Powder Technology). Die Überlebenden würden also mit hoher Wahrscheinlichkeit krank werden.
Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Da sich nuklearer Fallout nicht gleichmäßig verteilt, entstehen immer wieder Oasen von Landstrichen, die wenig oder nicht betroffen sind – wie in den Spielen. Dort gäbe es sichere Wasserquellen und sauberen Boden, um beispielsweise Nahrung anzubauen.
Ach, ich könnte noch ewig über »Fallout« quatschen! Es gibt so viel Technisches und Wissenschaftliches, dass ich ganze Bücher damit füllen könnte.
Haltet die Augen offen, denn auf GameStar erwarten euch in den kommenden Wochen etliche spannende und informative »Fallout«-Artikel
54:50
Das muss Fallout 5 anders machen, um Bethesdas-Endzeitserie zu retten
Platz 2: Alien: Earth
Ich war zunächst skeptisch hinsichtlich einer Alien-Serie. Obwohl sehr viel Lore und Hintergrundwissen zu den Xenomorphs existiert, wurden die Viecher selbst doch häufig zu Filmmonster degradiert.
Für mich doppelt sich der Name der Serie, denn »Alien«, also ein Fremder oder fremd sein, bezieht sich auch spielend auf Kinder in ihren Synthetenkörpern, um die es in der Story geht.
Neu ist das Hochladen des menschlichen Geistes in eine Cloud oder einen Roboterkörper nicht. »Alien: Earth« hat dem etwas Neues abgewonnen, indem man Kindern überstarke Erwachsenenkörper gegeben hat.
Da stellt sich mir die Frage: Warum geht das heute eigentlich noch nicht?
Lässt man mal die Philosophie außen vor, dann liegt es vor allem maßgeblich daran, dass wir das Gehirn noch nicht vollends verstanden haben.
Das menschliche Gehirn enthält etwa 86 Milliarden Neuronen mit Billiarden Verbindungen – Wissenschaftler verstehen noch nicht vollständig, wie Bewusstsein daraus entsteht. Die University of Western Australia schrieb dazu einen interessanten Beitrag.
Momentan gibt es noch zu viele technische Hürden.
- Es gibt keine Methode, ein funktionierendes menschliches Bewusstsein zu »messen« oder überhaupt vollständig zu digitalisieren.
- Selbst hochauflösende Gehirnscans reichen nicht aus, um alle Informationen zu erfassen, die Bewusstsein erzeugen könnten.
Hier bewegen wir uns im Bereich des Transhumanismus. Einer seiner bekanntesten Befürworter ist der Google-Experte Ray Kurzweil, dessen Aussagen nicht ohne Kontroversen auskommen. Falls euch interessiert, was Kurzweil bezüglich der Zukunft der Menschheit sagt, schaut euch gerne diesen Vortrag von ihm an:
Link zum YouTube-Inhalt
Für mich hat »Alien: Earth« durch viele Dinge gepunktet, nicht nur durch die Syntheten.
- Die Kreaturen an sich.
- Die typische Atmosphäre der Filme, welche die Serie unfassbar gut eingefangen hat.
- Die Tatsache, dass wir mehr von den Firmen-Konglomeraten gesehen haben.
- Die großartigen schauspielerischen Leistungen von nahezu allen Beteiligten.
Natürlich könnte ich mich über die dummen Entscheidungen aufregen, die schließlich gegen Staffelende zum Desaster geführt haben. Aber ganz ehrlich: Im Alien-Franchise erwarte ich die schon fast.
1:57:13
Problemfall Alien? Was vom Sci-Fi-Kult übrig ist
Platz 1: Predator: Badlands
Ich bin deshalb ein Fan von Sci-Fi-Inhalten, weil es dort schier unendliche Möglichkeiten gibt. Eine dieser unendlichen Möglichkeiten ist eine Rasse aus hochentwickelten Jägern mit ihrem eigenen Kodex.
In »Predator: Badlands« haben wir endlich mehr über die Aliens erfahren, was sie antreibt und wie ihre Kultur funktioniert – ein wissenschaftlich-kultureller Aspekt, der mich seit dem ersten Film fasziniert.
Yautja, so der Name der Predators, sind eine fiktive, hochentwickelte, humanoide Alienrasse. Die Jagd bildet das Zentrum ihres Lebens. Es geht um die Herausforderung, Ehre und Tradition.
Dementsprechend sucht ein Yautja immer nach der stärksten Beute. Im ersten Predator-Film waren das Dutch (Arnold Schwarzenegger) und seine Jungs.
1:50
Der neue Predator-Film Badlands lässt kurz vor dem Kinostart hinter die Kulissen blicken
Natürlich ist die Kultur der Yautja kein Zufallsprodukt, sondern lehnt sich ganz bewusst an real existierende Kodi und Vorbilder.
- Yautja verhalten sich wie Großwildjäger des 19. Jahrhunderts. Die Jagd ist ein Statussymbol und muss in einem möglichst gefährlichen Gebiet stattfinden.
- Die Kultur schaut sich viel von menschlichen Kriegerkulten und Initiationsriten ab.
- Spartanische Agoge: Junge Krieger müssen Prüfungen bestehen.
- Maasai-Krieger: Mutprobe als Übergang zum Erwachsenenstatus.
- Aztekische Kriegerorden: Rang durch die Art der besiegten Feinde.
Für mich haben Yautja auch etwas von Samurai und dem japanischen Samurai-Ehrenkodex Bushidō. Ehre über Leben, ritualisierter Tod und strenge Hierarchien gehören bei den Yautja dazu.
Wovon ich gerne noch mehr sehen würde: Wie die Jagdtechnik der Yautja funktioniert. Wir haben gesehen, dass es Schultergeschütze oder eine Art Shuriken gibt, aber nicht genau, wie sie funktionieren.
Der Film ist nicht perfekt, aber in Sachen Sci-Fi war »Predator: Badlands« für mich dieses Jahr einsame Spitze. Einen Yautja zum Protagonisten zu machen, hat uns einen viel tieferen Einblick in die Kultur der Spezies gegeben. Wir haben sogar einen eigenen Artikel nur über die Sprache der Außerirdischen.
Und dass der Film am Ende ohne auch nur einen Menschen ausgekommen ist (alle menschenähnlichen Figuren waren Syntheten), und mich trotzdem mitgerissen hat, ist das Zuckerl obendrauf.
Für Sci-Fi-Fans wie mich war das Jahr pickepacke voll mit guten Titeln, deshalb entlasse ich euch aus diesem Artikel mit einigen Empfehlungen, die mir großen Spaß gemacht haben.
- Frankenstein
- Predator: Killer of Killers
- Superman
- Black Mirror
- The Last of Us
- Andor







Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.