Achtung, Spoiler: Ich liebe TVs. Allerdings lebten wir so ab Mitte der 2000er so bis Ende der 2010er in einer Zeit, in der ich Fernseher richtig hässlich fand.
- Flachbildgeräte, aber nicht flach genug, um attraktiv zu sein.
- Dicke Ränder, weil die LEDs dahinter saßen.
- Plastikchassis, die so gar keinen Stil hatten.
Sowas wie dieser Philips-TV:
Ganz ehrlich: Bitte gebt mir eine klotzige Röhre oder einen modernen Flachbildfernseher.
Technisch betrachtet ist es verrückt, wie wenig Platz ein OLED-Panel in der Praxis braucht. Meine Karriere als Tech-Redakteur begann 2016 mit einem Test des Wallpaper-TVs von LG, ein Gerät, das die Technik in eine Box auslagert, sodass wirklich nur der reine Bildschirm an der Wand hängt.
Ja, ich habe eine Schwäche für sexy TVs mit minimalistischem Design – und genau hier erwartet uns in Zukunft eine mögliche Baustelle.
Dünner, dünner – ohne Sound
Leserinnen und Leser unter euch, die meine Artikel verfolgen, wissen: Ich stehe auf guten Klang. Ich teste Soundbars und Kopfhörer mit Wonne. Zu einem fantastischen Filmerlebnis gehört ein starker Klang genauso dazu wie das Bild.
Zu ausgewogenem Sound gehören viele Aspekte, unter anderem ein voluminöser Klangkörper. Es gibt einen guten Grund, warum Aktivboxen mannshohe Tower sein können. Auf die Größe kommt es eben doch an, weswegen ich in meinem Wohnzimmer auf ein Sounddeck setze.
Wisst ihr, was keinen Voluminösen Klangkörper hat?
Moderne Fernseher.
Schaut euch bitte das nachfolgende Bild an. Es zeigt meinen TV Philips OLED807, den ich auf dem Schreibtisch als Bildschirm verwende (warum ich das tue, habe ich bereits erzählt).
Unten, wo hinter dem Gehäuse die Technik sitzt, misst der Fernseher rund 6,8 Zentimeter. Oben, wo nur das Display zu sehen ist, sind es gerade einmal 5 Millimeter.
Für ordentlichen Klang ist das zu wenig. Ja, klar, da stecken Lautsprecher im Gehäuse und die machen auch Ton, aber in einem Wohnzimmer reißt mich der beim nächsten Actionblockbuster nicht vom Stuhl.
Die Alternativen liegen da auf der Hand.
Brauchen wir bald externen Sound?
Für Filmfans ist das eine ketzerische Frage. Die haben im besten Fall ein Surroundsystem in der Butze stehen, aber mindestens eine Soundbar.
Aber werfen wir noch mal einen Blick auf den eingangs von mir so heißblütig erwähnten Wallpaper-TV. Der hat keine Speaker, zumindest nicht am Display. Die sitzen am Böxle mit dem Rest der Technik – und jeder, der schon mal den Klang eines Projektors gehört hat, weiß, wie das klingen mag.
Ich gehöre auch zum Team »Gebt mir einfach nur das Display«. Vor meinem Philips-TV besaß ich ein Modell von Samsung mit einer One-Connect-Box; auch da war die Technik ausgelagert. Das ist nicht nur aufgeräumt und schick, sondern auch viel leichter erreichbar, wenn man mal etwas umstöpseln muss. Doch der hatte ein normal dickes Display – mit Lautsprechern.
Worauf ich hinaus will, ist, dass wenn wir TVs immer dünner machen, wir anderweitig für (guten) Klang sorgen müssen. Entweder klingt der aus dem Fernseher schrottig oder es gibt ihn im Zweifel gar nicht.
Wer schon Sound-Alternativen zu Hause hat, zuckt nur mit den Schultern, aber wenn zu den Kosten des TVs auch noch der Preis von mindestens einer Soundbar oder Regallautsprechern hinzu kommt, strapaziert das schmale Geldbeutel sehr.
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Habe ich die Zukunft gesehen? So sehr wie dieser TV hat mich noch nie ein neuer Fernseher begeistert
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Ich rate euch immer dazu, auf eine Soundbar, ein Sounddeck oder Regallautsprecher umzusteigen. Die jeweiligen Vorteile (und Nachteile) habe ich euch aufgezählt. In der heutigen Zeit sind alle drei Alternativen so gut wie immer besser als TV-Lautsprecher.
Doch je dünner Fernseher werden, desto magerer wird der Klang; wir tauschen Substanz für Design. Mir kann das recht sein, aber wenn wir irgendwann in Fahrwasser kommen, wo man für akzeptablen Klang draufzahlen muss, nehme ich doch lieber die reizlosen Trümmer von vor 20 Jahren – die haben wenigstens einen Klangkörper.

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