In 2026 haben wir immer noch TV-Fernbedienungen wie zu Opas Zeiten – und wir entwickeln uns sogar zurück

Als ich neulich einen Drücker von Hisense in der Hand gehalten habe, bin ich fast vom Glauben abgefallen.

Diese Fernbedienung hat eine ganze Reihe an Knöpfen, die wirklich fast niemand braucht. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Diese Fernbedienung hat eine ganze Reihe an Knöpfen, die wirklich fast niemand braucht. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Mein Stammtätowierer Dominik sitzt mit seinem Studio Nekomata in Freising. Für mich bedeutet das: eine Zugfahrt und eine Hotelübernachtung. Normalerweise lasse ich den TV in Hotels links liegen, da ich eh nur zum Schlafen im Zimmer bin. Letztes Mal allerdings spielte die deutsche Männerfußballnationalmannschaft gegen Paraguay im Sechzehntelfinale der Fußball-WM, was ich mir ansehen wollte.

In meinem Zimmer hing ein TV von Hisense – und kein schlechter! Aber bei der Fernbedienung habe ich nur den Kopf geschüttelt.

Der Drücker ist ein Plastikbomber mit – meiner Meinung nach – zu vielen Knöpfen. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Der Drücker ist ein Plastikbomber mit – meiner Meinung nach – zu vielen Knöpfen. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Wir haben 2026, warum sehen Fernbedienungen immer noch so aus wie vor 40 Jahren? Wir waren mal auf dem Weg der Besserung, aber sind zu alten Lastern zurückgekehrt.

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe ist seit 2016 Tech-Redakteur, und Fernseher waren schon immer sein Fachgebiet. LED, OLED, Mini-LED, Micro-LED: Völlig egal, er interessiert sich für alle Displays. Ein Hühnchen hat er mit fast allen TVs zu rupfen: Wieso sind die Fernbedienungen eigentlich immer noch so vorsintflutlich? 

Mein Problem mit TV-Fernbedienungen

Natürlich liegen solche Fernbedienungen nicht nur Hisense-Fernsehern bei, sondern nahezu allen TVs. Mein Philips-OLED hat auch so einen Prügel.

Der Drücker oben im Bild hat 46 Tasten. 46! Und ich wage zu behaupten, dass man die meisten davon gar nicht braucht.

Was dem Fass den Boden ausschlägt, sind die zwölf Buttons für jeweils einen dedizierten Streaming-Dienst. Ich war mal großer Streaming-Fan, aber heutzutage habe ich maximal zwei Anbieter gleichzeitig. Hier werden mehrere Streaming-Services abgedeckt, ja, aber für die meisten von uns sind das einfach nutzlose Knöpfe, weil wir keine zwölf Abos haben.

Die Fernbedienung ist wie ein Steuerformular: Man versucht einfach, möglichst viele Eventualitäten abzudecken, was die Handhabe unnötig kompliziert macht.

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Waipu.tv bietet euch insgesamt 270 TV-Sender, davon 255 in HD-Qualität und 69 Pay-TV-Kanäle, die ihr entweder live anschauen oder streamen könnt. Dazu gibt es haufenweise aktuelle Blockbuster.
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Bei Prime Video findet ihr neben zahlreichen Filmen und Serien großartige Amazon-Eigenproduktionen, darunter die neue Fallout-Serie oder The Boys, eine der besten Superheldenserien aller Zeiten.
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Hier geht vor allem eine Schere auf. TVs sind in den letzten Jahren immer smarter geworden, was bedeutet, dass sich viele Einstellungen über das Betriebssystem lösen lassen, also nicht mehr über die Hardware.

Gleichzeitig haben sich Fernbedienungen zurückentwickelt. Ja, richtig gelesen. Sie waren in meinen Augen mal besser als heute, aber durchgesetzt haben sie sich leider nicht.

Wir brauchen heute einfach keine dedizierten Knöpfe für Start/Stop, den Teletext oder einzelne Kanäle mehr.

Meine perfekte Fernbedienung gab es sogar mal

Bei Samsung liegen, zumindest bis vor ein paar Jahren, zwei Drücker in der Packung: der herkömmliche Klopper und eine kleine Version.

Ich würde die Smart Remote jederzeit vorziehen. Klein, handlich und aufs Wesentliche reduziert. Da kann der 20-Zentimeter-Prügel nicht mithalten.

Das wichtigste Feature ist allerdings schon vor Jahren abhandengekommen: der Mauszeiger.

Da wir sowieso so gut wie alles über die Software des Fernsehers bedienen, ist ein Mauszeiger auf dem Bildschirm nur die nächste Evolution.

Die Smart Remote meines 2014er Samsung hatte alles, was ich wollte: wenige Buttons und einen Mauszeiger. (Bildquelle: Samsung) Die Smart Remote meines 2014er Samsung hatte alles, was ich wollte: wenige Buttons und einen Mauszeiger. (Bildquelle: Samsung)

Ja, es mag zunächst seltsam wirken, die Fernbedienung wie einen Zauberstab zu schwingen (wobei das bei der Nintendo Wii auch niemanden gestört hat), aber es macht das Navigieren so viel einfacher.

  • Weniger Knöpfe: Anstatt für jede noch so kleine Mini-Funktion eine dedizierte Taste auf dem Drücker zu haben, klicke ich mit einem Knopf direkt mit dem Mauszeiger das an, was ich möchte.
  • Schnelleres Navigieren: Ich will in der Optionsliste ganz nach unten? Pfeiltaste nach unten, Pfeiltaste nach unten, Pfeiltaste nach unten … mit einem Cursor dauert das keine Sekunde.
  • Bessere Texteingabe: Anstatt sich wie anno dazumal über die Tastatur zu klicken, hat man per Cursor ein Passwort oder den Suchbegriff in der YouTube-App viel schneller eingegeben.
  • Intuitive Bedienung: Nicht mal ich weiß, wo sich bei jedem TV bestimmte Optionen verstecken. Deshalb muss ich zigmal das Menü schließen oder einen Schritt zurückgehen. Mit einem Cursor wäre ich damit viel schneller, weil ich intuitiv dahin zeigen kann, wo ich hinmöchte.

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Übrigens, auch LG hatte mit der Magic Remote eine Fernbedienung mit Mauszeiger im Programm – allerdings in Form des von mir hier so gerügten Kloppers.

Und jetzt kehren wir also zum 40 Jahre alten Standard zurück. Anstatt Knöpfe für die kleinsten Nischenfunktionen vom Layout zu kegeln, bekommt jeder Streaming-Dienst seinen Direktzugang – und das ist fast noch schlimmer. Damit schließen sich für absolut jeden mindestens eine Handvoll Knöpfe direkt aus; Ballast, den die allermeisten nicht brauchen.

Wieso etwas haben, was man eh nicht nutzt?


Kommentare(1)
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